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Menstruation: Mädchen auf die erste Blutung vorbereiten

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Ohne Angst und Scham  

Wie Mütter ihre Töchter auf die erste Menstruation vorbereiten können

20.10.2014, 16:57 Uhr | Simone Blaß

Wie Mütter ihre Töchter auf die erste Menstruation vorbereiten können. Menstruation: Mütter können ihren Töchtern die Angst vor der ersten Regelblutung nehmen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Menstruation ist nicht peinlich - Mütter können ihren Töchtern die Angst vor der ersten Regelblutung nehmen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Auch wenn viele Mädchen heutzutage bereits sehr früh aufgeklärt sind und ihre Mütter kein Geheimnis um die eigene Menstruation machen: Viele Mädchen erwarten die erste Regelblutung mit Angst, Scham und Ekel. Wann wird es passieren und habe ich noch genug Zeit, einen Blutfleck auf der Hose zu verhindern? Wie geht man mit einem Tampon um? Bei solchen Fragen brauchen Heranwachsende ein wenig weibliche Unterstützung.

Bei fast allen Mädchen setzt die erste Blutung zwischen dem neunten und 15. Lebensjahr ein. "Eltern sollten deshalb rechtzeitig mit der Aufklärung beginnen und behutsam mit ihren Töchtern über die erste Menstruation sprechen", empfiehlt Andrea Mais, Beirätin der Ärztlichen Gesellschaft zur Gesundheitsförderung.

Der Durchschnitt der weiblichen Teenager bekommt seine erste Menstruation mit zwölf bis dreizehn Jahren. Allerdings hat sich im Allgemeinen der Zeitpunkt der ersten Periode in den letzten Jahrzehnten etwas nach vorne verlagert. Mütter sollten also nicht von der eigenen Entwicklung ausgehen. Die Tochter kann deutlich früher dran sein.

Erste Anzeichen der Menstruation

Bereits bis zu zwei Jahre vor Einsetzen der Menstruation kann es zu einem milchig-weißen Ausfluss kommen, der - solange er nicht riecht, brennt oder juckt - nichts mit einer Krankheit oder Entzündung zu tun hat. Dieses erste Anzeichen, das oft auch mit vermehrtem Schwitzen einhergeht, zeigt, dass der Körper verstärkt Geschlechtshormone produziert. Vielen Mädchen ist das sehr unangenehm und es ist wichtig, bereits dann mit ihnen über die Vorgänge im Körper zu sprechen und sie auch auf die entsprechende Hygiene einzustimmen.

Einige körperliche Anzeichen deuten darauf hin, dass die erste Regel nicht mehr lange auf sich warten lassen wird: Zunächst sind das die erste Schambehaarung und die beginnende Entwicklung des Busens. Kurz vor Beginn der Blutung kommt es oft zu einem Ziehen in Brust und Unterleib, Kopfschmerzen und hormonbedingter Pickelbildung.

"Sobald Mädchen diese körperlichen Veränderungen an sich bemerken, sollten sie Slipeinlagen tragen oder eine Binde dabei haben", rät Mais. So sind sie für den Ernstfall vorbereitet und umgehen peinliche Situationen. Viele Mädchen fürchten sich davor, dass die erste Menstruation schlagartig einsetzt. Doch sie können sicher sein, dass es nicht mit einem Schwall Blut losgeht. Der ersten Menstruation geht normalerweise eine Schmierblutung voraus, die Mädchen genügend Zeit lässt, sich um die notwendigen Hygienemaßnahmen zu kümmern.

Tampons oder Binden?

Ein Tampon ist für das erste Mal weniger hilfreich, da sein Gebrauch ein wenig geübt werden muss und zwar in entspannter Atmosphäre. Grundsätzlich spricht nichts dagegen, dass auch sehr junge Mädchen bereits einen kleinen Tampon verwenden. Das Jungfernhäutchen wird dadurch nicht verletzt.

Mütter sollten ihren Töchtern alle Möglichkeiten des Schutzes zeigen und sie selbst entscheiden lassen. Hilfreich ist eine positive Einstellung zu den Vorgängen im weiblichen Körper und ein entspannter Umgang damit, den man als Mutter gut vorleben kann. "Junge Frauen sollten den Hygieneartikel nutzen, mit dem sie sich am sichersten fühlen", sagt die Mais. Von Slipeinlagen bis zu extragroßen Binden für die Nacht gibt es eine reichliche Auswahl für jede Frau.

In der Regel sind Binden für Anfängerinnen besonders gut geeignet. Sie sind leicht einzulegen und zu wechseln. Sie können jedoch unangenehme Gerüche bilden und verrutschen leicht. Dadurch sind sie im Sportunterricht vielen Mädchen unangenehm. Tampons lassen mehr Bewegungsfreiheit. Viele junge Frauen haben aber Schwierigkeiten mit dem Einführen und es bedarf ein wenig Übung, bis er richtig sitzt. Um das Gefühl für den richtigen Sitz zu unterstützen, werden Tampons mit Einführhilfen angeboten. Manche mögen auch das Gefühl eines "Fremdkörpers" in sich nicht und verwenden lieber Binden.

Wichtig ist, auf die entsprechende Hygiene zu achten und Tampons und Binden regelmäßig zu wechseln, damit sich keine Bakterien bilden. Hygieneartikel gehören übrigens nicht in die Toilette, da sie diese verstopfen, sondern - am besten in ein wenig Klopapier eingewickelt - in einen Abfalleimer.

Keine Regel für die Regel

Dauer und Stärke der Menstruation sind von Frau zu Frau und oft auch von Zyklus zu Zyklus verschieden. Noch extremer ist das bei jungen Mädchen, bei denen es mehrere Jahre dauern kann, bis sich ein berechenbarer Zyklus einstellt. Das gilt nicht nur für den Zeitraum zwischen den Tagen, sondern auch für deren Länge. Beides kann übrigens durch Reisen, Aufregung, Stress, extremen Sport oder auch durch Untergewicht beeinflusst werden. Gerade für junge Mädchen kann es sinnvoll sein, einen Zykluskalender zu führen, der ihnen und dem Frauenarzt die Entwicklung aufzeigt.

Was bei der Menstruation passiert

Das Wort Menstruation stammt vom lateinischen Mensis ab, was Monat bedeutet. Wobei der weibliche Zyklus normalerweise in etwa dem Mondmonat von 28 Tagen entspricht. 22 und 34 Tage sind aber auch keine Ausnahme. Die Gebärmutter bereitet sich regelmäßig auf das Einnisten einer befruchteten Eizelle vor. Wird keine befruchtet, dann ist das gebaute "Nest" überflüssig und die verdickten Schichten der Gebärmutterschleimhaut lösen sich wieder ab und treten als Blutung aus dem Körper aus. Die erste Regel bedeutet also, dass der Körper des Mädchens soweit ausgereift ist, dass es schwanger werden kann. Das Blut, das bei der Menstruation austritt, entspringt also keiner Verletzung, sondern ist Teil der körperlichen Reinigung. Es mischt sich mit Schleim und kleinen Gewebeteilchen und wechselt sowohl die Farbe als auch die Beschaffenheit.

Mit zunehmendem Alter, und oft auch mit der Anzahl ihrer Kinder, entwickelt jede Frau ein immer deutlicheres Gespür für ihren Körper. So können viele Frauen die Phase des Eisprungs fühlen. Bis zu 500 Regelblutungen bekommt eine Frau im Laufe ihres Lebens. Mit den Wechseljahren zwischen 45 und 55 ist Schluss. Die Zeit der Fruchtbarkeit ist beendet.

Wenn die Menstruation schmerzhaft wird

Viele Mädchen und Frauen werden durch ihre Tage überhaupt nicht beeinträchtigt, andere empfinden ein gewisses Unwohlsein, das oft mit der Einstellung zum eigenen Körper zusammenhängt. Auch Übelkeit, Kopfschmerzen und Müdigkeit sind typische Anzeichen. Für manche ist die Menstruation mit sehr schmerzhaften Verspannungen verbunden, die mitunter in den Rücken und die Oberschenkel ausstrahlen. Dann kann ein warmes Bad oder sanfter Sport helfen. Einige Mädchen und Frauen bekommen jedoch starke Krämpfe, die nur mithilfe von Medikamenten gelindert werden können. Bei anhaltenden starken Beschwerden sollte man das Gespräch mit dem Frauenarzt suchen, um ernsthafte gesundheitliche Probleme abzuklären.

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