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Stress-Symptome: Jeder dritte Schüler leidet

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Stress: Jeder dritte Schüler leidet

14.01.2010, 12:17 Uhr | dpa

Niedergeschlagenes Mädchen sitzt vor einem Stapel Schulbüchern.Schulstress trifft Mädchen stärker als Jungs. (Bild: Imago)Stress-Symptome schon bei Kindern: Jeder dritte Schüler in Deutschland leidet unter: Kopf- und Rückenschmerzen, Einschlafprobleme und Gereiztheit. Besonders betroffen seien Mädchen. 40 Prozent von ihnen haben demnach mehrmals in der Woche körperliche oder psychische Beschwerden - und gehen meist trotzdem zur Schule. #




Jeder dritte Schüler leidet unter Stress

Sie sind gereizt, können schlecht schlafen und klagen über Schmerzen: Jeder dritte Schüler leidet regelmäßig unter Stress, vor allem Mädchen sind betroffen. 40 Prozent der Schülerinnen haben mehrmals in der Woche psychosomatische Beschwerden. Das zeigt eine aktuelle Befragung von 4500 Jungen und Mädchen im Alter von zehn bis 21 Jahren, die die Leuphana Universität Lüneburg im Auftrag der Krankenkasse an 15 Schulen in vier Bundesländern durchgeführt hat. Bei den Beschwerden werden Einschlafprobleme (22 Prozent) und Gereiztheit (21 Prozent) am häufigsten genannt. Kopfschmerzen und Rückenschmerzen geben jeweils rund 16 Prozent der Befragten an. Über Niedergeschlagenheit klagen 14 Prozent. Es folgen Nervosität (elf Prozent), Schwindelgefühle (neun Prozent) und Bauchschmerzen (acht Prozent). Jeder zehnte Schüler berichtet, dass er sogar täglich zwei oder mehr Beschwerden hat. Im Auftrag der Deutschen Angestellten-Krankenkasse (DAK) wurden 4500 Schüler und Schülerinnen zwischen zehn und 21 Jahren in Thüringen, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen befragt. "Die Gesundheit vieler Jungen und Mädchen leidet unter schulischen Belastungen", sagte DAK-Fachmann Cornelius Erbe. "Wird falsch auf diese Belastungen reagiert, können negative Gefühle und psychosomatische Beschwerden entstehen. Wichtig ist, dass auch Lehrer und Eltern die Probleme offen angehen. Schweigen und Verdrängen macht alles noch schwieriger." Die Studie zeige, dass Schüler, die die Auseinandersetzung mit Problemen meiden, mehr als doppelt so häufig regelmäßig unter Kopf-, Rücken- oder Bauchschmerzen leiden.

Klassenklima entscheidend

 Besonders oft treten gesundheitliche Probleme bei einem schlechten Klassenklima auf. Zu erkennen sei auch ein Zusammenhang mit der Schulform, sagte die Pädagogin Silke Rupprecht von der Leuphana Universität. Gymnasiasten hätten viel seltener angegeben, unter Kopf- oder Rückenschmerzen zu leiden als andere Schüler. Auffallend sei auch, dass Schülerinnen vier Mal so oft wie ihre Mitschüler unter Kopfschmerzen litten. Nach der DAK-Studie hängen viele Probleme offenbar eng mit dem Klassenklima zusammen. In Schulen mit schlechtem Klassenklima ist der Anteil von Schülern mit regelmäßigen Beschwerden deutlich erhöht. Mehr als 50 Prozent der Betroffenen fühlen sich in der Schule „verzweifelt“. Insgesamt geben mehr als zwei Drittel der Schüler mit häufigen Beschwerden an, dass sie in der Schule regelmäßig negative Gefühle erleben. Jeder zweite Schüler mit häufigen Beschwerden berichtet ferner von Prüfungsangst. Wichtig ist, dass auch Lehrer und Eltern die Probleme offen angehen. Schweigen und Verdrängen macht alles noch schwieriger.“ Schüler, die Probleme eher vermeiden, berichten mehr als doppelt so häufig von regelmäßigen Beschwerden.

Kontakt zu Lehrern aufnehmen

Treten Stresssymptome bei einem Kind auf, wenden sich Eltern am besten erstmal an die Lehrer, empfahl Stefan Drewes, Leiter der Sektion Schulpsychologie im Berufsverband Deutscher Psychologen. Fühlen sie sich dort nicht ernst genommen oder tut der Lehrer nichts, sollten sie sich mit anderen Müttern und Vätern austauschen und die Frage "Geht es anderen Schülern ähnlich?" klären. Ist das der Fall, könnten sich die Eltern an die Schulleitung oder die Elternbeiräte wenden. Dabei sollten sie Drewes zufolge versuchen, gemeinsam mit der Schule und nicht gegen sie eine Lösung zu finden. Sonst könnten die Probleme noch zunehmen. "Oft wollen Kinder in solchen Situationen gar nicht, dass sich ihre Eltern massiv einmischen." Leidet nur das eigene Kind unter Schlafstörungen und anderen Stresssymptomen, ist es möglicherweise überfordert - entweder durch die Schule, durch familiäre Konflikte oder ein eng getaktetes Freizeitprogramm. "Dann muss man ganz anders vorgehen", sagte Drewes. Wichtig ist vor allem zu klären, wie das Kind entlastet werden kann.

Mädchen stärker betroffen

Auffällig sind deutliche Geschlechtsunterschiede. So berichten Mädchen mit 38,2 Prozent fast doppelt so häufig wie Jungen (21,3 Prozent) von psychosomatischen Beschwerden. Bei einzelnen Symptomen ist der Unterschied noch gravierender. Während zum Beispiel 25,3 Prozent der Mädchen über Kopfschmerzen klagen, sind es bei den Jungen lediglich 8,4 Prozent. Vor allem in der Pubertät und beim Übergang in den Beruf treten die körperlichen und psychischen Probleme besonders häufig auf. Bei Mädchen steigen die Beschwerden ab dem 15. Lebensjahr kontinuierlich an, während sie bei Jungen ab dem zwölften Lebensjahr nicht weiter zunehmen.

Gymnasiasten haben weniger Rücken- und Kopfschmerzen

An der aktuellen Befragung haben sich insgesamt 4482 Schüler von drei Haupt- und Realschulen, drei Gesamtschulen, vier Gymnasien und fünf Berufsschulen beteiligt. „In allen Schulformen berichten Mädchen deutlich häufiger als Jungen von Beschwerden“, erklärt Projektleiterin Anica Richardt von der Leuphana Universität Lüneburg. „Aber Gymnasiasten geben insgesamt seltener an, unter psychosomatischen Beschwerden zu leiden. Dieser Unterschied wird besonders bei Kopf- und Rückenschmerzen deutlich.“

Projekt "gesunde Schule"

Die aktuelle Studie entstand im Rahmen der DAK-Initiative „Gemeinsam gesunde Schule entwickeln“. Dabei begleiten und beraten das Institut für Psychologie sowie das Zentrum für angewandte Gesundheitswissenschaften (ZAG) der Leuphana Universität Lüneburg für die Krankenkasse inzwischen bundesweit 30 Schulen, die sich für das dreijährige Projekt beworben haben. Die Gesundheitsziele werden von jeder Schule individuell festgelegt. Grundlage ist eine umfassende Befragung von Schülern, Lehrern und Eltern zum Gesundheitszustand, Schulalltag und Schulklima.


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