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ZDF-Doku über Schüler: "Mein Traum von mir"

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Schule  

ZDF-Doku: "Mein Traum von mir"

14.10.2009, 14:44 Uhr | rev, t-online.de, dpa

Die 16-jährige Hanna aus Berlin möchte am liebsten Fotografin werden. (Bild: ZDF)Die 16-jährige Hanna aus Berlin möchte am liebsten Fotografin werden. (Bild: ZDF)Jeden Herbst beginnt für hunderttausende Schüler in Deutschland das letzte Schuljahr. Für die 15- bis 19-Jährigen eine Zeit wichtiger Entscheidungen. Was will ich werden? Welchen Abschluss will ich machen? Wie schaffe ich es, mich zum Lernen zu motivieren? Für die Langzeitdokumentation "Mein Traum von mir - das Ende der Schulzeit" hat das ZDF fünf Schülerinnen und Schüler in ihrem Abschlussjahr porträtiert. Dabei geht es den Filmemachern vor allem um die Sorgen und Gedanken der Teenager. Die Kamera begleitet sie zur Berufsberatung und zum Gespräch mit dem Vertrauenslehrer, aber auch auf Partys und beim Abendbrotessen mit den Eltern.

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Wie es sich wirklich anfühlt

Deutschland 2009: Schüler und Studenten treten in den Bildungsstreik, Eltern gehen auf die Straße, protestieren für bessere und faire Bildungschancen. Unser Bildungssystem ist Gegenstand zahlreicher Debatten zwischen Politikern, Eltern und Experten. Im Umfeld dieser Diskussionen über die verkürzte Gymnasialzeit, die Abschaffung von Hauptschulen und Studiengebühren zeigte das ZDF mit "Mein Traum von mir" eine Dokumentation, die miterleben lässt, wie sich das Leben mit der Schule wirklich anfühlt. Für die Langzeitdoku hat das ZDF fünf Schüler zwischen 15 und 19 Jahren durch ihr letztes Schuljahr begleitet. ZDF-Redakteurin Susanne Becker über das Projekt: "Jeden Tag kann man Schlagzeilen über Bildung und Bildungspolitik lesen. Wir erzählen die Geschichte mal anders - aus der Perspektive der jungen Leute, die täglich damit leben und ihre Zukunft gestalten müssen."

"Was will ich mit meinem Leben anfangen?"

Gerade im letzten Jahr vor dem Abschluss fühlten viele Schüler eine Zerrissenheit und befänden sich in einer Art "Doppelstress": "Sie wollen gute Noten machen und auf der anderen Seite müssen sie sich für einen Beruf entscheiden, womöglich Bewerbungen schreiben". Die Dokumentation zeige nicht nur den Kampf um gute Noten, sondern auch Träume und Ziele einer Generation, sagt Becker. Die Schüler sind an einem Punkt angekommen, an dem sie die Weichen für ihr Leben stellen müssen. Dabei geht es nicht allein um Erfolg in der Schule und einen guten Abschluss, sondern auch und vor allem um Fragen wie "Wer bin ich?", "Was will ich mit meinem Leben anfangen?" und "Lässt sich das auch tatsächlich umsetzen?"

Realschulabschluss oder Abitur?

"Ich will Karriere machen. Ich will einen Job machen, bei dem ich mich weiterentwickeln kann", sagt die 16-jährige Hanna aus Berlin. Am liebsten würde sie später Fotografin werden, aber auch die Berufe Regisseurin oder Drehbuchautorin kämen für sie in Frage. Wirklich sicher ist sie sich noch lange nicht. Doch bis es soweit sein, steht bei ihr auch erst einmal die Entscheidung an, ob sie mit einem Realschulabschluss abgeht oder weitermacht bis zum Abitur. Nachdem die Bedenkzeit abgelaufen ist, die ihr ihre Eltern dafür gewährt haben, entscheidet sie sich für das Abitur. Sie kann sich nicht vorstellen, jetzt schon mit dem Arbeiten anzufangen und glaubt außerdem, so die Zeit zu gewinnen, in der sie sich über ihre Ziele klar werden kann. Fortan geht es für Hanna darum, ihre Noten so zu verbessern, dass es für die gymnasiale Oberstufe reicht. Gleichzeitig hat sie die alltäglichen Probleme eines 15-jährigen Mädchens zu meistern: Beziehungsprobleme, zu wenig Taschengeld, Streit mit den getrennt lebenden Eltern. Doch am Ende schafft sie es: Ihre Noten reichen aus für den Sprung in die Oberstufe. Drei Jahre bis zum Abitur hat sie nun noch vor sich.

Von der Schulbank auf den Laufsteg

Für Hannas 16-jährigen Freund Karl, der in die gleiche Klasse geht, ist hingegen klar: Er möchte nach dem Realschulabschluss die Schule verlassen, um möglichst schnell selbstständig sein zu können. Ein festes Ziel kann er jedoch zu Beginn seines letzten Schuljahrs noch nicht vorweisen - stattdessen jedoch einige schlechte Noten. Kann er sich nicht steigern, wird er womöglich sitzenbleiben. Karl hat große Probleme, seine Beziehung zu Hanna, seine Hobbys und die Schule unter einen Hut zu bekommen. Zudem wurde bei ihm schon früh die Diagnose Legasthenie und Aufmerksamkeitsschwäche gestellt. Während des größten Lern- und Prüfungsstress am Ende des Schuljahrs zeichnet sich für Karl sein beruflicher Weg ab: Er wird von einer Model-Agentur entdeckt und startet eine Karriere auf dem Laufsteg. Obwohl der anstrengende Job das Lernen für die Schule zusätzlich erschwert, packt schließlich auch Karl seinen Abschluss. Fortan kann er sich auf seine Laufbahn in der Modebranche konzentrieren und hat nach zwischenzeitiger Trennung auch wieder mehr Zeit für seine Beziehung mit Hanna.

Alena will ihr Leben leben, wie sie will

Hauptschülerin Alena aus dem hessischen Rheingau wechselt - auf Druck der Mutter, aber auch aufgrund eigener Einsicht - sogar die Schule, um einen besseren Abschluss zu bekommen. Auf der neuen Schule besteht für sie die Chance, recht schnell auch noch den Realschulabschluss zu schaffen. Der rasche Schulwechsel ist eine Katastrophe für das Mädchen, das in ihrer alten Schule gerade zur Klassensprecherin gewählt wurde, dort Vertrauensschülerin für kleinere Kinder war und jede Menge Freunde hatte. Unter Tränen verabschiedet sie sich von ihren Lehrern und Schulkameraden, bevor sie sich an der neuen Schule zurechtfinden muss. Lange Zeit sieht es dort so aus, als ob ihr der Schulwechsel nichts gebracht habe und sie ihr Ziel verpassen sollte - doch ihr gelingt ebenfalls der Realschulabschluss. Und was jetzt? Alena würde gerne Schauspielerin werden. Am wichtigsten ist ihr jedoch, dass sie ihr Leben so leben kann, wie sie es selbst will. Der Abschluss erhöht zumindest die Zahl ihrer Optionen.

Wenn Träume platzen

Der 16-jährige Can besucht eine Realschule auf der Insel Usedom, sein Vater betreibt eine Döner-Bude vor dem Schulgelände, die Can später übernehmen könnte. Der Jugendliche mit deutscher Mutter und türkischem Vater bewirbt sich um eine Ausbildung in einem Hotel. Sein Vater möchte eigentlich, dass der Sohn Abitur macht und studiert. Aber Can hat keine Lust mehr auf Schule, seine Noten sind schlecht. Trotz einer verpatzten mündlichen Prüfung schafft Can letztendlich den Realschulabschluss - seine Lehrstelle als Hotelfachmann hat er zu diesem Zeitpunkt schon sicher. Doch ist es das, was er wirklich will? Hatte Can nicht immer davon geträumt, als Pyrotechniker mit Rockbands auf Tour zu gehen? Diese Träume scheinen nun geplatzt zu sein. Stattdessen ist es nun sein Ziel, in der Zukunft einmal ein Hotel zu leiten und Chef zu sein.

Abitur und dann?

Auch Gymnasiast Martin aus Bayern hadert mit der Schule, kann sich nur schwer aufs Lernen konzentrieren. Dabei stehen die Abi-Prüfungen kurz bevor. Der 19-Jährige geht jedoch lieber feiern oder arbeitet auf dem Bauernhof seiner Eltern mit. Sein Berufswunsch: Erfinder. Er will etwas Neues schaffen, das den Menschen weiterhilft und ihm Geld einbringt. Was das sein soll, erfährt der Zuschauer in der Dokumentation nicht. Martin wird das auch noch nicht wissen. Schließlich kämpft sich Martin durch schriftliche und mündliche Prüfungen. Acht aus der Klasse haben es am Ende nicht geschafft. Dass Martin nicht zu diesen Acht gehört, erfährt er erst im letzten Moment. Nun stellen sich für Martin erneut die Fragen: Soll er den Hof der Eltern übernehmen? Wie kann er seinen Traum, Erfinder zu werden, verwirklichen? Die Antworten kennt er noch nicht. Für ihn steht nun zunächst der Zivildienst an. Dann möchte er studieren oder ein Jahr ins Ausland gehen. In welche Richtung es genau gehen soll, weiß er auch nach dem Abitur noch nicht.

Der schwierige Weg aller Schüler

Die fünf Jugendlichen wurden alle drei bis vier Wochen in ihrer Schule oder zu Hause von dem Drehteam besucht. Insgesamt 150 Stunden Material haben die Autoren und ihre Filmteams im vergangenen Jahr gedreht. In Schulhöfen, Unterrichtsstunden, Wohnküchen und Rockkonzerten - auch bei Prüfungen und Vorstellungsgesprächen waren sie hautnah dabei. Am Ende des letzten Schuljahres haben Alena, Can, Martin, Hanna und Karl viel durchgemacht. Sie waren oft niedergeschlagen, mussten sich zusammenreißen, sich auf den Hosenboden setzen und pauken. Und sie mussten auch so manchen Traum aufgeben - zu Gunsten eines konkreten und realistischen Plans für die Zukunft. Die Doku zeigte, wie es ist, einerseits sich selbst und andererseits gleichzeitig den Weg aus der Schule heraus finden zu müssen. Ein schwieriger Prozess, den Haupt- oder Realschüler genauso durchlaufen wie Gymnasiasten. Und zwar auch solche, die scheinbar problemlos ihren Weg durch die Schulzeit gehen, bei denen der Schulabschluss nie auf der Kippe steht, die jedoch leider in der Dokumentation nicht berücksichtigt wurden.

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