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Schulreform: G8-Reform gescheitert?

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Schulreform  

G8-Reform gescheitert?

01.07.2009, 11:20 Uhr | mmh

Hochbegabte haben es nicht immer leicht. (Bild: Imago)Hochbegabte haben es nicht immer leicht. (Bild: Imago)In acht Jahren statt in neun zum Abitur: Jünger und gut ausgebildet in einem gestrafften Schulkonzept an die Unis, fit für den internationalen Wettbewerb - das waren die Hoffnungen, die sich an die Schulreform, die Gymnasialzeit von acht auf neun Jahre zu verkürzen, knüpften. Die Reform scheint gescheitert, denn viele Schulen - zumindest in Hessen - kehren zur alten Form zurück. Kritik am G8 und dem "Turbo-Abi" gibt es bundesweit. #

Gesamtschulen stürzen Reform

Jede sechste Kooperative Gesamtschule (KGS) in Hessen kehrt im kommenden Schuljahr kurzfristig zum G9 zurück, das sind 21 von 123 Schulen, das berichtet die Frankfurter Neue Presse und beruft sich auf das hessische Kultusministerium. Schon im letzten Jahr hatten sich 21 KGS dagegen entschieden und sind zum alten System zurückgekehrt, das bedeutet ein Drittel aller Kooperativen Gesamtschulen bietet den längeren Weg zum Abitur an. Es gibt eine neue Verordnung, die es den kooperativen Gesamtschulen ermöglicht, die Schuldauer bis zum Abitur wieder um ein Jahr auf neun Jahre auszudehnen, die rund 80 Integrierten Gesamtschulen hielten sowieso an der neunjährigen Laufbahn bis zum Abi fest, die Gymnasien dagegen sind verpflichtet, die achtjährige Schulzeit beizubehalten. Kooperative Gesamtschulen vereinen unter einem Dach getrennte Schulzweige, integrierte Gesamtschulen bieten eine schulformübergreifende Ausbildung. Damit ist die von Anfang an heftig umstrittene Reform an einem Tiefpunkt, dabei galt sie als die wichtigste Reform der gymnasialen Ausbildung, die zum Schuljahr 2005 / 2006 überstürzt und unausgereift, wie Kritiker sagen, auf den Weg gebracht wurde. Selbst Nachbesserungen hätten nichts gebracht. "Man hat einen ersten Schritt bei der Überarbeitung der Lehrpläne gemacht, aber dabei blieb es bislang", zitiert die Frankfurter Neue Presse die Elternbeiratsvorsitzende Kerstin Geis.

Politisch umstritten

Diese Schulreform sorgte auch unter den Parteien für Dauerstreit. In Hessen wurde das G8 von der CDU eingeführt, die SPD plädiert für eine andere Form der Schulzeitverkürzung, am Anfang und Ende der Schulzeit, in der Grundschule und in der gymnasialen Oberstufe. Die Grünen wollten eine Entscheidungsfreiheit für Eltern und Schüler erreichen, eine Wahlmöglichkeit zwischen pädagogischen Konzepten und begrüßen die Entscheidungen der 21 KGS. Die Grünen und die FDP hatten vor einem Jahr angeregt, dass Kooperative Gesamtschulen zwischen G8 und G9 wählen dürfen. Der Landtag beschloss dies mit großer Mehrheit. Im ersten Jahr nutzten 22 Schulen diese Wahlmöglichkeit. Außer Hessen bietet außerdem nur noch Rheinland-Pfalz den Schulen eine solche Wahlmöglichkeit.

Kritikpunkte am G8

Vor allem der Stoffdruck, die fehlende Zeit für eine dritte Fremdsprache, die verkürzte Freizeit für Kinder, die Überfrachtung der Lehrpläne mit sinnlosen Inhalten wird kritisiert. Die Stofffülle sei nicht gestrafft und neu strukturiert worden, sondern in weniger Schulstunden gepresst worden. Wichtig sei vor allem, dass für Eltern, Lehrer und Schüler Sicherheit einkehre. Es dürfe kein Systembruch innerhalb eines Jahrgangs entstehen. Die Schulen stimmten "mit den Füßen" gegen das Turbo-Abi, so nannte die SPD-Bildungspolitikerin Heike Habermann diese Entwicklung, dass viele weiterführende Schulen zum G8 zurückkehren. Viele Eltern in Hessen wollten noch zum kommenden Schuljahr ihre Kinder von Kooperativen Gesamtschulen mit G8, also solche mit getrennten Schulzweigen auf integrierte, schulformübergreifende Gesamtschulen mit G9 ummelden.

Abi-Noten gleich

Im Saarland gab es dieses Jahr den ersten Abitur-Doppeljahrgang mit G8 und G9 parallel. Deren Ergebnisse könnten Kritikern den Wind aus den Segeln nehmen. Denn die Notendurchschnitte waren fast identisch, nämlich der des G8 Jahrgangs 2,48 und der des G9 stand bei 2,47. Insgesamt hatten 5943 saarländische Schüler in diesem Doppeljahrgang mit G8 und G9 ihr Abitur abgelegt. Wer im "Auslauf-Modell" G9 sein Abitur nicht bestand, kann in diesem Jahrgang ausnahmsweise eine Nachprüfung ablegen.


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