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Langzeitstillen: Sechsjährige spricht über Muttermilch ihrer Mutter

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Sechsjährige spricht über Stillen  

Aminah (6) ist in Australien ein Star

27.05.2015, 18:13 Uhr | mmh, t-online.de

Langzeitstillen: Sechsjährige spricht über Muttermilch ihrer Mutter. Maha Al Musa ist eine Verfechterin des Langzeitstillens. (Quelle: Maha AL Musa/Facebook)

Maha Al Musa ist eine Verfechterin des Langzeitstillens. (Quelle: Maha AL Musa/Facebook)

"Manchmal schmeckt es wie eine Zuckerstange. Es schmeckt nach ganz unterschiedlichen Dingen" - der Cocktail von dem Aminah hier schwärmt heißt Muttermilch. Aminah ist sechs Jahre alt und ein Star in ihrer Heimat Australien. Der Grund allerdings empört viele ihrer Mitmenschen: Ihre Mutter Maha Al Musa stillt das Schulkind immer noch - und zwar so lange dieses das will.

"Woman's Day", mit 400.000 Exemplaren Australiens auflagenstärkstes Wochenmagazin, widmete ihr eine große Geschichte. Zwischen Stars und Mode erzählt die Sechsjährige selbstbewusst darüber, was das Stillen für sie bedeutet.

Aminah (6): "Nuckeln ist meine LIeblingsbeschäftigung"

Sie sei "ein ganz normales Kleinkind, das mit anderen spielt und gerne in die Schule geht", heißt es. Nur ihre Einschlafgewohnheiten sind vielleicht ein bisschen anders. Der Zeitschrift erzählt sie, dass sie es genießt, zu schlafen und zu nuckeln. Vor allem morgens und abends - und das wohl noch eine ganze Weile. "Vielleicht höre ich auf, wenn ich acht bin", meint sie. "Es ist meine Lieblingsbeschäftigung, wenn ich nicht in der Schule bin." Aminah weiß - vermutlich von ihrer Mutter - dass Muttermilch gesund ist. "Mehr Kinder sollten das machen, denn das ist gut für dich."

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Ein Schulkind stillen - was halten Sie von diesem extremen Langzeitstillen?
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Für ihre Mutter Maha Al Musa ist es das Normalste der Welt, ein Kind auch noch im Schulalter zu stillen. Viele ihrer Mitmenschen in ihrer Heimat Australien sehen das allerdings anders.

Aber Maha Al Musa ist eine extrovertierte Frau, sie ist das Auftreten vor Publikum gewöhnt - und das Argumentieren. Auch im Fernsehen war die Mutter schon mit ihrer Geschichte, als Hauptperson der Sendung "Extreme Breastfeeding".Die 52-Jährige ist Tänzerin, Tanzlehrerin, Schwangerschaftsbegleiterin und gibt Bauchtanzkurse für Schwangere. Offensiv entkräftet sie Vorwürfe, Langzeitstillen sei wider die Natur oder sogar pervers. Ihre Facebookseite zieren zahlreiche Stillbilder, dort zählt sie die zahlreichen Vorteile des langen Stillens auf.

Einige Stillrekorde

Al Musa will ihre Tochter selbst entscheiden lassen, wann sie nicht mehr von ihrer Brust trinken will. Langzeitstillen - oder beständiges Stillen, wie sie es lieber nennt - stärke die Mutter-Kind-Bindung und das kindliche Immunsystem, das sind ihre Hauptargumente.

Vielleicht ist sie nicht die am längsten stillende Mutter, aber angeblich eine der ältesten und eine der ganz wenigen, die auch nach den Wechseljahren noch stillen.

Still-Tabu ist ein Rückschritt

Als Facebook nach langem Hin und Her Fotos stillender Mütter mit entblößter Brust zuließ, waren Maha und Aminah die Stars. Mit ihrem Foto warb das soziale Netzwerk dafür, die Restriktionen zu lockern. In Deutschland ist diese generell Aufregung um das Thema Stillen - ob sechs Monate oder sechs Jahre - in Australien oder den USA kaum nachvollziehbar.

Für die dreifache Mutter - sie hat noch zwei große Söhne - ist es ein Rückschritt, wie diese natürliche Sache tabuisiert wird. Sie erinnert sich an die 80er Jahre. Damals hatte die Schule in Melbourne, an der sie unterrichtete einen Raum für stillende Mütter eingerichtet. "Niemals fanden wir das seltsam, verrückt oder überhaupt außergewöhnlich, die Schule sorgte einfach für diese Mütter, das war ein ganz normaler und natürlicher Anspruch."

Wie lange soll man stillen?

Dass Stillen Mutter und Kind nützt, ist unbestritten. Viele Stars und Models posteten in jüngster Zeit Stillfotos von sich, um darauf aufmerksam zu machen. Auch die australische Ausgabe des Magazins "Elle" hat das Stillen für sich entdeckt. Wo sonst tolle Roben im Mittelpunkt stehen, prangt auf dem Cover der Juni-Nummer ein strahlendes Model mit einer entblößten Brust, das ihr Baby stillt, Nicole Trunfio in Prada mit ihrem Sohn Zion. Angeblich war das Bild gar nicht geplant, das Motiv habe sich zufällig ergeben, als die Model-Mama in einer Pause des Shootings ihrem Kind die Brust gab.

Stillende Model-Mama auf "Elle"-Cover

Das Titelblatt hat eine Kontroverse ausgelöst. Über dieses Cover - eines ihrer LIeblingscovers, wie er sagt - scheibt Herausgeberin Justine Cullen: "Es ist nichts Provozierendes am Stillen, es ist ein provozierendes Bild auf dem Cover eines Modemagazins, das gab uns die Gelegenheit, zu der notwendigen Diskussion um die Normalisierung des Stillens beizutragen und zu zeigen, warum es so notwendig ist."
Unter dem Hashtag #normalizebreastfeeding setzt sich das Model Model Trunfio auf instagram für einen lockeren Umgang mit dem Stillen ein. Ganz locker sehen es allerdings auch die Australier nicht. In die Kioske kam die "Elle" mit einem anderen Cover. Da ist das Model züchtig angezogen, nur Baby Zion ist nackt. Das fachte die Debatte erneut an.

Justine Cullen responds to Nicole Trunfio's breastfeeding cover controversy

Posted by ELLE Australia on Sonntag, 24. Mai 2015

In Deutschland sehen sich Mütter, die nicht stillen wollen oder können, oft sogar Anfeindungen ausgesetzt. Es gibt keine allgemein gültige Aussage, wie lange gestillt werden soll. Die meisten Mütter in Deutschland stillen gemäß der WHO-Empfehlung etwa ein halbes Jahr und füttern dann zu. Extremes Langzeitstillen von Kindern, die älter als ein Jahr sind oder sogar schon in die Schule gehen, ist auch in Deutschland selten. In Deutschland sehen sich Frauen, die öffentlich stillen, kaum Anfeindungen oder gar Verboten ausgesetzt, das ist in Australien offenbar anders.

Kritiker sehen bei lange gestillten Kindern die Gefahr, dass es ihnen schwer fällt, sich von der Mutter abzunabeln und Bindungen zu anderen Personen, wie den Vater aufbauen können."


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