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Kinderbetreuung: Job aufgeben wegen fehlender Hortplätze?

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Kinderbetreuung  

Job aufgeben wegen fehlender Hortplätze?

17.06.2009, 11:24 Uhr | mmh, t-online.de

Erzieherin hilft Mädchen bei den Hausaufgaben.Hortplätze sind Mangelware. (Bild: Imago) Schulpanik! Nicht bei den Kindern sondern bei den berufstätigen Eltern von Schulanfängern. Denn in vielen Städten fehlen massenhaft Betreuungsplätze im Hort für Grundschüler. Wer keinen Hortplatz für sein Kind hat, hat ein Problem. Es gibt keinen rechtlichen Anspruch auf einen Hortplatz. Was können die Betroffenen tun? Job aufgeben für die Kinderbetreuung? Hört nach Kindergeld und Krippenplatz die Kinderfreundlichkeit auf? Viele Eltern werden aktiv und organisieren privat Alternativen.

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Keine Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Noch genau ein Monat bis zu den Ferien. Jonas freut sich riesig, seine Eltern auch. Das heißt bis gestern freuten sie sich, denn da erhielten sie die Absage für einen Hortplatz. Eine organisatorische Katastrophe, da beide Eltern berufstätig sind. Unterstützung kommt weder von der Schule noch von der Stadtverwaltung, noch aus dem Hort.

Kein Rechtsanspruch auf Hortplatz

Es gibt in Deutschland zwar einen Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz, aber keinen auf einen Hortplatz, also die Betreuung nach Schulschluss, mit Essen, Hausaufgabenzeit und Spielen. „Ein Hortplatz ist wie ein Sechser im Lotto“, so beschreiben viele berufstätige Eltern die Situation. Oft gilt: Wer einen Arbeitsvertrag vorweisen kann, erhält auch einen Hortplatz. Doch wo ein Mangel ist, können auch die Berufstätigen nicht bedient werden. Härtefälle, beispielsweise Kinder Alleinerziehender oder Kinder mit speziellem Förderbedarf haben Vorrang. Arbeitssuchende gelten aber nur dann als vermittelbar, wenn sie Kinderbetreuung nachweisen können. Die Alternativen heißen: Arbeitsplatz aufgeben, Sozialhilfe beantragen, teure private Betreuung beauftragen oder die Kinder zu Schlüsselkinder machen und sie alleine zu Hause sich selbst zu überlassen. Für die betroffenen Eltern ist dies nicht akzeptabel und nicht übereinstimmend mit großen Versprechen wie Vereinbarkeit von Familie und Beruf, kinderfreundliches Deutschland oder einem Bildungsideal das schon für die Kleinsten gelten soll.

Problem vieler Städte

Jonas Mutter will etwas dagegen tun, nicht jammern, sondern aktiv werden, aber sie kann in ihrer Stadt Darmstadt keinen Verantwortlichen erreichen: „Die zuständige Frau in der Stadt lässt sich verleugnen, die Schule hält sich bedeckt, der Hort teilt mir nicht mit, wie viele andere Eltern betroffen sind. Alle blocken ab, anstatt an einer Lösung mitzuarbeiten.“ Im Nachbarstadtteil, so hat sie erfahren, sind 30 Eltern betroffen, die sich jetzt in einer Initiative selbst um die Betreuung kümmern, in Räumen der Schule. Es ist ein bundesweites Problem: 2008 fehlten in Karlsruhe 260 Plätze, in Hannover über 1000, in Berlin sind es sogar mehrere tausend Plätze. Viele Städte rücken allerdings die Zahlen nicht raus. Seit über Ganztagsschulen diskutiert wird, haben viele Städte den Ausbau von Hortplätzen gestoppt. Denn in dieser Schulform wäre ein Hort überflüssig. Doch bis dahin ist noch ein langer Weg und die Kinder müssen jetzt betreut werden.

Eltern werden aktiv

„Ich will nicht rumjammern, ich will etwas tun“, schimpft Jonas Mutter, „und die Zeit drängt, das muss vor den Ferien stehen.“ Sie sucht schon eifrig nach Alternativen. Es bilden sich in vielen Städten Initiativen, die sich engagieren, um an der angespannten Situation auf politischer Ebene etwas zu ändern. Viele Eltern wollen die Sache selbst in die Hand nehmen, damit es nicht nur zu einer „Aufbewahrung“ der Kinder kommt, sondern zu einer pädagogischen Betreuung und Förderung mit Qualität. Verschiedene Modelle sind denkbar, von der Selbstverwaltung bis hin zur Schaffung neuer Einrichtungen mit neuen Arbeitsplätzen.

Modell: Betreuung durch Eltern

Denkbar wäre in einer Übergangsphase, dass sich jeden Tag in der Woche ein Elternteil einer anderen Familien um die Kindergruppe kümmert. Räume müssten angemietet werden oder nachmittags leerstehende Räume, beispielsweise Klassenzimmer, Jugendzentren, Gemeinderäume, genutzt werden. Spielplätze und Fußballwiesen der Nachbarschaft werden besucht. Versicherungsfragen für Personal, Aufsichtspflicht, Haftpflicht müssen geklärt werden, eventuell eine Rechtsform wie beispielsweise Verein gefunden werden. Das Essen kann von einem Catering geliefert werden. Allerdings zehrt dieses Modell Urlaubstage der Eltern auf. Ideal für Teilzeit-Arbeiter.

Modell: Initiative sucht Betreuer

Eltern könnten sich zu einer Initiative zusammenschließen und als ein Arbeitgeber eine Erzieherin suchen, die die Kinder in dafür angemieteten Räumen betreut.

Modell: Erweiterung des Horts

Der Hort, der die Kinder ablehnen musste, könnte eine Außenstelle mit weiteren Erziehern in angemieteten Räumen gründen. Denkbar sind auch Container-Lösungen als Übergangslösung. Container werden heute auch bei Schulumbauten als Provisorien genutzt. Diese Lösung würde die vorhandene Infrastruktur und das Know-How nutzen, könnte zügig eingeführt und wenn der Bedarf abklingt, wieder problemlos aufgegeben werden. Auch rechtliche Fragen wären leicht zu lösen.

Kontakt mit den Verantwortlichen

Wichtig ist, alle Aktionen im Kontakt mit den Verantwortlichen zu starten. Manchmal kann die Stadt oder Gemeinde auch eine unkonventionelle Lösung schnell anbieten. Städte und Gemeinden können auch bei den anstehenden juristischen Fragen und möglichen finanziellen Unterstützungen beraten.

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