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Schulobstprogramm: Nur acht Bundesländer machen mit

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Viele Tausend Schüler bekommen kein Schulobst

22.12.2009, 11:26 Uhr | nak, dapd

Schulobstprogramm: Nur acht Bundesländer machen mit. Junge beisst in einen Apfel.

Viele Bundesländer wollen sich nicht am Schulobst-Programm beteiligen. (Bild: Imago) (Quelle: imago)

Obst für Schüler ist vielen Bundesländern zu teuer. Dabei müssten die Länder nur 36 Euro pro Kind ausgeben, um ein Jahr kostenlos Obst zur Verfügung zu stellen. Nur acht der 16 Bundesländer wollen sich laut einer Umfrage der "Saarbrücker Zeitung" an dem von der EU geförderten und dem vom Bundesrat beschlossenen Schulobstprogramm beteiligen. Noch schlechter ist die Resonanz in den Ländern auf das Schulmilchprogramm der EU, wie die Zeitung berichtete.

EU übernimmt Hälfte der Kosten

Der parlamentarische Staatssekretär im Bundeslandwirtschafts- und Ernährungsministerium, Gerd Müller, sagte dazu den Angaben zufolge, es sei ein untragbarer Zustand, dass ein Drittel der Schulkinder in Deutschland ohne ein Frühstück in die Schule gehe. "Die Verantwortung liegt auf Länderebene", erklärte der CSU-Politiker in Bezug auf das Schulobstprogramm. Da die EU die Hälfte der Kosten übernehme, gehe es lediglich um einen Betrag von drei Euro pro Kind und Monat, den die Länder aufbringen müssten. Das sei als Beitrag für eine gesunde Ernährung der Kinder "weiß Gott" nicht zu viel.

Verwaltungsaufwand zu groß?

Bislang wollen sich der Zeitung zufolge nur Baden-Württemberg, Bayern, Brandenburg, Hamburg, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Thüringen und das Saarland am Schulobstprogramm beteiligen. Die anderen Länder begründeten ihre Ablehnung unter anderem mit einem unverhältnismäßig hohen Verwaltungsaufwand, hieß es. Noch schlechter sei die Inanspruchnahme des EU-Schulmilchprogramms durch die Länder, das die Versorgung von Kindern und Jugendlichen mit Milch zu einem günstigen Preis fördert. Bundesweit kämen nur sieben Prozent der Schüler im Rahmen des Programms in den Genuss von Milch oder von Milchmixgetränken. Die Europäische Union fördert die Vergabe günstiger Schulmilch an Kinder ebenso wie Schulobst.

Lieferung von Klassenkisten frei Schule

In Rheinland-Pfalz soll im März 2010 mit der Verteilung von Obst und Gemüse begonnen werden, wie Wirtschaftsminister Hendrik Hering (SPD) in Mainz mitteilte. Geplant ist die kostenlose Abgabe von wöchentlich einer Portion Obst und Gemüse je Schülerin und Schüler. Zusätzlich sind pädagogische Begleitmaßnahmen vorgesehen, wobei auf bewährte und schon praktizierte Maßnahmen in den Schulen zurückgegriffen werden kann. Das Programm soll möglichst reibungslos in den schulischen Alltag integriert werden. Das Land werde Lieferanten mit der Versorgung der Schulen beauftragen, die dann die Obst- und Gemüseportionen in Klassenkisten verpackt frei Schule anliefern, erklärte Hering.

EU gibt in diesem Schuljahr 20 Millionen Euro dazu

Der Bundesrat hatte im September beschlossen, dass künftig auch Schulkinder in Deutschland in den Genuss von kostenlosem Obst und Gemüse kommen sollen. Von der EU bekommt Deutschland dafür im Schuljahr 2009/10 rund 20 Millionen Euro, wenn die Länder kofinanzieren. Kein Land wird aber verpflichtet, kostenlos Obst zu verteilen.

Übergewichtige Kinder können profitieren

Hintergrund des EU-Programms ist die alarmierende Zahl und weitere Zunahme von Kinder mit Übergewicht. Laut aktuellen Zahlen leiden in der Europäischen Union 22 Millionen Kinder an Übergewicht und mehr als fünf Millionen davon an Fettleibigkeit (Adipositas). Das bedeutet laut EU, dass heute fast eines von vier Kindern in Europa entweder übergewichtig oder dickleibig ist - mit steigender Tendenz.

Sozial benachteiligte Kinder werden erreicht

Durch die Versorgung mit Obst und Gemüse an Grundschulen können auch die Kinder erreicht werden, die aus sozial benachteiligten und bildungsfernen Familien sowie Familien mit Migrationshintergrund stammen, so das Ergebnis einer Studie der TU Dortmund unter der Leitung von Professor Günter Eissing. Die bisherigen Erfahrungen im Dortmunder Projekt haben gezeigt, dass besonders Kinder aus den sogenannten sozial benachteiligten Familien durch den eingeführten Obstdienst lernen, Verantwortung für die Klassengemeinschaft zu übernehmen und auch leistungsschwächere Schüler in diesem Rahmen ihren Beitrag für die Klasse leisten.

Kinder bringen auch selbst Obst und Gemüse mit

Zudem berichteten Lehrer von ihren Beobachtungen, dass nach wenigen Wochen der Projektbeteiligung ein Lerneffekt eingetreten sei. "Die Kinder haben beispielsweise vermehrt selbst Obst und Gemüse von zu Hause mitgebracht", so Eissing.



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