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Schüler: "Aufschieberitis" ist weit verbreitet

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Lernen  

Weit verbreitet: die "Aufschieberitis"

05.05.2009, 14:23 Uhr | rev, t-online.de

Schüler: "Aufschieberitis" ist weit verbreitet . Jugendlicher sitzt nachdenklich vor einem Stapel von Büchern.

Lernen kostet Überwindung - viele schieben es lieber auf. (Bild: Archiv)

Nur noch eine Woche bis zum Referatstermin. Danach steht auch noch eine wichtige Englisch-Klausur an. Und die Hausaufgaben gibt es ja auch noch. Es besteht also aller Grund, sich an die Arbeit zu machen. Jeden Tag, jede Stunde nimmt man sich fest vor endlich anzufangen. Und was passiert letztendlich? Nicht viel. Statt sich den Vokabeln zu widmen, will man doch lieber erst seinen spannenden Thriller fertig lesen oder die Lieblingsserie im Fernsehen schauen oder es überfällt einen plötzlich großer Hunger und man muss sich erst einmal etwas zu essen machen. Auf jeden Fall wird die Arbeit erst einmal auf den nächsten Tag verschoben. Viele Schüler leiden an der weit verbreiteten "Krankheit" Prokrastination, oft als Aufschieberitis bezeichnet. Wie können Eltern ihren Kindern helfen, wenn diese dazu tendieren, unangenehme Dinge immer wieder zu verschieben?

Angst vor dem Versagen

In den Verzögerungstaktiken äußert sich nicht nur die dem Menschen angeborene Faulheit, der Drang das Leben so angenehm wie möglich zu gestalten. Oft stecken hinter der sogenannten "Aufschieberitis" auch Ängste, die dem Schüler meist nicht bewusst sind. Zum Beispiel die Furcht vor dem Versagen: Hat ein Schüler Angst in einem Fach oder in einem Test schlecht abzuschneiden, reagiert er womöglich, indem er das Lernen aufschiebt. Und zwar bis zu dem Zeitpunkt, an dem es dann für ihn nicht mehr möglich ist, sein Bestes zu geben. So wird die ungenügende Vorbereitung zur Entschuldigung für sich selbst. Die schwache Note drückt dann nicht mehr das wahre Können des Schülers aus, sondern deutet nur auf eine unvollständige und begrenzte Vorbereitung hin.

Kleine Schritte würdigen

Neigt das eigene Kind zum ständigen Aufschieben, sollten Eltern versuchen dessen Verantwortungsbewusstsein sich selbst gegenüber zu wecken und zu stärken. Es muss eine freiwillige Selbstverpflichtung zur Arbeit beim Schüler entstehen. Deshalb dürfen Eltern ihr Kind nicht zum Lernen und Arbeiten zwingen. Statt es mit "Müssen" und "Sollen" zu probieren, sollten Eltern auch schon kleine Schritte und Anstrengungen des Kindes würdigen, um zu zeigen, dass dies der richtige Weg ist. Über kleine Erfolgserlebnisse gelangt das Kind zu mehr Mut und dadurch letztendlich auch zu mehr Eigeninitiative. Der richtige Weg führt also zunächst über einfach zu bewältigende Etappen. Es hilft wenig, gleich besonders große und ferne Ziele wie zum Beispiel das Abitur oder spätere Studium in den Vordergrund zu rücken und somit das Kind zusätzlich unter Druck zu setzen.

Anerkennung ist ein tiefes Bedürfnis

Kritik, die auf das Selbstwertgefühl des Kindes abzielt, ist zu vermeiden. Die Bewertung der schulischen Leistung darf auf keinen Fall mit der Bewertung der Person verwechselt werden. Vielmehr sollte dem Kind Hilfe angeboten werden. Geschieht das zusammen mit Lob und Anerkennung für diese Bemühungen, verliert das Kind oder der Jugendliche schnell die Angst vor dem Versagen. Anerkennung ist für jeden Menschen ein tiefes Bedürfnis. Durch Anerkennung von anderen - und natürlich vor allem von Bezugspersonen wie den Eltern - entsteht jenes Selbstvertrauen, das notwendig ist, um sich den jeweils anstehenden Aufgaben zu stellen und weiterzukommen.

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