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Freundschaft: Wenn Kinderfreundschaften zerbrechen

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Mit dir will ich nicht mehr spielen!

07.11.2011, 14:52 Uhr | Simone Blaß, t-online.de

Freundschaft: Wenn Kinderfreundschaften zerbrechen. Junge und weinendes Mädchen. (Quelle: imago)

Wenn Kinderfreundschaften zerbrechen. (Quelle: imago)

Es gibt Freundschaften, die entstehen im Sandkasten und halten ein Leben lang. Doch das sind die wenigsten. Die meisten Freundschaften sind - vor allem bei Kindern - immer wieder harten Bewährungsproben ausgesetzt und manchmal gehen sie dabei kaputt. Ein Satz wie "Du bist nicht mehr mein Freund" tut weh, richtig weh! Eltern leiden dann mit und möchten nichts lieber als ihrem Schützling helfen. Der Vorsitzende der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung, Ulrich Gerth, verrät, welche Fehler man dabei vermeiden kann.

Ruhe bewahren

Stellen Sie sich folgendes Szenario vor: Ihre Tochter kommt weinend nach Hause, weil die beste Freundin ihr die Freundschaft gekündigt hat. Oder ihr Sohn kämpft den ganzen Tag mit den Tränen, weil alle anderen zur Geburtstagsfeier eines Kumpels eingeladen sind, nur er nicht. Den meisten Eltern geht in diesen Situationen - symbolisch gesehen - das Messer in der Tasche auf. Mitleid beziehungsweise Mitgefühl paart sich mit Rachegedanken und mit dem Wunsch, sofort ans Telefon zu rennen und die Situation zu klären. Zugunsten des eigenen Kindes, versteht sich. Stattdessen aber sollte man, so Ulrich Gerth, in einer solchen Situation ruhig bleiben, um dem Kind den Halt zu geben, den es jetzt braucht. "Am meisten Sinn macht es - auch, wenn es zugegebenermaßen schwierig ist - Ruhe zu bewahren. Man kann dem Kind nicht helfen, wenn man in den selben Gemütszustand gerät. Im Gegenteil: Wichtig ist, erst einmal zu trösten, zu beruhigen und vor allem vorsichtig zu sein mit Einschätzungen der Situation."

Freundschaften sind auch Lernfelder

Kinder im Grundschulalter gehen mit Freundschaften sehr verschieden um. Die einen binden sich schon sehr eng an nur wenige Freunde und leiden entsprechend mehr, wenn eine Freundschaft zerbricht, die anderen haben viele Freunde und damit eher die Möglichkeit, auszuweichen. Doch ein "Du bist nicht mehr mein Freund" schmerzt jeden. Der Diplom-Psychologe weiß, wenn ein solcher Satz fällt, gerät das Beziehungsmodell in die Krise. Wobei dahinter die Frage steckt, was nicht stimmt. Denn für einen solchen Satz gibt es in der Regel einen Grund. Da kann es schon sein, dass ein sonst eher zurückhaltendes Kind, das viel mit sich machen lässt, endlich einmal deutlich seine Grenzen ausweist und klar macht, dass es sich ab sofort nicht mehr alles gefallen lässt. Auch nicht vom besten Freund. "Es ist durchaus möglich, dass sich ein Kind zum ersten Mal getraut hat, eine eigene Position zu beziehen, Grenzen zu stecken. Was für ein sonst angepasstes Kind nicht einfach ist. Denn das bedeutet, dass man sich auch mal durchsetzen muss und dabei gezwungen ist, auszuhalten, dass die Beziehung ins Wackeln kommt, ja vielleicht sogar das Risiko eingeht, dass sie beendet ist", erklärt der Erziehungsberater. "Zur Dominanz neigende Kinder hingegen lernen so, dass eine Freundschaft immer auch ein Geben und Nehmen ist. Meistens also steckt in gewisser Weise ein Lernprozess dahinter."

Das Ende einer Freundschaft muss man auch aushalten können

Gerade in diesem Alter finden Kinder - manchmal sehr schmerzhaft - heraus, wie man mit anderen Menschen umgehen muss. Wobei diejenigen, die Geschwister haben, hier bisweilen deutlich im Vorteil sind. Sie lernen nämlich schnell, dass ein erbitterter Streit noch lange nicht das endgültige Aus einer Beziehung einläutet. Manchmal allerdings endet eine Freundschaft auch. Und das müssen oft nicht nur die Kinder, sondern auch die Eltern aushalten. Vor allem dann, wenn zum Beispiel mit den Eltern des Freundes, der Freundin eine ebenfalls freundschaftliche Beziehung bestanden hat. Hier muss man sich klarmachen, dass es erstens bisweilen für die Kinder sogar gut ist, wenn Freundschaften auseinanderbrechen und dadurch zum Beispiel Raum geschaffen wird für neue und dass zweitens die Elternfreundschaft unabhängig von der Kinderfreundschaft bestehen kann. "Notfalls kann man ja darauf ausweichen, sich alleine zu treffen - ohne Kinder."

Neuer Tag, neues Glück

Ein Streit, der an einem Tag fürchterlich erbittert ausgetragen wird, kann am nächsten bereits wieder vergessen sein. Auch, wenn Kinder im Umgang miteinander sehr ehrlich und damit auch oft sehr hart sind, nachtragend sind sie selten. "Meist handelt es sich tatsächlich nur um ein kurzfristiges Ereignis. Kinder sind flexibler als wir Erwachsene, lange nicht so festgefahren. Sie machen ihre Erfahrungen und von einem Tag auf den anderen kann sich viel verändern", weiß Gerth aus Erfahrung. "Allerdings darf man nicht vergessen: In diesem Moment ist es bitterernst und man kann dem Kind nur helfen, indem man ihm eine ruhige Atmosphäre bietet und es ein bisschen coacht, was aber nicht bedeutet, dass man ihm Lösungen vorgibt. Im Gegenteil: Man sollte es erzählen lassen und mit ihm gemeinsam überlegen, was man machen könnte, wie man sich verhalten könnte und was für die jeweilige Lösung spricht. Wichtig ist, das Kind selbst ausprobieren zu lassen und dabei hinter ihm zu bleiben!" Wenn das Kind das möchte, aber nur dann, kann man auch mal zwischen den Kindern vermitteln. "Wirklich zu intervenieren sollte man aber tatsächlich nur als letzten Ausweg wählen, wenn das Kind unterdrückt wird, sich nicht mehr selbst zu helfen weiß." Solange es sich aber nicht um eine solche Ausnahmesituation handelt, gilt es, ruhig bleiben, stützen und vor allem raushalten! Die Bundeskonferenz für Erziehungsberatung bietet übrigens neben einer Onlineberatung auch Gruppen- und Themenchats sowie eine offene Sprechstunde. Erfahrene Fachkräfte beraten Eltern hier kostenlos auf der Suche nach Antworten im Erziehungsalltag.

ratgeber.t-online.de: Freundschaft: Unterschiede zwischen Jungen und Mädchen

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