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Vorpubertät: Wenn Kinder in die Pubertät kommen

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Vorpubertät  

Der Schrecken beginnt schon vor der Pubertät

19.08.2011, 15:16 Uhr | Simone Blaß, t-online.de

Vorpubertät: Wenn Kinder in die Pubertät kommen. Die Pubertät beginnt nach und nach und nicht von einen Tag auf den anderen. (Bild: imago)

Die Pubertät beginnt nach und nach und nicht von einen Tag auf den anderen. (Bild: imago)

Die von vielen Eltern oft ganz zu Unrecht mit Schrecken erwartete Pubertät beginnt nicht mit einem Paukenschlag, sondern schleichend. Eines Tages fällt einem auf, dass das Kind launischer geworden ist, dass es gelegentlich an sich selbst zweifelt, auf Familienausflüge keine Lust mehr hat und trotz regelmäßigem Duschen ab und zu ziemlich verschwitzt riecht. Im Alter von etwa neun Jahren, bei Mädchen ein wenig früher, bei Jungs später, befindet sich das Kind in einer vor allem durch psychosoziale Veränderungen geprägten Phase, die man Vorpubertät nennt und die Eltern oft vor ganz neue Herausforderungen stellt.

Von der Raupe zum Schmetterling

Die Vorpubertät ist eine Zeit der beginnenden Veränderungen, die sich zunächst eher seelisch abspielen und bei der sich die körperlichen Umstellungen noch in Maßen halten. Julia Rahe von pro familia beschreibt es so: „Es ist eine Zeit der Selbstzuwendung und Selbstreflexion, der eigenen Moral- und Wertebildung, der Rollenunsicherheit und eine Zeit der Gefühlsschwankungen.“ Während es in der Pubertät eher darum geht, wie die anderen auf einen reagieren, ist in der Vorpubertät der Bezug mehr auf sich selbst gerichtet. Fragen wie „Wie sehe ich aus?“ oder „Bin ich okay so, wie ich bin?“ werden wichtiger. Die zentrale Frage, die im Mittelpunkt steht, lautet aber: „Wer bin ich?“. „Auch das Thema Sexualität gewinnt in der Vorpubertät zunehmend an Bedeutung. Doch was für viele Zehnjährige noch eine ‚eklige‘ Vorstellung ist, wie der Zungenkuss zum Beispiel, ist für viele 14-Jährige dann schon spannend.“

Sich einfühlen kann entscheidend für den Familienfrieden sein

In der Vorpubertät bekommen soziale Beziehungen immer mehr Gewicht. Mädchen finden Jungs doof und umgekehrt. „Der Freundeskreis fängt an, wichtiger zu werden“, so die Nürnberger Sozialpädagogin. „Das Kind strebt nach Autonomie. Streitereien können sich dadurch besonders in der Familie häufen. Wenn man das weiß, sind einige Reaktionen zumindest verständlicher und Eltern können gelassener damit umgehen.“ Der Vorsitzende der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung (bke), Ulrich Gerth, bestätigt das: „Man kann das Hintergrundwissen über die Vorpubertät durchaus für die eigene Elternsteuerung nutzen, um sich nicht in die Eskalationsfalle ziehen zu lassen. Allerdings sollte man nicht vergessen: In diesem Alter haben die Kinder sehr viele Entwicklungsschritte zu bewältigen und müssen mit Anforderungen und Druck umgehen lernen. Dass Kinder da manchmal ein bisschen merkwürdig reagieren, muss gar nicht unbedingt mit den Hormonen zu tun haben. Sicher ist die Reaktion des Kindes oft aufgrund der Hormone stärker als man es vielleicht erwarten würde, aber letztendlich reagiert es nur auf eine Situation. Das muss man sich bewusst machen!“

Eltern 
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Mädchen kommen heute mit elfeinhalb, Jungen mit zwölfeinhalb in die Pubertät. zum Video

Sport hilft in der Übergangsphase zu sich selbst zu finden

 „Wichtig ist, zu verstehen, dass die Vorpubertät bereits ein Wandel vom Kind zum Jugendlichen ist“, so Julia Rahe. Das Kind spürt, dass es eigentlich kein Kind mehr ist, andererseits wird es aber in der Erwachsenenwelt noch nicht geduldet und liegt irgendwie dazwischen. „Die Suche nach dem ‚Ich-Ideal‘ und damit auch nach einem Ideal für Männlich- beziehungsweise Weiblichkeit ist anstrengend und die Gefühlsschwankungen machen den Kindern zu schaffen.“ Gerade zu Beginn der Vorpubertät ist bei den meisten ein starker Bewegungsdrang festzustellen, den man gut für sportliche Aktivitäten nutzen kann. Die Bewegung hilft dabei, die innere Unruhe zu bewältigen und sich mit dem eigenen Körper und dessen Grenzen vertraut zu machen. Auch was das soziale Umfeld angeht, bieten Sportvereine eine sichere Basis für später. Sollte das Kind noch nicht aufgeklärt sein, so wird es jetzt höchste Zeit, die Mädchen auf ihre erste Menstruation und die Jungs auf den ersten Samenerguss vorzubereiten.

Was Hänschen nicht lernt…

Gerade dann, wenn das Kind provoziert und sich zumindest scheinbar von den Eltern abwendet, ist es wichtig, den nötigen Halt zu geben. Dazu gehört auch, das Kind nicht zu ignorieren, wenn es seine Grenzen austestet, denn das würde ihm ein Gefühl von Desinteresse geben. Stattdessen sollte man gemeinsam mit ihm Abmachungen treffen und auch die eventuell notwendigen Konsequenzen bei Nichtbeachten im Vorfeld besprechen. Doch noch viel wichtiger ist es, dem Kind zu zeigen, wie sehr es geliebt wird und dass es genau so, wie es ist, richtig ist. Gerade Rituale wie das Kuscheln vor dem Schlafengehen oder ein gemeinsamer Spaziergang am Sonntagmorgen, bei dem man in Ruhe über die letzte und die kommende Woche sprechen kann, gewinnen für das seelische Gleichgewicht an Bedeutung. Lob und Unterstützung braucht das Kind jetzt genauso dringend wie Ermutigungen bei Rückschlägen und Verständnis für Heimlichkeiten. Wenn man sich als Eltern nicht sicher ist, ob und wie man sich in dieser Phase des Übergangs richtig verhält, dann kann man unter anderem bei der Eltern-Beratung der bke auch online Unterstützung bekommen. Bundesweit einmalig beraten hier ausgebildete und erfahrene Fachkräfte kostenlos bei allen Fragen rund um die Erziehung.

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