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Nachhilfe: Privater Nachhilfemarkt boomt in Deutschland

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Nachhilfeunterricht  

Privater Nachhilfemarkt boomt

28.01.2010, 11:07 Uhr | dpa

Junge über seinen Schulheften.Der private Nachhilfe-Markt boom. (Bild: dpa)Die private Nachhilfe für Kinder und Jugendliche in Deutschland boomt: Rund 1,1 Millionen Schüler nehmen regelmäßig bezahlten Nachhilfeunterricht in Anspruch, das ist etwa jeder achte der insgesamt neun Millionen Schüler an allgemeinbildenden Schulen. Insgesamt geben Eltern nach der Studie jährlich zwischen 942 Millionen und knapp 1,5 Milliarden Euro dafür aus. Dabei gibt es ein starkes Gefälle in den Bundesländern zwischen West und Ost. #

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Private Nachhilfe boomt

Die Bildungsforscher Klaus und Annemarie Klemm haben im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung untersucht, wie stark private Nachhilfe genutzt und wie viel dafür ausgegeben wird: Jeder achte Schüler paukt noch nach der Schule privat mit einem Nachhilfelehrer weiter. Rund 1,1 Millionen Schüler nehmen regelmäßig bezahlten Nachhilfeunterricht in Anspruch. Das sind 12,2 Prozent der insgesamt neun Millionen Schüler an allgemeinbildenden Schulen. Insgesamt geben Eltern nach der Studie jährlich zwischen 942 Millionen und knapp 1,5 Milliarden Euro dafür aus.

Nachhilfe schon in Grundschulen

Der Studie zufolge ist Nachhilfe bereits in der Grundschule an der Tagesordnung. Besonders häufig wird sie in Anspruch genommen, wenn es am Ende der Grundschulzeit um die Empfehlung für die weiterführende Schule geht. Die Sonderauswertung der IGLU Bildungsstudie aus dem Jahr 2006 ergab, dass im Schnitt aller Bundesländer 14,8 Prozent der Viertklässler Nachhilfe im Fach Deutsch erhalten. In Baden-Württemberg sind es 18,5 Prozent, in Mecklenburg-Vorpommern nur 8,8 Prozent und in Sachsen-Anhalt 8,9 Prozent. Der PISA-Studie aus dem Jahr 2003 zufolge nehmen im Alter von 15 Jahren im Bundesländerdurchschnitt 19,1 Prozent der Jugendlichen Nachhilfe in Mathematik in Anspruch.

Unterschiede zwischen Ost und West

Legt man die Untergrenze der jährlichen Gesamtausgaben für Nachhilfeunterricht auf alle Schüler allgemeinbildender Schulen um, zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen den Bundesländern. Am höchsten sind die durchschnittlichen Ausgaben pro Schüler mit jährlich 131 Euro in Hamburg und Baden-Württemberg. In Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern liegen sie hingegen nur bei 74 Euro. Der Bundesdurchschnitt beträgt 108 Euro. Nachhilfe ist längst nicht mehr eine zeitlich begrenzte Ausnahmeerscheinung für leistungsschwächere Schüler. "Sie hat sich vielmehr zu einem etablierten, privat finanzierten Unterstützungssystem neben dem öffentlichen Schulsystem entwickelt", heißt es in der Untersuchung. Da sich aber vor allem Kinder aus wohlhabenden und höher gebildeten Familien diese Möglichkeit der außerschulischen Förderung leisten könnten, nehme dadurch die Chancenungerechtigkeit des Bildungssystems tendenziell zu.

Chancengleichheit in Frage gestellt

Die starke Nachfrage nach privatem Ergänzungsunterricht sei ein deutlicher Ausdruck dafür, dass Eltern mit dem Schulsystem unzufrieden seien, sagte Jörg Dräger, Vorstand der Bertelsmann Stiftung. "Sie haben den Eindruck, dass ihre Kinder im Schulunterricht nicht bestmöglich gefördert werden, und Nachhilfe soll diese fehlende individuelle Förderung ausgleichen." Ziel eines chancengerechten und qualitativ guten Schulsystems müsse es daher sein, Nachhilfe weitestgehend überflüssig zu machen, forderte Dräger.

Dramatische Entwicklung

Der Boom bei der privaten Nachhilfe wird die Chancenungleichheit im deutschen Bildungssystem nach Einschätzung der Lehrergewerkschaft GEW nochmals verstärken. "Das ist eine dramatische Entwicklung", sagte die stellvertretende Bundesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, Marianne Demmer. Kinder aus benachteiligten Familien hätten es in Deutschland ohnehin schwerer in der Schule, sagte Demmer. Ihre Eltern könnten sie meist weniger unterstützen. Das gegliederte Schulsystem sorge zudem für eine frühe Selektion. "Die zunehmende Unterstützung durch das Elternhaus mit privater Nachhilfe, die vom Geld abhängt, verringert die Bildungsgerechtigkeit nochmals."

Schulen fehlen Ressourcen

Die GEW-Vertreterin mahnte: "Die individuelle Förderung ist eigentlich die Aufgabe der Schulen." Die Kultusminister machten es sich einfach, wenn sie diese Aufgabe den Schulen zuweisen, sie aber gleichzeitig nicht mit den notwendigen personellen und materiellen Ressourcen ausstatten. "Individuelle Förderung kann man nur machen, wenn man zusätzliches Personal hat und die Lehrkräfte entsprechend ausgebildet sind", sagte die Gewerkschafterin. Auch die Ganztagsschulen, die eigentlich dafür sorgen sollen, dass mehr Zeit für den einzelnen Schüler da ist, seien überfordert. "Die sogenannten Ganztagsschulen sind zum großen Teil keine echten Ganztagsschulen. Es sind eher Stätten der Betreuung, wo teilweise mit möglichst billigen Lösungen versucht wird, eine Betreuung sicherzustellen", kritisierte Demmer. "Das hat mit systematischer Förderung der Kinder, die es nötig hätten, nichts zu tun." Mit den Nachhilfeinstituten entstehe ein Parallelsystem zum öffentlichen Schulwesen. "Darum müsste die Schulaufsicht auch die Aufsicht über diese Nachhilfeeinrichtungen übernehmen."

Gründe der Eltern

Eltern befürchten, dass die mangelhafte Ausstattung der Schulen sich auf die Qualität der Ausbildung auswirken könne. Vor allem seit der Einführung des G8 (Gymnasium mit acht Jahrgangsstufen statt wie bisher mit neun) bezweifeln Eltern, dass die Lehrer den kompletten Stoff bis zum Abitur verständlich den Schülern vermitteln könnten. Deshalb setzen sie auf privaten Zusatzunterricht, oft auch als Dauerlösung über viele Jahre hinweg.

Argumente der Anbieter

"Die aktuelle Studie der Bertelsmann Stiftung bestätigt unsere Erfahrungen aus der Praxis: Eltern ist nichts so wichtig wie die Bildung ihrer Kinder. Daran würden sie als Letztes sparen", erklärt Bernd Kreissig, Sprecher der Geschäftsführung des Nachhilfeinstituts Studienkreis. "In einer gemeinsam mit Forsa durchgeführten Studie haben wir festgestellt, dass bei finanzstarken Haushalten ebenso wie bei weniger gut gestellten Familien die Nachhilfe an letzter Stelle auf der Streichliste steht - als erstes wird bei Unterhaltungselektronik, Spielzeug und Urlaub gekürzt. Eltern wissen einfach: Gute Noten sind entscheidend für die Zukunft ihrer Kinder."

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