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Strangulation  

Tödliches Würgespiel

09.12.2009, 09:21 Uhr | dpa

Kinder würgen sich auf Schulhof.Bei Kindern und Jugendlichen wird das "Würgespiel" immer beliebter. (Bild: dpa)Ein 14-jähriger Gymnasiast aus dem Havelland ist einem Bericht der "Märkischen Allgemeinen" zufolge bei einem sogenannten Würgespiel ums Leben gekommen. Seine Mutter habe den Jungen am Freitag, den 4. Dezember leblos gefunden, schreibt die Zeitung. Er habe sich hingekniet, mit einem Strick kurzzeitig stranguliert und dabei offenbar das Bewusstsein verloren. "Der Computer lief noch, die Anleitung für das Spielchen soll dort noch abrufbar gewesen sein, mit dem sich nach Aussagen französischer Experten in jüngster Zeit vor allem Jungen einen Rausch verschaffen wollen", schreibt die Zeitung. Der 14-Jährige sei jetzt beigesetzt worden. Die Polizei im Havelland bestätigte den Vorfall.

Rausch durch Sauerstoffmangel

Ziel der Würge- oder Schalspiele ist es, so lange die Luft anzuhalten oder die Halsschlagader abzudrücken, bis das Bewusstsein schwindet. Das Gehirn erhält zu wenig Sauerstoff, was Jugendliche in einen rauschhaften Zustand versetzt. In den USA und Frankreich soll es schon zahlreiche Todesfälle gegeben haben.

Schon Sechsjährige fasziniert

In diesem Jahr seien allein in Frankreich 13 Kinder auf diese Weise ums Leben gekommen, hatte die Psychiaterin Marie-France Le Heuzey bei einer internationalen Tagung zu dem Thema in Paris erklärt. Schon Sechsjährige seien davon fasziniert, sich durch den Mangel an Sauerstoff in einen rauschähnlichen Zustand zu versetzen, sagte sie der Zeitung "Le Figaro". Dabei käme es immer wieder zu Unfällen, die teils als Selbstmorde gedeutet werden.

Waghalsige Jungen besonders gefährdet

Seit etwa zehn Jahren habe sich das Phänomen an Schulen ausgebreitet, neuerdings auch unter Grundschülern. Waghalsige Jungen, die sich beweisen wollten, seien besonders gefährdet. Le Heuzey empfiehlt Eltern, darauf zu achten, ob ihre Kinder regelmäßig mit Gürteln oder Schals spielen oder sich in ihrem Zimmer einschließen.

Anleitung im Internet

Auch auf den Schulhöfen anderer Länder ist das „Würge-Spiel“ bereits bekannt: In den USA unter dem Namen „Choking Game“, in der Schweiz als „Ohnmächterlis“. Trotz der Gefahren nimmt die Popularität des "Spiels", auch in Deutschland weiter zu. "Vor drei Jahren war das noch überhaupt kein Thema. Aber durch das Internet erhalten die Jugendlichen genaue Anleitungen im Netz, wie sie beim Würgen vorgehen müssen, um in einen Rauschzustand zu verfallen. Viele wollen es testen, anstatt Drogen zu probieren. Dabei sind sie sich nicht bewusst, was sie damit auslösen können", so die Starnberger Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin Dr. Gunhild Kilian-Kornell im Gespräch mit sueddeutsche.de.


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