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Mini-Rambos in Action: Wenn Kleinkinder alles kaputt machen

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Mini-Rambos in Action: Wenn Kleinkinder alles kaputt machen

05.09.2012, 11:58 Uhr | Nicola Wilbrand-Donzelli, t-online.de

Mini-Rambos in Action: Wenn Kleinkinder alles kaputt machen. Hinter kindlicher Zerstörungswut steckt normalerweise keine Absicht. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Hinter kindlicher Zerstörungswut steckt normalerweise keine Absicht. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Puppen mit amputierten Gliedmaßen, zerlegte Spielzeugautos oder zerrissene und bekritzelte Bilderbücher. Wenn Kinder intensiv spielen und sich austoben, kommt es nicht selten zu Havarien. Die größten Schäden sind dann meist an eigenen Spielsachen zu beklagen. Im schlimmsten Fall kann aber auch Papas Computer oder Mamas teure Lieblingsvase Blessuren davon tragen. Vor allem Kleinkinder bis zu drei Jahren gehören häufig zu den kleinen "Übeltätern", die ihre Zerstörungslust intensiv ausleben. Doch was treibt die kleinen Rambos an? Und was können Eltern dagegen tun? Ein Erziehungsberater gibt Antworten.

Neugierig die Welt erkunden

In den allermeisten Fällen steckt hinter der kindlichen Zerstörungswut keine böse Absicht. Die Kinder wollen eigentlich nichts kaputt machen. Sie versuchen eher ihre Neugier zu befriedigen und Antworten auf dringende Fragen zu finden - wie beispielsweise: Wachsen Haare bei Puppen auch nach? Passt die Reiswaffel auch in den Schlitz vom DVD-Player? Kann man eigentlich mit Zahnpasta auf dem Teppich malen?

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Destruktivität hilft Dinge zu begreifen

Obwohl die elterliche Toleranz in solchen Fällen erheblich auf die Probe gestellt wird und die kleinen "Zerstörer" sich meist keiner Schuld bewusst sind, sollten Väter und Mütter dennoch versuchen ihren Ärger hinunter zu schlucken. Denn diese Verhaltensweisen seien nicht nur typisch für Kleinkinder, sondern auch wichtig für ihre Entwicklung, erklärt Diplompsychologe und Erziehungsberater Andreas Engel gegenüber der Elternredaktion von t-online.de.

"Destruktivität sorgt ja eigentlich dafür, dass Kinder im wahrsten Sinne des Wortes die Welt begreifen. Sie müssen aktiv sein, etwas verändern, manipulieren oder auseinandernehmen, um zu sehen, wie die Dinge, die sie umgeben, zusammengesetzt sind. Es ist ganz natürlich, dass die Kinder so auf sehr kreative Art grundlegende Erfahrungen sammeln und die Welt erkunden." Das konstruktive Spielen, wie etwa das Bauen mit Lego-Steinen, so der Experte, käme in der kindlichen Entwicklung erst später.

Kleinkinder können den Wert von Gegenständen nicht einschätzen

Um Schadensbegrenzung zu betreiben, haben Eltern jedoch die Möglichkeit, den naturgegebenen Entdeckergeist ihrer Sprösslinge so weit wie möglich in "vernünftige" Bahnen zu lenken: Das Problem dabei sei, kommentiert Erziehungsberater Engel, dass Kleinkinder einfach noch nicht den Wert von Gegenständen, wie zum Beispiel kostbaren Büchern einschätzen könnten. Deshalb sei es Aufgabe der Eltern, teure Gegenstände zumindest im eigenen Wohnbereich am besten wegzuräumen und natürlich auch all das, was gefährlich für die Kinder werden könnte.

Kommunikation beim Spiel ist wichtig

Aber wie steht es mit dem Kinderzimmer? Hier ist es schwieriger, "gefährdete" Objekte konsequent aus dem Aktionsradius der kleinen Rambos zu verbannen. Zumal die Spielzeugmengen, die heute die Zimmer füllen, oftmals unüberschaubare Ausmaße angenommen haben: "Wenn man viel hat, ist natürlich viel da, dem man mit kreativen Erkundungsgeist zu Leibe rücken kann", erklärt Engel. Meist passiere das aber, wenn die Kleinen allein im Zimmer sind." Dann zerlegen sie eben viel eher die Dinge und nehmen sie genau unter die Lupe - da darf man sich nicht wundern. Denn kleinere Kinder fühlen sich eigentlich viel wohler, wenn sie mit jemandem spielen können. Sie sind sehr auf ein menschliches Gegenüber fixiert, brauchen die Kommunikation beim Spiel."

Nichts anderes wollen auch Kleinkinder, die beispielsweise dauernd ihr Spielzeug aus ihrem Laufstall katapultieren. Hier ginge es ebenfalls nicht darum, etwas kaputt zu machen, so Diplompsychologe Engel. Das Kind wolle auf diese Weise auf sich aufmerksam machen und erreichen, dass jemand die Spielsachen wieder aufhebt und sich dann mit ihm beschäftigt.

Destruktive Energie als Trotzreaktion

Nicht alle destruktiven Aktionen bei Kindern haben allerdings einen spielerischen Hintergrund. So wie bei Leni. Die Dreijährige probt seit kurzem vor allem bei den gemeinsamen Mahlzeiten mit ihren Eltern gerne den "Zwergenaufstand". Passt ihr etwas nicht, so landet ihr Teller schon mal begleitet von lautem Gebrüll auf dem Fußboden. Auch wenn beim Spielen mal etwas gegen ihre Vorstellungen läuft oder misslingt, endet das nicht selten damit, dass sie zornig Spielsachen quer durchs Zimmer schleudert.

"Wenn Kinder absichtlich etwas zerstören, ist das eigentlich der Ruf nach Aufmerksamkeit. Es ist eine kommunikative Botschaft", so Engel. Trotz, Frust und Wut spielten in solchen Momenten eine zentrale Rolle. "Bei uns Erwachsenen ist das ja auch nicht viel anders. Wir haben aber als Ventil, um Dampf abzulassen, noch die Möglichkeit zu fluchen. Bei kleinen Kindern geht das mehr über die Motorik. Sie können allerdings ihre Handlungen in diesem Alter noch nicht reflektieren. Seelenleben und Reaktionen sind eins. Klar, fliegt dann schon mal ein Spielzeug oder ein Teller durch die Gegend."

Der Erziehungsexperte rät Eltern in solchen Situationen immer gelassen zu reagieren und sich Langmut zu üben. "Trotz ist nämlich eigentlich etwas Positives", weiß Engel. Er sei wichtig für die Entwicklung des Ichs in diesem Alter. Durch solche kleinen Aufstände lernten Kinder sich mit anderen zu messen und ihre Position zu festigen.

Empathie gegenüber Tieren fördern

Aufmerksam sollten Väter und Mütter allerdings sein, wenn Tiere im Visier der kleinen "Zerstörer" stehen. Hier wollen die Kinder zwar meist nicht bewusst etwas "kaputt" machen, aber sie sind neugierig und experimentieren. Zum Beispiel testen sie, wie lange es ein Käfer in der geschlossenen Faust aushält oder ob Weinbergschnecken auch noch aus ihren Häuschen kriechen, wenn man den Ausgang mit Klebstreifen versiegelt.

"Getrieben sind die Kleinkinder in solchen Momenten nicht nur von ihrer Neugier", ergänzt Erziehungsexperte Engel. "Es sind auch kindliche Allmacht-Phantasien, die sie so ausleben. Dabei überlegen sie in der Regel nicht, ob sie einem Tier Schmerzen zufügen. Kleine Kinder können sich nämlich noch nicht so einfühlsam verhalten." Deshalb sei es an den Eltern, ihren Kindern Empathie zu vermitteln, rät der Diplompsychologe: "Man muss immer wieder transportieren, dass Tiere ebenfalls Empfindungen haben und nicht wie Spielzeug behandelt werden dürfen. Diese Botschaft sickert aber nur nachhaltig in das kindliche Bewusstsein ein, wenn man sie oft wiederholt und natürlich auch vorlebt!"

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