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Berlin  

Per Losvergabe zum Gymnasium

18.01.2010, 10:53 Uhr | sca; iri

Mädchen macht Hausaufgaben.Entscheidet künftig das Los über Plätze am Gymnasium und Sekundarschule? (Bild: Imago)Jetzt ist es entschieden: In Berlin werden die Haupt- und Realschulen abgeschafft. Stattdessen wird es ein zweigliedriges Schulsystem mit Gymnasien und Sekundarschulen geben. So hat die rot-rote Parlamentsmehrheit jetzt entschieden. Bereits seit einem halben Jahr wurde über die Frage diskutiert, ob künftig über den Besuch eines Gymnasiums per Los entschieden werden soll. Allerdings bleibt nach wie vor unklar, wie das Losverfahren an den Gymnasien umgesetzt werden soll.

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Gymnasium oder Sekundarschule?


Bereits ab dem kommenden Schuljahr soll es nach einer sechsjährigen Grundschulzeit nur noch den Wechsel aufs Gymnasium oder die Sekundarschule, die sich aus Real- und Hauptschule bildet, geben. Das heißt konkret, dass die Schüler an der Sekundarschule einen Real- oder Hauptschulabschluss beziehungsweise nach 13 Jahren das Abitur machen können, am Gymnasium bereits nach Klassenstufe zwölf.

Die Eltern entscheiden


Weiterhin bestehen bleibt die Regelung, dass die Eltern entscheiden, welche Schulform ihr Kind wählen soll. Es gibt zwar nach der sechsjährigen Grundschulzeit eine Empfehlung, doch die ist nicht verpflichtend. Neu dazu kommt, dass die Eltern außerdem auch die Schule selbst wählen können, so dass es an einigen Schulen wahrscheinlich mehr Bewerber als Plätze geben wird. Wenn das geschieht, kann die Schule 60 Prozent der Plätze nach eigener Wahl vergeben, zehn Prozent gehen an Geschwisterkinder und 30 Prozent werden verlost. Dieses neue Platzvergabeverfahren tritt allerdings erst ab dem Schuljahr 2011/12 in Kraft, bis dahin gilt noch das Wohnortprinzip.

Umstrittenes Losverfahren


Das Losverfahren ist in Berlin nach wie vor umstritten. "Ganz allgemein formuliert garantiert das Los eine völlige Gleichbehandlung", verteidigte Zöllner es vor einem halben Jahr im Spiegel-Online-Interview. Sascha Steuer, bildungspolitischer Sprecher der Berliner CDU hingegen bezeichnet es als "ein Verbrechen an schwachen Schülern". "Die werden an ein Gymnasium geschickt und müssen dann nach dem Probejahr wieder runter und erfahren, was Scheitern bedeutet", sagte er im Gespräch mit Spiegel Online.

Erhalt der Realschulen gefordert


Der Berliner Philologenverband, der Landesverband der Realschullehrer und die Katholische Erziehergemeinschaft haben vergangene Woche das "Aktionsbündnis gegliedertes Schulwesen" ins Leben gerufen. Ziel dieses Bündnisses ist der Erhalt der Realschulen und die Gründung von Einheitsschulen für alle zu verhindern. Trotz einiger Bedenken ist die Lehrergewerkschaft GEW für die Reform, allerdings müssen nach Meinung der Berliner Landesvorsitzenden Rose-Marie Seggelke bis zum Schuljahr 2010/11 sowohl Eltern wie auch Lehrer noch von den Vorteilen der Sekundarschulen überzeugt werden.

Wer soll entscheiden?


Die Frage des Übergangs auf weiterführende Schulen führt auch in anderen Bundesländern immer wieder zu Kontroversen. Sind die Eltern einfach nur überehrgeizig? Wie gerecht sind die Empfehlungen der Lehrer?

Überehrgeizige Eltern in der Kritik


Eltern, die ihre Kinder auch ohne Empfehlung zum Gymnasium anmelden, geraten schnell in die Kritik. Raten Lehrer zur Realschule, sind ein Viertel der Eltern anderer Ansicht und würden ihr Kind lieber auf dem Gymnasium sehen (Spiegel-online.de). Es ist die Rede von Eltern, die ihre Kinder schon von der ersten Klasse an zur Nachhilfe schicken und alles daran setzen, damit ihr Kind Abitur macht. Von Eltern, die drohen, tricksen und prozessieren, damit ihr Kind aufs Gymnasium wechseln darf. Und manche dieser ehrgeizigen Eltern, wollen auch nicht sehen, wie sehr sie ihr Kind mit den Anforderungen unter Druck setzen.

 

Folgen Eltern den Empfehlungen?


Insgesamt ist allerdings festzustellen, dass die meisten Eltern den Empfehlungen der Lehrer folgen. Immer wieder entscheiden sich aber Eltern auch für andere Schulformen, und zwar sowohl für „höhere“ als auch für „niedrigere“. Der Elternwille hängt stark vom Bildungsniveau der Eltern ab, sie wollen in der Regel den sozialen Status halten. Manchmal sollen die Kinder auch ausgleichen, was die Eltern nicht schafften. Von allen Kindern mit Realschul-Empfehlung wurden zwar 14 Prozent auf dem Gymnasium angemeldet, aber auch zehn Prozent auf der Hauptschule.

Prüf- statt Lernstätten

Empfehlungen zum Übertritt nach der vierten Klasse sind sehr fehleranfällig. Egal, ob Lehrer oder Eltern entscheiden. Leidtragende sind besonders jene Schüler, deren Eltern sich in der Schule eher selten zu Wort melden. Präsenz von Eltern und deren Kontaktaufnahme mit Lehrerinnen und Lehrern sollten also nicht per se kritisiert werden. Bildungsforscher Ulrich Trautwein vom Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin plädiert deshalb für standardisierte Beurteilungen und Leistungstests vor dem Übertritt sowie eine intensive Beratung der Eltern.

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