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Fremdsprache  

Zwei Fremdsprachen überfordern Kinder nicht

23.04.2009, 11:50 Uhr | mmh; sca, t-online.de, AFP, dpa

Zwei Fremdsprachen überfordern Kinder nicht.

Zwei Fremdsprachen überfordern Kinder nicht, für viele ist es sogar Normalität. (Bild: Imago)

Sprachforscher betonen schon länger, dass es zu spät sei, im Alter von zehn Jahren mit dem Erlernen einer Fremdsprache zu beginnen. In Deutschland wird zwar mittlerweile auch in den Grundschulen schon ein wenig Englisch unterrichtet, doch es gibt keine einheitlichen Standards. Mit der zweiten Fremdsprache wird manchmal schon in der 5. Klasse, häufiger in der 6. Klasse begonnen. Manche Eltern finden, dass Kinder gar nicht früh genug mit einer Fremdsprache beginnen können. Andere fragen sich: Schaffen unsere Kinder das? Oder ist das nicht zuviel?

Beste Lernphase mit drei bis fünf Jahren

Die beste Phase, eine Sprache aufzunehmen und zu erlernen liegt vermutlich - so Sprachforscher - zwischen dem dritten und dem fünften Lebensjahr, mit zehn Jahren ist es aber schon zu spät. Doch es fruchtet nur, wenn es kein flüchtiger Kontakt bleibt. „Je früher, desto besser, unter natürlichen Bedingungen,“ so das Credo von Professor Heiner Böttger. Er bildet an der KU Eichstätt Englisch-Lehrer aus. Früher Fremdsprachenunterricht ist sein Spezialgebiet, er ist ein Verfechter von Englisch an Grundschulen und - noch mehr - in Kindergärten. Denn die Kleinen lernen noch intuitiv, sie schnappen die Sprache einfach auf, erst später kommt das kognitive Element, mit Hinterfragen, Regelwerk, Grammatik und Syntax dazu und dann wird es schwierig. „Die Kleinen könnten chinesisch akzentfrei imitieren, ohne zu wissen, was sie sagen“, so ein Beispiel.

Grundschulen: Kein einheitlicher Standard

Das Problem liegt zwischen Kindergarten und Sekundarstufe: In der Grundschule singen die Kinder heute meist nette englische Lieder von Gänseblümchen, gelben Enten, braunen Bären, Körperteilen oder einem Postboten. Die selben Kinder hören in ihrer Freizeit auf dem MP3-Player aber coole Songs, Rap und alles was die Charts so hergeben – auch auf englisch. Sie wollen diese Texte verstehen, keine Kinderlieder. Die Ansätze sind gut, passen aber nicht zur Entwicklung der Kinder.

Problem Übertritt: Zu unterschiedliche Niveaus und Fehlerzählen

Das nächste Problem: Es gibt keine einheitlichen Standards für den Englisch-Unterricht an Grundschulen. Kommen die Kinder nach der vierten Klasse an weiterführende Schulen treffen sehr unterschiedliche Englisch-Niveaus aufeinander. Die Konsequenz: Die Lehrer fangen mit allen Schülern von vorne an.  Und dann „geht das Fehlerzählen los und der Spaß bleibt auf der Strecke“, kritisiert Böttger.

Früher Fremdsprachen-Unterricht ist kein Modethema

Früher Fremdsprachen-Unterricht ist ein lebendiges Thema, kein Modethema. Es tut sich viel auf Wissenschaftlicher Ebene, es gibt EU-Tagungen und Best-Practice-Berichte. Fortschritte in der Gehirnforschung  haben wichtige Impulse gegeben. Theoretischer Konsens ist: So früh wie möglich und so lange Kontakt-Zeiten wie möglich. Praxis ist: Der Philologenverband verdammt diese Haltung, da zu wenig gut ausgebildete Lehrer vorhanden seien, der Effekt sei sowieso gleich null.

Studie: Kinder nicht überfordert

Eine Studie des Schweizer Nationalfonds kommt jetzt zu dem Ergebnis, dass zwei Fremdsprachen zu lernen, Kinder nicht überfordert. Die Kenntnisse der ersten Fremdsprache machten außerdem das Erlernen der zweiten einfacher. Forscher der Pädagogischen Hochschule Zentralschweiz in Luzern hatten 30 Schulklassen untersucht, die in der dritten Klasse mit Englischunterricht und in der fünften Klasse mit Französisch begannen. Die Vergleichsgruppe bildeten 20 Klassen, die nur Französisch lernten.

Positive Effekte auf zweite Fremdsprache

Es zeigte sich, dass die Schüler mit frühem Englischunterricht danach besser Französisch lernten. Untersucht wurden Hör- und Leseverständnis und mündliche Interaktion in der Fremdsprache sowie das Leseverständnis in Deutsch. Allerdings sei das kein Plädoyer für frühen Englischunterricht. Denkbar sei, dass frühe Französischstunden einen ähnlich positiven Effekt auf die nachfolgende Fremdsprache hätten, so die Forscher.

Ein gutes Leseverständnis ist wichtig

Auch ein gutes Leseverständnis in Deutsch erleichtere das Englisch- und Französischlernen. Und Kinder, die zu Hause mehr als eine Sprache sprechen, profitierten beim weiteren Sprachenlernen ebenfalls von ihren Vorkenntnissen. Die große Mehrheit der Schüler habe Spaß am Fremdsprachenunterricht gehabt. Allerdings fühlte sich auch rund jedes vierte Kind oft gestresst oder hatte Angst vor Fehlern. Das Gefühl, im Französischunterricht überfordert zu sein, hänge aber nicht davon ab, ob das Kind schon Englisch lernt.

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