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Fremdsprache  

Frühes Fremdsprachenlernen: Pro und Contra

24.04.2009, 15:09 Uhr | mmh, dpa

Die Geister scheiden sich, was der beste Weg und der beste Zeitpunkt ist, eine Fremdsprache zu lernen. Moderne Didaktiker contra Praktiker. Die neuen Konzepte sind flott, ihre Umsetzung behäbig.

Pro: Fremdsprachen so früh wie möglich


Für Heiner Böttger, Uni-Professor für Didaktik der englischen Sprache und Literatur, ist klar: „Je länger die Kontaktzeiten mit der Sprache sind, desto besser ist der Effekt, das Fach ist eigentlich egal.“ Seine Forderungen an den modernen Fremdsprachenunterricht lauten: so früh wie möglich beginnen, so hohe Kontaktzeiten wie möglich halten, mit wertigen Inhalten. Ist der Unterricht zu spielerisch, wirkt er nicht nachhaltig, Kommunikation in Rollenspielen oder E-Mails an Muttersprachler vertiefen das Gelernte. Nach dem Imitieren kommt das aktive Einsetzen der Sprache. Und: Man darf dafür trotzdem nicht an der eigenen Muttersprache kürzen. Beispiel Finnland: Kaum jemand außerhalb Finnlands spricht finnisch, die Finnen sind gezwungen, früh englisch zu lernen.

Wichtig in globaler Zeit

Es muss dabei nicht immer Englisch sein. Wichtig ist in der globalen Zeit: Eine international weit verbreitete Verkehrssprache, also eine sogenannte „Lingua Franca“, wie beispielsweise auch Spanisch. Der Kontakt mit Muttersprachlern ist für Böttger ebenfalls ein unbedingtes Muss. Das kann auch der nicht-synchronisierte Film aus Hollywood sein, so lerne man in anderen Ländern Englisch, denn Schweden oder Polen beispielsweise synchronisieren nicht so fleißig wie Deutschland. Den Film gibt es in Originalsprache, den Englisch-Kurs obendrein.

Contra: Effekt gleich null! Erst Lehrer ausbilden

 Solche Thesen hört der Deutsche Philologenverband, die offizielle Interessensvertretung der Sprachen-Lehrer, gar nicht gern. Er spricht sich ganz klar gegen das frühe Englisch aus: Fremdsprachenlernen an der Grundschule sei ein Fehlschlag. „Entweder machen wir es zukünftig richtig oder wir lassen es lieber ganz bleiben“, so kritisierte der Bundesvorsitzende des Deutschen Philologenverbandes, Heinz-Peter Meidinger die Ergebnissen des Englisch- und Französischunterrichts an deutschen Grundschulen.

Verfehlter Reform-Schnellschuss?

Eine Befragung von Englischlehrkräften an Gymnasien habe ergeben, dass in der Regel bereits nach acht Wochen die Vorkenntnisse aus zwei bis vier Jahren Englischunterricht an Grundschulen durch den systematischen Fremdsprachenunterricht an der weiterführenden Schule eingeholt würden. Am Ende des ersten Gymnasialjahres sei der Leistungsstand von Schülern mit oder ohne Frühenglisch an der Grundschule nicht mehr unterscheidbar. "Wir kritisieren dabei nicht die verdienstvolle Arbeit der Grundschullehrkräfte, wir kritisieren aber das verfehlte Grundkonzept, das in keinem Bundesland funktioniert." Laut Meidinger gibt es drei Gründe für das Scheitern: Es gebe zu wenige gut ausgebildete Grundschullehrkräfte, es gibt keine einheitlich verpflichtenden Bildungsstandards , ein „intensives tägliches Sprachbad“ könne nicht garantiert werden. "Die unvorbereitete überstürzte Einführung des Englisch- und Französischunterrichts an den Grundschulen ohne Rücksicht auf die erforderlichen Voraussetzungen gehört nach unserer Überzeugung in eine Reihe mit vielen anderen verfehlten Reformschnellschüssen im Bildungsbereich wie etwa auch der Einführung des achtjährigen Gymnasiums", so Meidinger.

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