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    Tipps zum Laufrad-Kauf: Besser auf die Bremse verzichten

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    Tipps zum Laufrad-Kauf  

    Bei einem Laufrad stören die Bremsen bloß

    21.04.2015, 17:14 Uhr | t-online.de, dpa-tmn

    Tipps zum Laufrad-Kauf: Besser auf die Bremse verzichten. Laufräder: Immer mehr Kinder lieben die Mischung aus Roller und Fahrrad. (Quelle: imago/Blickwinkel)

    Laufräder: Immer mehr Kinder lieben die Mischung aus Roller und Fahrrad. (Quelle: Blickwinkel/imago)

    Ein Laufrad ist die optimale Vorbereitung aufs Fahrradfahren. Kinder schulen damit nicht nur das Gleichgewicht, sondern auch ihre Wahrnehmung und das Gefühl für Geschwindigkeit. Wichtig ist, die Kleinen nicht zu früh aufs Laufrad zu setzen. Wir geben fünf Tipps rund ums Laufrad.

    Laufrad trainiert Gleichgewicht und Beweglichkeit

    Heute ist fast jeder Drei- oder Vierjährige auf dem Bürgersteig mit einem Laufrad unterwegs. Damit haben die Kleinen ordentlich Tempo drauf. Und das Radfahren ist später ein Klacks, weil sie das Gleichgewicht schon halten können. Wollen Eltern ein Laufrad kaufen, stehen sie zunächst vor der Frage: Holz oder Metall?

    Klassische Holzräder kommen meist im schlichteren Design daher. Sie bestehen aus Birke oder Buche, einige haben farbige Räder oder einen bunten Sitz. Bei Laufrädern aus Metall ist das Design vielseitiger - bis hin zum Motorrad-Design. Ein Laufrad aus Stahl oder Aluminium hat einen Vorteil gegenüber einem Laufrad aus Holz: Es kann im Regen stehen, ohne dass viel passiert. Die Modelle aus Holz sind außerdem in der Regel etwas teurer.

    Ab wann ein Laufrad für Kinder geeignet ist

    Viele Laufräder werden schon für ganz kleine Kinder angeboten. Aber erst zwischen zwei und drei Jahren sind die meisten so weit. "Sie müssen auf jeden Fall sicher laufen können und brauchen feinmotorische Kompetenz", sagt Martina Abel, Geschäftsführerin der Bundesarbeitsgemeinschaft "Mehr Sicherheit für Kinder". Viele Kinder lassen das Laufrad auch erstmal in der Ecke stehen. Das ist kein Problem, wenn Eltern ein Modell wählen, bei dem sich der Sattel um mehr als fünf Zentimeter verstellen lässt.

    Lieber auf Bremsen verzichten

    Manche Laufräder haben ein Trittbrett, andere Handbremse und Klingel. Ein Trittbrett kann praktisch sein, weil die Kinder es so auch als Roller nutzen können, so die Zeitschrift "Öko-Test" beim letzten Laufrad-Test vor drei Jahren. Eine Bremse und eine Klingel sind überflüssig. Eine Bremse suggeriert Eltern trügerische Sicherheit, denn die kleinen Fahranfänger sind mit der Bedienung der Bremse in der Regel überfordert. Eltern sollten am besten ein Modell ohne Bremse kaufen - oder sie vom Händler abmontieren lassen.

    Gebremst wird mit den Füßen. Deshalb darf der Laufrad-Sattel nur so hoch eingestellt werden, dass das Kind noch stehen kann. Wichtig ist außerdem, dass es beim Fahren Schuhe trägt.

    Wichtig sind auch die Reifen: Auf großen Luftreifen mit leichtem Profil fährt es sich am bequemsten. Scheibenräder haben den Vorteil, dass Kinder nicht mit Händen oder Füßen in das laufende Rad geraten können.

    Vor- und Nachteile der Einschlagbegrenzung

    Einige Laufräder verfügen über eine Einschlagbegrenzung für den Lenker. Sie soll verhindern, dass das Kind den Lenker aus Versehen zu stark herumreißt und stürzt. Der Nachteil: Damit lassen sich keine engen Kurven fahren. Fällt das Laufrad auf den Boden, etwa bei einem Sturz, steht der Lenker außerdem hoch, was zu Verletzungen führen kann.

    Für unverzichtbar hält Susanne Woelk von der Aktion "Das Sichere Haus" einen Lenker mit Aufprallschutz. Allerdings hält der nicht immer, was er verspricht: Bei einigen Modellen bemängelte "Öko-Test", dass der Aufprallschutz nach mehrmaligem Umkippen durchgestoßen ist oder sogar durchbricht.

    Beim Laufrad-Kauf auf Gütesiegel achten

    Da ein Laufrad als Spielzeug gilt, muss es bei der Gebrauchstauglichkeit nur Mindeststandards erfüllen. Eltern sollten auf das GS-Zeichen für Geprüfte Sicherheit achten, rät Abel. Ob sie ein neues oder gebrauchtes Laufrad anschaffen, müssen sie abwägen. In jedem Fall sollten sie sich gebrauchte Räder genau anschauen: Gibt es spitze Kanten, stehen Schrauben oder Muttern hervor?

    Egal, ob neu oder gebraucht: Das Kind sollte bei einer Probefahrt mit dem Laufrad dabei sein. "Achten Sie darauf, dass die Beine bei der Bewegung gestreckt sind", rät Woelk. Spätestens, wenn die Beine beim Fahren schleifen und sich der Sattel nicht mehr verstellen lässt, sind Kinder dem Laufrad entwachsen. "Ab fünf oder sechs Jahren ist dann der richtige Zeitpunkt für den Übergang aufs Fahrrad", erklärt Abel.

    Geeignete Stelle zum Üben finden

    Eine flache, gut einsehbare Strecke ist natürlich besser als der abschüssige Hügel. "Am Anfang kann man das Kind vielleicht auch an einer Wand entlang üben lassen, so dass es sich immer wieder abstützen kann", sagt Dieter Breithecker, Leiter der Bundesarbeitsgemeinschaft für Haltungs- und Bewegungsförderung. Ansonsten empfiehlt er Eltern aber: Hände in die Hosentaschen und zugucken. "Das Kind nicht manövrieren."

    Laufräder sind eine ideale Möglichkeit für Kinder, Bewegung und Gleichgewicht zu trainieren und ein Gefühl für Entfernungen zu bekommen. Auch die Wahrnehmung und die Reaktionsfähigkeit werden verbessert - nicht unwichtig, wenn Kinder später mit ihrem Fahrrad am Verkehr teilnehmen. Auch die Falltechnik wird verbessert: "Das hören Eltern nicht gerne, macht Kinder aber sicherer." All das klappt aber nur, wenn Mädchen und Jungen selbstständig auf dem Laufrad unterwegs sein dürfen.

    Nur kurze Strecken einplanen

    Für gemeinsame Ausflüge ist das Laufrad perfekt: Schließlich kommen Eltern mit dem Kind so schneller voran, als nur zu Fuß. Zu weite Strecken lassen aber Frust aufkommen, und das Kind verliert die Freude an der Bewegung. Am Anfang also kurze Strecken wählen, bei denen man schnell wieder zu Hause ist. Außerdem gilt: den Helm nicht vergessen.

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