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Kita-Streik droht: Städte wollen nicht mehr Geld bereitstellen

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Maximal drei Prozent mehr  

"Keine Luft nach oben" – Städte wollen Gehälter von Erziehern nicht noch weiter erhöhen

10.08.2015, 15:49 Uhr | dpa, AFP

Kita-Streik droht: Städte wollen nicht mehr Geld bereitstellen. Kita-Streik: Die Fronten sind verhärtet, Eltern müssen sich auf weitere Streiks der Kindertagesstätten einstellen. (Quelle: dpa)

Die Fronten sind verhärtet, Eltern müssen sich auf weitere Streiks der Kindertagesstätten einstellen. (Quelle: dpa)

Im Kita-Streit sind die Fronten verhärtet. Die Gewerkschaft Verdi hat den Schlichterspruch zur Bezahlung der kommunalen Kita-Angestellten abgelehnt und droht mit weiteren Streiks. Aber die Arbeitgeber – also die Städte – verweisen auf knappe Kassen und wollen nicht mehr Geld für die Erzieher bereitstellen.

"Ich sehe keine Luft nach oben", sagte der Präsident der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA), Thomas Böhle, der "Passauer Neuen Presse". Es sei auch für die Arbeitgeber nicht leicht gewesen, Akzeptanz für den Schlichterspruch zu finden. Das Ergebnis sei nicht einstimmig gewesen. Es seien sogar Gemeinden aus dem Verband ausgetreten, denen der Schlichterspruch zu teuer war.

"Wie man es auch dreht und wendet: Die Kassenlage ist schlecht", sagte Böhle. Die Kommunen seien bereits "an die Grenzen ihrer Möglichkeiten gegangen". Als "absurdes Theater", kritisierte er die angedrohte Fortsetzung der Streiks. Die Gewerkschaften hätten mit weit überzogenen Forderungen Erwartungen geschaffen, die bei bestem Willen und in Kenntnis der Finanzlage der Kommunen nicht zu erfüllen seien.

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Vorgeschlagene Gehaltserhöhung reicht den Gewerkschaften nicht

Die Mitglieder der Gewerkschaften aus dem Bereich des Sozial- und Erziehungsdienstes hatten sich mit deutlicher Mehrheit gegen den Schlichterspruch von Ende Juni ausgesprochen. Dieser sieht Gehaltserhöhungen zwischen zwei und 4,5 Prozent vor. Aber die Gewerkschaften wollen erreichen, dass Sozialarbeiter und Erzieher in höhere Entgeltgruppen eingestuft werden. Das entspricht Einkommenserhöhungen von durchschnittlich zehn Prozent.

Der Vorsitzende der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi, Frank Bsirske, erklärte daraufhin am Samstag die Schlichtung für die rund 240.000 Erzieher und Sozialarbeiter für gescheitert. Er fügte hinzu: "Der Streik wird fortgesetzt" - falls die Arbeitgeber nicht kräftig nachlegen.

"Dann wollen auch die Feuerwehrleute mehr Geld"

Danach sieht es nicht aus. Der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebundes, Gerd Landsberg, sagte in der "Rheinischen Post", mehr als durchschnittlich plus drei Prozent Gehalt könnten sich die Kommunen nicht leisten. "Noch mehr Geld würde das Gehaltsgefüge im öffentlichen Dienst der Kommunen sprengen." Dann wollten etwa auch die Feuerwehrleute mehr Geld.

VKA-Präsident Böhle verweist darauf, dass Erzieher mit 20 oder 21 Jahren derzeit ein Einstiegsgehalt von fast 2600 Euro im Monat bekämen. Das Einkommen könne im Laufe der Jahre auf bis zu 3700 Euro steigen, bei Leitungsverantwortung sogar auf 4700 Euro.

Entscheidung über neue Kita-Streiks fällt diese Woche

Wann die Kitas wieder bestreikt werden, wird an diesem Dienstag entschieden. Nach einem Bericht der "Rheinischen Post" will Verdi neue Kita-Streiks vor dem Ende der Schulferien in Baden-Württemberg und Bayern Mitte September vermeiden. Es gehe darum, mögliche Streiks bundesweit zeitlich einheitlich zu organisieren, hieß es. Für Donnerstag wollen sich Gewerkschaften und Arbeitgeber wieder zu Tarifverhandlungen zusammensetzen.

Der Vorsitzende des Familienausschusses im Bundestag, Paul Lehrieder (CSU), zeigte Verständnis für die Gewerkschaften und ihre Mitglieder. "Nach meiner Auffassung ist die Arbeit der Erzieherinnen und Erzieher mehr wert, als der Schlichterspruch vorsieht", sagte er der "Passauer Neuen Presse". "Die Eltern wären bestimmt auch bereit, für gute Betreuung etwas mehr zu bezahlen als bisher. Ich denke, da sollte ein Kompromiss möglich sein, der signifikant über dem bisherigen liegt."

So werden Kita-Angestellte derzeit bezahlt

Auszug aus der aktuellen Entgelttabelle für kommunale Angestellte im Sozial- und Erziehungsdienst (TVöD-SuE). Es handelt sich jeweils um das Monatsgrundgehalt.

GruppeTätigkeitEinstiegsgehalt
(Grundgehalt, brutto)
höchste Gehaltsstufe
(Grundgehalt, brutto)
S3Kinderpfleger/in2043 Euro2679 Euro
S6Erzieher/in2367 Euro3289 Euro
S7Leiter/in Kita bis 40 Plätze2406 Euro3319 Euro
S8Heilpädagoge/in2478 Euro3732 Euro
S10Leiter/in Kita ab 40 Plätze2590 Euro3973 Euro
S11Sozialarbeiter/in2657 Euro3962 Euro
S13Leiter/in Kita ab 70 Plätze2880 Euro4048 Euro
S15Leiter/in Kita ab 100 Plätze2913 Euro4318 Euro
S17Leiter/in Kita ab 180 Plätze3103 Euro4749 Euro

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