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Schulangst  

Wenn die Angst zum Frühstück kommt

24.04.2009, 16:41 Uhr | das geflügelte wort, dpa

. Ängstlich schauender Junge.

Leistung als oberstes Prinzip kann Ängste auslösen. (Bild: Imago)

Oft waren aber auch bereits Mutter oder Vater in Prüfungssituationen sehr ängstlich und haben diese Erfahrungen - ebenfalls unbewusst - weitergegeben. „Bei Prüfungs- und Leistungsängsten sollte man zunächst mal eine Überforderung ausschließen“, so die stellvertretende Leiterin des Schulpsychologischen Dienstes in Nürnberg Agnes Böhme-Höring. Diese kann entstehen, wenn zum Beispiel der falsche Schultyp gewählt wurde oder das Kind längere Zeit krank war und den Anschluss verloren hat. Sinnvolles Lernen muss gelernt werden, gezielte Prüfungsvorbereitung ebenso.

Schule ist nicht das Wichtigste im Leben

Genau wie entsprechende Entspannungsübungen, die dem Kind oder Jugendlichen helfen können, wieder zur Ruhe zu kommen. Selbst kurz vor der Prüfung. Hier eignet sich besonders die progressive Muskelentspannung nach Jacobson, die so unauffällig durchgeführt werden kann, dass nicht einmal der Banknachbar etwas davon mitbekommt. „Eltern sollten aber auch eigene Ängste erkennen und überhöhte Leistungsanforderungen überdenken. Sie sollten dem Kind signalisieren, dass Schulleistung nur ein Teil des Lebens ist und dass jedes Kind, unabhängig vom Schulerfolg, ein wertvoller und liebenswerter Mensch ist“, so die Diplompsychologin und Gymnasiallehrerin.

Soziale Ängste verstärken die negative Situation

Wichtig ist es auch, die Ängste des eigenen Kindes ernst zu nehmen. Denn zu Leistungsangst können schnell soziale Ängste hinzukommen. Wenn der Lehrer demütigende oder kränkende Rückmeldungen gibt, eventuell sogar vor der ganzen Klasse, wenn Mitschüler sich über die schlechten Noten lustig machen, dann verschlimmert sich die Situation zusehends.

Leistung als oberstes Prinzip

Es gibt unterschiedlichste Gründe für Schul- und Prüfungsängste. Zunächst einmal lernt ein Kind meist früh, dass es Teil einer Leistungsgesellschaft ist und dass das Umfeld etwas von ihm erwartet. Oft wird in den Familien Zuneigung von der Leistung eines Kindes abhängig gemacht, was schnell zu einer negativen Entwicklung des Selbstwertgefühls führen kann. Dabei spielt die Persönlichkeit des Kindes eine große Rolle. Aber auch das Umfeld Schule an sich kann angstauslösend sein. Mobbing ist nicht selten bereits an Grundschulen zu finden und manchem Lehrer ist sein angstauslösendes Verhalten gar nicht bewusst. Hier gilt es, das Gespräch zu suchen und Lösungsmöglichkeiten zu finden.

Hilfe von außen

Wenn das eigene Kind nicht mehr in die Schule gehen möchte, wenn es nicht mehr essen mag oder über Bauchschmerzen und Kopfweh klagt, die, kaum, dass es zuhause bleiben darf, wie vom Erdboden verschluckt sind, dann sollten Eltern das Gespräch mit dem Kind suchen. Wenn ein Besuch beim Arzt keine medizinischen Gründe für das Verhalten des Kindes zeigt, dann kann ein Gespräch mit einem (Schul-)Psychologen ratsam sein. Denn es gibt durchaus Möglichkeiten, die Situation wieder in den Griff zu bekommen. „Wenn das Kind Angst hat vor bestimmten Personen, also Lehrern oder Mitschülern, dann sollte man Kontakt zu diesen Personen aufnehmen, um die Beziehung angstfreier zu gestalten“, rät die Schulpsychologin „Gut ist es auch, die Selbstsicherheit und soziale Kompetenz des Kindes zu stärken.“ Hier eignen sich Gruppensportarten, spezielle Trainingskurse und der durch die Eltern unterstützte Kontakt zu Gleichaltrigen.

Der richtige Umgang mit der Angst

Angst ist grundsätzlich eine Schutzfunktion des Körpers, die ein Fluchtverhalten auslöst. Davonlaufen allerdings kann ein Kind, das unter Schul- oder Prüfungsangst leidet, nicht. Und wenn es das macht, in Form von Schuleschwänzen, dann verschlimmert sich nur noch die Situation. Wenn Eltern mit ihren Kindern Mitleid haben und das Fernbleiben von der Schule mithilfe von Entschuldigungszetteln leichter machen, dann helfen sie dem Nachwuchs nicht, sondern verstärken den Teufelskreis, indem sie das Vermeidungsverhalten des Kindes unterstützen. Kinder müssen lernen, angstauslösenden Situationen zu begegnen. Auch die Gabe von Beruhigungsmitteln, selbst in Form von Baldrian oder Globuli ist nicht ratsam. Was hilft, ist die Stärkung und Unterstützung durch die Eltern, Lob und viel Geduld, kombiniert mit positiven sozialen Erfahrungen. In manchen Fällen kann auch eine therapeutische Begleitung sinnvoll sein.

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