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Neue Kita-Streiks angedroht: Verdi-Chef Bsirske heizt den Konflikt an

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Kriegskasse gut gefüllt  

Verdi-Chef Bsirske droht mit neuen Streiks im Kita-Konflikt

10.08.2015, 18:42 Uhr | dpa

Neue Kita-Streiks angedroht: Verdi-Chef Bsirske heizt den Konflikt an. Kita-Streik: Verdi-Chef Frank Bsirske (Quelle: dpa)

"Es muss noch mehr Stress geben" – Verdi-Chef Frank Bsirske droht mit weiteren Kita-Streiks. (Quelle: dpa)

Eltern mit Kleinkindern steht ein "heißer Herbst" bevor. Nach den Kita-Dauerstreiks vor den Sommerferien müssen sie im Oktober mit weiteren Zumutungen rechnen. Im Tarifstreit um die Gehälter der Erzieher droht Verdi-Chef Frank Bsirske "spürbar einschneidendere Streikformen" an.

Falls sich Gewerkschaften und Arbeitgeber nicht einigen, würden die Kita-Streiks voraussichtlich in der zweiten Oktoberhälfte fortgesetzt, sagte Bsirske. "Aber nicht einfach mit Dauerstreiks." Wenn die Arbeitgeber nicht einlenkten, müsse es "mehr Stress" geben. "Ich glaube, wir werden den Eltern Gelegenheit geben können, sich auf veränderte Öffnungszeiten einzustellen", verkündete Bsirske auf einer Pressekonferenz in Düsseldorf. "Die Varianz der Öffnungszeiten" könne sich aber ändern.

Am Dienstag will die Bundestarifkommission in Frankfurt über das weitere Vorgehen entscheiden. Am Donnerstag setzen Gewerkschaften und Arbeitgeber in Offenbach ihre Verhandlungen fort.

Für Teilzeitkräfte nur ein Taschengeld

Knapp 70 Prozent der betroffenen Verdi-Mitglieder hatten den Schlichterspruch von Ende Juni abgelehnt. Ziel der Gewerkschaften ist, dass die Arbeit der Erzieher und Sozialarbeiter an öffentlichen Kitas durch die Einstufung in höhere Entgeltgruppen aufgewertet wird. Das entspricht einer Gehaltserhöhung von etwa zehn Prozent. Beim Kompromiss der Schlichter springen lediglich zwei bis 4,5 Prozent heraus.

Ein Hindernis für eine Zustimmung sei die vorgesehene Laufzeit des Tarifvertrags bis 2020 gewesen, sagte Bsirske. Für die Mehrheit der teilzeitbeschäftigten Erzieher in den Kitas wäre laut Schlichterergebnis nur ein Plus von 30 Euro brutto im Monat herausgekommen, kritisierte er. "Viele Sozialarbeiter wären praktisch leer ausgegangen." Nicht akzeptabel sei zudem die Weigerung, Dienstjahre bei anderen Arbeitgebern, etwa beim Wechsel vom Wohlfahrtsverband in eine Erzieherstelle, bei der Eingruppierung zu berücksichtigen.

Bsirske räumt Fehleinschätzung ein

Mit der Ablehnung des Schlichterspruchs habe die Basis "ein beispiellos eindeutiges Signal" gegeben, sagte der Verdi-Chef. Er räumte aber auch eine Fehleinschätzung ein. "Wir haben das Ergebnis für abschlussfähiger gehalten, als es das dann tatsächlich war", sagte er. Für die nächsten Verhandlungen hatte Bsirske ein verbessertes Angebot der Arbeitgeber gefordert. Das lehnten die Vertreter der Städte jedoch ab.

Obwohl Verdi in diesem Jahr bei vier verschiedenen Tarifkämpfen insgesamt schon 1,5 Millionen Streiktage finanziert habe, sei die Kasse gut gefüllt und reiche "noch für ganz andere Auseinandersetzungen", drohte Bsirske. Spekulationen, dass er mit verschärften Streiks seine Wiederwahl sichern wolle, wies er als "völlig absurd" zurück

Städte wollen Kita-Gehälter nicht noch weiter erhöhen

Mehr als drei Prozent höheres Gehalt für die Erzieher könnten sich die Kommunen nicht leisten, sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebundes, Gerd Landsberg der "Rheinischen Post". Noch mehr Geld würde außerdem das Gehaltsgefüge im öffentlichen Dienst der Kommunen sprengen. Der Deutsche Städtetag appelliert an die Gewerkschaften, auf weitere Streiks in den Kitas zu verzichten. Eltern und Kinder seien die Leidtragenden.

Linken-Chef Bernd Riexinger forderte die Arbeitgeber zu einem "vernünftigen Angebot" auf. "Natürlich wissen wir auch, dass viele Kommunen überfordert sind." Deshalb müsse sich der Bund an der Finanzierung beteiligen, etwa mit Geld, das durch den Wegfall des Betreuungsgeldes frei werde.

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