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Schüler: Wenn der Schulanfang Bauchschmerzen bereitet

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Schulstart  

Wenn der Schulanfang Bauchschmerzen bereitet

09.05.2011, 17:46 Uhr | Simone Blaß

Schüler: Wenn der Schulanfang Bauchschmerzen bereitet. Junge mit Schultüte im Arm.

Mit dem Schulbeginn startet ein neuer Lebensabschnitt. (Bild: Imago)

In der ersten Klasse finden sich heute Kinder, die sind fünf Jahre alt und können schon schreiben und rechnen und andere, die sind sieben und können nicht einmal stillsitzen. Viele Eltern machen sich Sorgen: Wird mein Kind den Anforderungen gerecht werden? Wird es Schritt halten können mit den anderen und sollte man vielleicht bereits im Vorfeld mit ihm trainieren?

Lernen soll Freude bereiten

Ein Kind sollte nur dann bereits im Kindergartenalter schreiben und rechnen lernen, wenn es das auch von sich aus einfordert. Gezieltes Training ist weder notwendig noch sinnvoll und kann durchaus auch negative Folgen haben: In der ersten Klasse wird mit dem Schreiben und dem Rechnen nämlich ganz von vorne angefangen. Ist ein Kind bereits zu weit voraus, dann kann es passieren, dass es sich langweilt und dann dadurch den Anschluss an das Neue verpasst. Vergleiche mit anderen Kindern sind daher überflüssig und setzen den eigenen Sprössling höchstens unnötig unter Druck. Besser ist es, spielerisch damit umzugehen.

Kleinigkeiten erleichtern den Schulalltag

Ein Kind, das eingeschult wird, kann bereits im Vorfeld durchaus auch im Haushalt vermehrt kleine Aufgaben übernehmen und so seine Selbstständigkeit stärken. Dabei kann man darauf achten, dass das Kind eine bestimmte vorgegebene Reihenfolge einhält. Das macht es ihm im Schulalltag leichter, die Aufgaben der Lehrkraft zu befolgen. Auch das Binden von Schnürsenkeln und das Handhaben von Reißverschlüssen und Knöpfen sollte ein Schulanfänger sicher beherrschen, damit er im Schulalltag damit  zurechtkommt und nicht um Hilfe bitten muss. Wenn es damit noch Schwierigkeiten gibt, dann kann man zum Beispiel darauf achten, dass das Kind zunächst zumindest an Sporttagen Kleidung trägt, die es einfach und schnell an- und wieder ausziehen kann.

Ein neuer Lebensabschnitt

Wenn ein Kind in die Schule kommt, so betrifft die neue Situation die ganze Familie. Das Kind wird selbstständiger, die Eltern müssen ein Stück weit loslassen und der Alltag muss völlig neu strukturiert werden. Gerade Eltern, deren Kinder noch sehr verträumt oder auch noch sehr anhänglich oder schüchtern sind, befürchten, dass die Kleinen in der Schule nicht zurechtkommen. Doch viele Eltern unterschätzen ihre Kinder in diesem Punkt. Haben die Erstklässler erst einmal Vertrauen zu ihrer Lehrkraft gefasst und ihren Platz in der Gemeinschaft gefunden, so kommt das Selbstbewusstsein automatisch. Spätestens am Ende der ersten Klasse erkennt man sein Kind in dieser Hinsicht oft kaum wieder.

Konzentration und Bewegung hängen eng zusammen

Grundsätzlich ist die Vorstellung schwierig, dass ein Kind, das es gewohnt ist, sich immer bewegen zu dürfen, plötzlich mehrere Stunden stillsitzen soll. Doch den Grundschullehrern ist das durchaus bewusst und vor allem in der ersten Klasse sorgen Bewegungsspiele und kleine Aufgaben wie gemeinsames Tafelwischen zwischen den Unterrichtseinheiten für Abwechslung. Ein zusätzliches Austoben am Nachmittag hilft, sich zu den Schul- und Hausaufgabenzeiten besser zu konzentrieren.

Gelassen bleiben

Kinder haben in den Monaten vor Schulbeginn viele Fragen, die man ihnen auch ehrlich beantworten sollte. Das verhilft dem Kind zu mehr innerer Sicherheit. Es ist wichtig, ihm die Angst zu nehmen und es stattdessen positiv auf die neue Situation einzustimmen. Natürlich kann es sein, dass man zum Beispiel mit der Zuteilung der entsprechenden Lehrkraft nicht zufrieden ist. Doch das sollte das Kind nicht merken, da es sonst bereits von vornherein negativ beeinflusst wird. Am besten versucht man, gelassen zu bleiben. Es kommt gar nicht so selten vor, dass eine Lehrkraft, von der man dachte, sie eigne sich nicht für das eigene Kind, genau diejenige ist, die den richtigen Zugang findet. Kinder sind neuen Situationen und Menschen gegenüber offen und manchmal finden sie auch jemanden ganz toll, von dem man das selbst nie gedacht hätte. Dasselbe gilt für die eigene Einstellung zur Schule. Hat man selbst negative Erfahrungen gemacht, so sollte man diese für sich behalten und sich gemeinsam mit dem Kind auf seinen spannenden Neuanfang freuen.

Freundschaften sind in diesem Alter oft nicht von Dauer

Wenn man erfährt, dass das eigene Kind das einzige ist, das nicht mit all den anderen aus der Kindergartengruppe in eine Klasse kommt, so kann das ziemlich erschreckend sein. Man macht sich Sorgen, dass der kleine Abc-Schütze sich als Außenseiter fühlen könnte und vielleicht in der eingeschworenen Gemeinschaft keine neuen Freunde findet. Im Nachhinein stellt sich aber oft heraus, dass das, was man zunächst als Problem gesehen hat, eine Chance für das Kind war. Kindergartenfreundschaften dauern selten ein Leben lang. Es ist zweifelsohne hart zu sehen, dass das eigene Kind neben einem fremden an seinem Pult sitzt und etwas verloren wirkt. In der Regel formieren sich aber innerhalb der ersten Klasse die Freundschaften neu und die meisten Kinder finden schnell ihren neuen Platz innerhalb der Klassengemeinschaft.

Den Kontakt zu den Lehrern pflegen

Grundsätzlich ist es wichtig, Elternsprechtage zu nutzen und so regelmäßig mit den Lehrern in Kontakt zu bleiben. Man erfährt hier nicht nur etwas über die Leistungen des eigenen Kindes, sondern auch über die Atmosphäre in der Klasse sowie vor allem über das Verhalten des Kindes - das im Schulumfeld meist ein ganz anderes ist als zuhause. Sollte es später zu Konflikten oder Problemen kommen, so ist eine gute Gesprächsbasis bereits geschaffen. Und auch die Lehrer sind froh, wenn sie die Möglichkeit bekommen, Eltern kennenzulernen. Die Zusammenarbeit läuft in der Regel dann viel besser.

Zeit ist das beste Geschenk

Bei allem rund um  die Schule sollte Hektik möglichst vermieden werden. Das gilt nicht nur für das Aufstehen, bei dem man das Kind lieber ein bisschen früher wecken sollte als notwendig, damit es genug Zeit hat, sich in den Tag hineinzufinden. Das gilt auch für die abendliche Bettruhe. Ruhig sollte es ebenfalls zugehen, wenn das Kind nach Hause kommt. Auch, wenn man auf die Frage "Na, wie war es in der Schule?" normalerweise keine befriedigende Antwort bekommt, irgendwann sind Schulkinder bereit zu erzählen. Und dann sollte man sich die Zeit zum Zuhören nehmen.

Selbstbewusstsein stärken

Manche Kinder reagieren mit ziemlichem Bauchgrimmen auf die neue Situation, suchen verstärkt wieder die Nähe der Eltern und wollen sich an der Klassenzimmertür nicht von diesen trennen. Andere wiederum, die im Kindergarten sehr schüchtern und anhänglich waren, erkennt man kaum wieder. Ganz gleich, wie es reagiert, man sollte dem Kind Zeit lassen, sich an die neue Situation zu gewöhnen.

Ein wenig Unterstützung ist noch notwendig

Viele Lehrer haben ein Postheft eingerichtet, in dem, neben den Hausaufgaben, wichtige Dinge wie geänderte Schulzeiten oder Ausflüge eingetragen werden und über das man mit dem Lehrer auf schnelle und einfache Weise kommunizieren kann. Am besten wirft man täglich einen Blick in dieses Heft. Auch bei den Hausaufgaben und dem Packen des Ranzens für den nächsten Tag brauchen die Erstklässler noch ein wenig Unterstützung. Sie müssen sich erst einfinden in die neue Situation. Sollte es Kummer oder Probleme geben, dann ist es gut, wenn man gemeinsam versucht, eine Lösung zu finden. Das zeigt den Kindern, dass sie mit ihren Schwierigkeiten nicht alleine gelassen werden. Doch nicht vergessen: Viele Konflikte und Streitereien geben sich gerade in diesem Alter ganz schnell von alleine wieder. Helfen Sie Ihrem Kind, sich selbst zu helfen, suchen Sie aber bei schwerwiegenderen Problemen auch die Unterstützung der Lehrkraft.


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