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Förderschulen sind teuer und erfolglos

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Sonderschule  

Förderschulen - teuer und erfolglos

16.11.2009, 10:49 Uhr | rev, dpa

Der Besuch von Sonderschulen führt in den meisten Fällen zu keinem Hauptschulabschluss für lernbehinderte Schüler. (Bild: Imago)Der Besuch von Sonderschulen führt in den meisten Fällen zu keinem Hauptschulabschluss für lernbehinderte Schüler. (Bild: Imago)Hohe Kosten und wenig Perspektiven für lernbehinderte Schüler - die deutschen Förderschulen sind nach Angaben des Bildungsforschers Klaus Klemm wenig erfolgreich. 2,6 Milliarden Euro geben die Bundesländer pro Jahr für zusätzliche Lehrer an Förderschulen aus, heißt es in einer Studie, die Klemm für die Bertelsmann-Stiftung in Gütersloh erstellt hat. Die Erfolge dieser Schulen seien aber mager: Etwa 77 Prozent der Förderschüler blieben nach Zahlen der Kultusministerkonferenz (KMK) ohne Hauptschulabschluss. Nur wenige schaffen den Sprung an eine allgemeine Schule.

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Der Besuch von Förderschulen verspricht nur wenig Erfolg

Je länger ein Schüler eine Förderschule mit dem Schwerpunkt Lernen besucht, desto ungünstiger entwickeln sich seine Leistungen, heißt es in der Studie. Lernbehinderte Kinder, die gemeinsam mit Kindern ohne Förderbedarf lernen und leben, erzielten dagegen deutlich bessere Lern- und Entwicklungsfortschritte. Für die Studie hat Klemm unter anderem nationale und internationale Analysen ausgewertet.

Deutschland geht Sonderweg

Im internationalen Vergleich beschreitet Deutschland demnach einen Sonderweg. Während in skandinavischen Ländern sowie in Italien und Spanien fast alle Kinder mit Förderbedarf in allgemeinen Schulen unterrichtet werden, seien es in Deutschland nur 15 Prozent. Klemm verweist ebenfalls auf die großen Unterschiede zwischen den einzelnen Bundesländern. Von den Schülern mit besonderem Förderbedarf besuchen zum Beispiel in Bremen etwas mehr als 45 Prozent und in Schleswig-Holstein 40 Prozent den gemeinsamen Unterricht, in Niedersachsen hingegen nur fünf Prozent. In Sachsen-Anhalt sind es ähnlich wenige.

Verstoß gegen völkerrechtliche Regelung

Nach längerer Diskussion hatte sich Deutschland mit der im März 2009 in Kraft getretenen Uno-Behindertenrechtskonvention verpflichtet, vom "separierenden" Schulsystem zu einem "inklusiven" zu wechseln. Das heißt, die Länder müssten eigentlich umdenken und die Schulen umgestalten. Einige Bundesländer haben sich dieser Aufgabe angenommen, andere wollen künftig eigene Abschlüsse für Sonderschüler anbieten. Allerdings entschied die Kultusministerkonferenz, das Thema Sonderschule zunächst einmal in eine Arbeitsgruppe abzuschieben. Das Deutsche Institut kritisierte, dass Deutschland somit weiter gegen die völkerrechtliche Regelung verstoße.

"Zu viele Kinder in einer Sackgasse"

Nach Ansicht der Bertelsmann-Stiftung müssten Lehrer an allgemeinen Schulen dafür ausgebildet werden, Kinder mit Förderbedarf zu unterrichten. "Ein Großteil der 2,6 Milliarden Euro sollte in diesen Umbau investiert werden - sonst geben wir weiter Jahr für Jahr viel Geld für einen Sonderweg aus, der für zu viele Kinder in einer Sackgasse endet", sagte Jörg Dräger, Vorstandsmitglied der Stiftung.

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