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WLAN-Barbie spioniert im Kinderzimmer

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Datenschützer laufen gegen Barbie Sturm  

Die Spionin im Kinderzimmer

18.03.2015, 10:11 Uhr | mmh, t-online.de

WLAN-Barbie spioniert im Kinderzimmer. Datenschützer laufen Sturm gegen "Hello Barbie" (Quelle: imago/Levine Roberts)

Neuer Beruf für die Kult-Puppe: Ist Barbies jüngste Schwester eine Spionin? (Quelle: imago/Levine Roberts)

Kuscheltiere und Puppen sind die engsten Freunde unserer Kinder. Sie gehen mit ihnen durch Dick und Dünn, ihnen vertrauen die Kleinen ihre großen Sorgen und jedes Familiengeheimnis an. Doch vielleicht ist das bald kein Geheimnis mehr? Datenschützer haben jetzt ein Modell der Barbie-Puppen ins Visier genommen. Ist die blonde "Hello Barbie" gar nicht so harmlos, sondern ein Spion im Kinderzimmer?

"Hello Barbie" ist eine Spezial-Version der Kult-Puppe, mit dem der Hersteller Mattel den Absatz ankurbeln will. Diese sogenannte intelligente Ausgabe der blonden Puppe war von Anfang an umstritten. Denn sie kann mit dem Kind sprechen. Problem dabei ist nicht nur, ob man solch ein Spielzeug überhaupt braucht, sondern dass die Puppe mit einem Mikrofon und einer WLAN-Verbindung ausgestattet ist. Diese Barbie-Variante hat eine Spracherkennungsfunktion. Sie zeichnet das Gesprochene auf, sendet es über eine Internetverbindung auf einen Webserver, um es anschließend zu analysieren. Ähnliches kennt man von Navigationsgeräten oder "Siri".

Sprechende Barbie soll zu Weihnachten auf den Markt

Seit der Prototyp vorgestellt wurde, schlagen die Wellen hoch. Denn die Puppe soll zum Weihnachtsgeschäft in den US-Handel kommen und auf möglichst vielen Gabentischen liegen.

UMFRAGE
Eine sprechende Barbie-Puppe - gruselig oder zeitgemäß?

Mattel-Partner ToyTalk argumentiert, die Kinderstimmen würden ausgewertet, um Barbies Antworten zu verbessern und die Themenauswahl zu verfeinern, also Datenanalyse und Produktoptimierung. Barbie soll immer ein offenes Ohr für das Kind haben. Doch wie auch echte Freundinnen könnte sie auch etwas ausplaudern. Datenschützer sind nicht zufrieden mit den Angaben des Herstellers, was mit den gespeicherten Daten passiert.

Kampagne gegen Verletzung der Privatsphäre

Das hat eine Kampagne auf den Plan gerufen. Die "Campaign for a Commercial-Free Childhood" kurz CCFC will Produktion und Verkauf der "Hello Barbie" stoppen, berichtet die "Washington Post". Sie werfen dem Unternehmen Verletzung der Privatsphäre und unfaire Marketingzwecke vor.

Auf seiner Homepage weist ToyTalk diese Vorwürfe zurück. Der Unternehmens-Chef Oren Jacob versichert in einer Pressemitteilung, dass die gesammelten Audiodateien ausschließlich zu Verbesserungszwecken der Technologie und nicht zu Marketingzwecken genutzt würden. Zudem würden die Datenschutz-Richtlinien derzeit noch überarbeitet. Vor dem Marktstart sei geplant, dass Eltern via Account und App der Aufzeichnung ihres Kindes zustimmen müssten.

Barbie soll über Gefühle sprechen

Anfangs ist Barbie auch noch ziemlich einsilbig. Sie fragt nach der LIeblingsfarbe der Kinder oder dem Lieblingsfach. Später aber soll es um Karriereplanung gehen - schließlich hat Barbie ja schon enorm viele Berufe ausgeübt - Gefühle und Mode.

Marktforschung in der Zielgruppe - aus Unternehmersicht genial, aus Elternsicht eine gruselige Vorstellung.

Angeblich der größte Kinderwunsch

Damit Barbie spricht, müssen die Kinder einen Knopf drücken, der in der Gürtelschnalle versteckt ist. Skeptiker werfen unter anderem auch die Frage auf, wie die Entwickler bei ToyTalk reagieren müssen, wenn eine Kinderstimme von einem Missbrauch oder häuslicher Gewalt erzählt.

Auf seiner Website preist das Unternehmen die Möglichkeit, sich mit Barbie zu unterhalten, als das an, was sich Kinder am allermeisten wünschten. ToyTalk Chef Oren Jacob: "Das, was sich Kinder am meisten von Barbie wünschen und in das Mattel über Jahrzehnte eine riesige Menge an Forschung gesteckt hat, ist, mit Barbie zu reden." Diese Forschung soll sich natürlich auszahlen, ein Produktionsstopp käme da höchst ungelegen.

Der Spielzeughersteller will seinen auf der New York Toy Fair vorgestellten Prototypen der "Hello Barbie" schnell zur Marktreife bringen, denn pünktlich zum Weihnachtsgeschäft soll sie in den Läden zu haben sein. Ob die Spionage-Puppe auch in Deutschland auf den Markt kommt, ist bisher nicht bekannt.

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