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Puppe "Cayla" und Co.: Vorsicht bei Spielzeug mit Internetzugang

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Spione im Kinderzimmer  

Verbraucherschützer warnen vor Spielzeug mit Internetzugang

06.12.2016, 16:10 Uhr | dpa

Puppe "Cayla" und Co.: Vorsicht bei Spielzeug mit Internetzugang. High-Tech-Puppe "Cayla" – sieht so die Zukunft des Spielzeugs aus? (Quelle: Vivid)

High-Tech-Puppe "Cayla" – sieht so die Zukunft des Spielzeugs aus? (Quelle: Vivid)

Auch Puppen können Sicherheitslücken haben. Die Spielzeugindustrie bringt mehr Spielsachen mit Schnittestelle zum Internet auf den Markt. Aber viele Eltern ahnen nicht, welches Eigenleben darin steckt. Verbraucherschützer warnen, dass Fremde darüber Kontakt zu den Kindern aufnehmen könnten.

Zum Beispiel über die Puppe "My Friend Cayla" und den Roboter "i-Que" könnten sich Dritte ohne Schwierigkeiten mit Kindern unterhalten, erklärte der europäische Verbraucherverband Beuc. Die Kritiker stützen sich dabei auf eine Untersuchung des norwegischen Verbraucherverbands.

Wenn "Cayla" online ist, können Kinder der Puppe Fragen stellen. Eine App wandelt die Sprache in Text um, sucht eine Antwort im Internet und lässt die Puppe antworten. Als mögliche Fragen nennt die Firma "Vivid", die die Figur in Deutschland vertreibt, "Soll ich mir die Nägel lackieren?" oder "Wo ist der Eiffelturm?"

Fremde können über "Cayla" Kontakt zum Kind aufnehmen

Nach Darstellung der Verbraucherschützer kann sich jeder in der Nähe über eine Bluetooth-Funkverbindung mit den Puppen verbinden und sie als eine Art Headset für das Smartphone nutzen. So könnten auch Fremde mit den Kindern kommunizieren, argumentieren sie.

Zudem verstoßen die Nutzungsbedingungen aus ihrer Sicht gegen EU-Recht: Kunden müssen demnach vor dem Gebrauch erlauben, dass die Bedingungen später ohne ihr Wissen geändert werden, ihre Daten für persönliche Werbung genutzt, und dass Informationen weitergereicht werden.

"Cayla" bewahrt kein Geheimnis für sich

Alles, was Kinder den Puppen erzählen, werde an eine US-Firma weitergereicht, die auf Spracherkennung spezialisiert sei. Diese dürfe die Daten auch an Dritte weitergeben und umfassend nutzen. Außerdem seien die Produkte auf Schleichwerbung programmiert: "Cayla" etwa erzähle, wie sehr sie Disney-Filme liebe. Die Sprachaufnahmen seien allerdings verschlüsselt, auch der Großteil der Datenübermittlung sei mit Verschlüsselung geschützt.

Beschwerde bei Datenschutzbehörden geplant

Verbraucherverbände in Norwegen, Frankreich, Schweden, Griechenland, Belgien, Irland und den Niederlanden wollen laut Beuc Beschwerde bei nationalen Verbraucherschutz- oder Datenschutzbehörden einreichen. Beuc wendet sich an die EU-Kommission und das europäische Gremium nationaler Datenschützer.

"Vivid" äußerte sich auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur zunächst nicht zu den Vorwürfen.

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