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Erziehung: Kinder zu Selbstständigkeit bei Hausaufgaben erziehen

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Schule  

Hausaufgaben: Kinder zu Selbstständigkeit erziehen

12.11.2009, 10:15 Uhr | ddp

Erziehung: Kinder zu Selbstständigkeit bei Hausaufgaben erziehen. Junge macht seine Hausaufgaben.

Hausaufgaben: Schüler sollten sie selbständig machen. (Bild: imago)

Eltern sollten sich nicht zu sehr in die Hausaufgaben ihrer Kinder einmischen. "Mütter und Väter sind keine Nachhilfelehrer", betont Diplom-Psychologe Frank Hofmann von der Erziehungsberatungsstelle am Domplatz in Braunschweig. Er fügt hinzu: "Wenn Eltern immer daneben sitzen, lernen die Kinder nicht, selbstständig zu arbeiten." Gleichwohl sollten Mütter und Väter ihrem Nachwuchs deutlich signalisieren, dass sie bei Nachfragen jederzeit zur Verfügung stehen.

Eltern verraten häufig zu früh die Lösung

Problematisch an der elterlichen Hausaufgabenhilfe sei außerdem, dass Vater und Mutter häufig der emotionale Abstand zu ihrem Nachwuchs fehle. "Sie neigen dazu, Antworten zu schnell vorwegzunehmen und Lösungen anzubieten", sagt Hofmann. Dem Kind bleibe dann keine Zeit, nachzudenken und sich selbst Lösungen zu erarbeiten. "In der Folge verliert es schnell die Motivation, was wiederum Frustrationen bei den Eltern weckt." Im ungünstigen Fall beeinträchtige dies Lernbereitschaft und Lernverhalten des Schülers.

Nur Grundschülern darf geholfen werden

Ziel der Eltern müsse sein, sich von den Hausaufgaben zurückzuziehen, je älter die Kinder werden, sagt der Erziehungsexperte. Spätestens nach der Grundschule sollten Schüler ihre Hausaufgaben auch ohne direkte Aufsicht der Eltern erledigen. Hofmann empfiehlt Eltern zudem, sich gerade bei Pubertierenden aus den Hausaufgaben herauszuhalten. Das gelte insbesondere, wenn das Verhältnis zu dem Teenager ohnehin angespannt sei. Man laufe sonst Gefahr, dass altersgemäße Rivalitäten und Reibereien zwischen Eltern und Kind stellvertretend zulasten der Hausaufgaben ausgetragen würden.

Nachhilfelehrer als Vorbilder

Der Erziehungsberater rät daher, lieber auf Nachhilfelehrer zurückzugreifen. Das könnten sowohl professionelle Institute sein als auch ältere Schüler oder Studenten. "Abiturienten haben den Vorteil, dass sie aufgrund ihrer altersmäßigen Nähe eher als Vorbild betrachtet werden", sagt Hofmann. Eine andere Möglichkeit sei, die Hausaufgaben in Arbeitsgruppen mit Gleichaltrigen erledigen zulassen. Hofmann hebt hervor, Eltern müssten sich darüber im Klaren sein, dass Konflikte bei den Schulaufgaben nicht ungewöhnlich sind. "Da brauchen Eltern kein schlechtes Gewissen haben - Selbstvorwürfe sind da fehl am Platz."


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