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Kinder haben immer seltener Spielplätze vor der Haustür

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Zum Toben an den Stadtrand  

Spielplätze sind in Deutschland Mangelware

28.05.2015, 17:48 Uhr | dpa

Kinder haben immer seltener Spielplätze vor der Haustür. Gute Spielplätze sind Mangelware.  (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Gute Spielplätze sind Mangelware: Sie werden ausgelagert oder vergammeln. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Einfach rausgehen und spielen - das wird in Deutschland immer seltener: In der Nähe ihres Wohnorts finden Kinder in Deutschland immer seltener einen geeigneten Platz zum Spielen. Es wird gespart und ausgelagert.

"Es wird immer weniger in solche Spielräume investiert", sagte der Bundesgeschäftsführer des Deutschen Kinderhilfswerkes (DKHW), Holger Hofmann. Gerade ältere Kinder seien betroffen: Viele Kommunen scheuten Ärger mit Anwohnern wegen des Lärms und verlagerten Bolzplätze, BMX- und Skateparks an den Stadtrand.

Jugendliche an den Stadtrand gedrängt

Zwar verbringt dem Experten zufolge ein Drittel der Kinder sehr viel Zeit vor dem Fernseher und dem Computer. Die Mehrheit spiele aber nach wie vor gern im Freien, sagte Hofmann, der den Weltspieltag hierzulande vor acht Jahren mit initiiert hat. "Das Spiel draußen ist heute die einzige Möglichkeit, bei der Kinder noch eigene Erfahrungen machen können. Zum Beispiel Regeln selbst erfinden."

Für Kleinkinder gebe es eher noch Angebote vor der Haustüre oder um die Ecke - allerdings oft verwahrloste. "Bei einem Drittel der öffentlichen Spielplätze bleiben die nötigen Sanierungen aus." Kaputte Geräte etwa würden abgebaut statt ersetzt. Oft müssten Eltern mit Vereinen die Initiative ergreifen und neue Plätze für Kinder schaffen. "Man kann mit wenig Einsatz viel bewirken, es müssen nicht immer neue Geräte sein", betonte Hofmann.

In Berlin-Pankow zum Beispiel verwandelt sich ein Straßenabschnitt in einem Modellprojekt bis zum Herbst einmal in der Woche zum Spielplatz: Dabei können Anwohner zumindest auf Zeit die Straße als Spielort zurückerobern.

Mangel an Spielplätzen bremst Entwicklung

Auch weltweit setzen sich Hilfsorganisationen für das Recht der Jüngsten aufs Spielen ein: Ein Mangel an Spielmöglichkeiten sei kein Luxusproblem, betonte Claudia Berker von Terre des Hommes in einer Mitteilung. Vielmehr werde dadurch eine optimale Entwicklung der Kinder verhindert.

Die Zahl der Spielplätze bundesweit ist nach DKHW-Angaben stark rückläufig. Aktuell gebe es rund 120.000, davon die Hälfte in öffentlicher Hand.

Risiko Spielplatz: Das müssen Eltern wissen

Manche Spielplätze sind verwahrlost, manche geradezu gefährlich. Wer haftet, wenn sich ein Kind verletzt? Wie erkennt man Gefahren? Die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick mit Expertentipps vom TÜV Rheinland.

  • Darauf sollten Eltern auf Spielplätzen achten: "Zunächst sollten sie immer dabei sein, wenn ein Kind zum ersten Mal einen Spielplatz besucht", sagt Ralf Diekmann vom TÜV Rheinland. Auf Schildern an den Eingängen sollten die Regeln zu sehen sein, aber auch der Betreiber genannt werden. Ist etwas nicht in Ordnung, sollten Eltern dort unbedingt anrufen und das Problem melden. Eltern können die Sicherheit erhöhen, indem sie sich umschauen: Liegen Scherben herum? Stehen Schrauben an Geräten hervor? Ist das Holz von Pilz befallen? Wichtig ist auch, dass in den Schaukelketten keine Kinderfinger hängen bleiben können. Außerdem sollte genug Platz zwischen den Geräten sein. Und um die Geräte herum muss ausreichend Sand oder Mulch liegen, damit die Kinder im Fall der Fälle weich landen. Sind Fundamente im Boden erkennbar, muss der Betreiber sofort Handeln.

  • Das sind typische Gefahren: "Probleme sehen wir noch immer bei der Bepflanzung", sagt Diekmann. So haben giftige Beeren und Dornenbüsche nichts an Spielplätzen verloren. Auch hier gilt: Wer Goldregen oder Berberitzen am Sandkasten entdeckt, sollte das dem Betreiber melden. Manche Eltern bringen ihre Kinder selbst in Gefahr. "Wir beobachten, dass Eltern ihre Kinder mit Fahrradhelmen auf dem Spielplatz toben lassen. Das soll sicher sein, ist aber lebensgefährlich", mahnt der Experte. Kleine Luken oder Abstände an Gerüsten sind vielleicht so gestaltet, dass ein Kinderkörper hindurch rutscht. Ein Helm kann aber hängen bleiben und das Kind strangulieren.

  • Haftung bei einem Unfall: "Wenn nachweisbar ist, dass ein Gerät nicht in Ordnung war und dies auf fehlende oder falsche Wartung oder Reparatur zurückzuführen ist, haftet in der Regel der Betreiber", sagt Diekmann. Klar ist: Wurde eine Gefahr bereits gemeldet und führt dann Tage oder Wochen später zum Unfall, ist der Betreiber in der Pflicht. Ausnahmen kann es bei nicht öffentlichen Spielplätzen geben. Hat dort ein Kind gespielt, das dort eigentlich nicht hätte sein dürfen, haftet der Betreiber nicht in jedem Fall.

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