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Bundesländer wollen Schulobst-Programm nicht mitfinanzieren

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Beim Schulobst-Programm macht Deutschland eine schlechte Figur

22.03.2010, 10:34 Uhr | nak, ots, dapd

Bundesländer wollen Schulobst-Programm nicht mitfinanzieren. Junge stapelt Obst und Gemüse.

Kindern soll im Schulobst-Programm Obst und Gemüse schmackhaft gemacht werden. (Bild: Imago) (Quelle: imago)

Im reichen Deutschland geht nicht, was in 18 EU-Staaten gut funktioniert. Denn seit November 2008 unterstützt die EU mit 80 Millionen Euro die kostenlose Abgabe von Obst und Gemüse an Schulkinder. So soll eine Verbesserung der Ernährungsgewohnheiten erreicht werden, denn viele Kinder sind zu dick.

Viele Bundesländer wollen Schulobst-Programm nicht finanzieren

Bedingung der EU: Die Staaten müssen die gleiche Summe drauflegen, die sie erhalten. In 18 EU-Ländern von Portugal bis Polen gilt das Programm als Erfolg, fünf weitere Staaten arbeiten an der Umsetzung. Deutschland macht eine schlechte Figur: Zu teuer und zu viel Aufwand, sagen die meisten deutschen Bundesländer, die hierzulande für die Schulen zuständig sind.

"Sehr erfolgreich" im Saarland

Nordrhein-Westfalen startet das Programm gerade. Nur im kleinen Saarland läuft es schon seit dem Herbst - "sehr erfolgreich", wie Umweltministerin Simone Peter (Grüne) laut "Apotheken Umschau" verlauten lässt. Der sächsische Umweltminister Frank Kupfer (CDU) sagt, warum Sachsen nicht mitzieht: "Bürokratischer Aufwand und Nutzen stehen in keinem Verhältnis." So ähnlich klingt es auch anderen Bundesländern. Für Brandenburg ist der logistische Aufwand zu hoch, den Bremern erscheint die Teilnahme "unwirtschaftlich".

Gesunde Ernährung gerade für sozial schwache Familien

Ulbricht Fegeler, Sprecher des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte hat dafür wenig Verständnis. Die Folge sei ein "Verdrängen und Vergessen eines großen Teils unserer Kinder, die in schwierige familiäre Bedingungen geboren wurden", kommentiert er die Zurückhaltung. Gesunde Ernährung sei besonders in sozial schwachen Familien ein Problem.

Bundeskanzlerin will Bewusstsein für Gesundes schaffen

Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel betätigt sich als Ernährungsberaterin. In ihrem Video-Podcast sagte sie, eine gesunde, ausgewogene und hochwertige Ernährung sei "von allergrößter Bedeutung für unsere Gesellschaft". Kindergarten und Schule böten eine hervorragende Gelegenheit, um dieses Bewusstsein zu schaffen. Aber es gehe auch darum, dass die Eltern immer wieder mit ihren Kindern darüber sprächen. "Gesunde Lebensmittel haben ihren Preis. Dies ist ein Zusammenhang, den wir in der gesellschaftlichen Debatte immer wieder deutlich machen müssen", sagte Merkel. Anlass für den Video-Podcast ist der 60. Deutsche Weinbaukongress, den die Bundeskanzlerin am kommenden Mittwoch in Stuttgart eröffnet.

Praxistipps Schulobst-Programm

Doch wie soll das Programm in den Schulen aussehen? In einer Broschüre zum Schulobst-Programm hat das Land NRW viele Tipps zusammengestellt:

  • Ein Obstdienst, wie ihn eine Dortmunder Pilotschule eingeführt hat, kann pädagogisch erfolgreich in den Unterricht integriert werden. Es sind immer zwei bis vier Kinder pro Klasse dafür zuständig, die "Klassenkiste" noch vor dem gemeinsamen Klassenfrühstück abzuholen und das Obst und Gemüse vorzubereiten, es zu putzen und in Stücke zu teilen.
  • Eine Obstschale im Klassenzimmer regt zum Zugreifen an.
  • Beim gemeinsames Schulfrühstück vor oder während der Pause schmeckt es am besten.
  • Ein kleiner Kräutergarten auf der Fensterbank bringt nicht nur grün ins Klassenzimmer. Die Kinder können zum Beispiel Kresse in Töpfen selbst aussäen und ihr Pausenbrot damit verfeinern.
  • Die Kinder können sich Ideen und Rezepte für Obst und Gemüsesnacks ausdenken.
  • Die Obst- und Gemüsereste können zum Beispiel im Schulgarten auf einem Komposthaufen entsorgt werden.

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