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Nachhilfe: Vorsicht vor vertraglichen Fallstricken

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Milliardengeschäft Nachhilfe: Fallstricke vermeiden

10.05.2010, 11:29 Uhr | dapd

Nachhilfe: Vorsicht vor vertraglichen Fallstricken. Nachhilfeunterricht an einer Schule.

Auch Gruppenunterricht kann teuer werden. (Bild: Imago) (Quelle: imago)

Es ist ein Milliardengeschäft: Weil nicht alle Eltern mit den Noten ihrer Kinder zufrieden sind, müssen in den Wochen bis zum Zeugnistermin verstärkt die Nachhilfe-Profis ran. Selbst neun- und zehnjährige Grundschüler sollen schon extra pauken, damit sie die Aufnahme in Realschule oder Gymnasium schaffen.

Vorsicht vor vertraglichen Fallstricken

Bundesweit bekommen mehr als eine Millionen Schüler Nachhilfe, hat eine Studie der Bertelsmann-Stiftung ergeben. Dafür geben die Eltern bis zu 1,5 Milliarden Euro im Jahr aus. Bei allem Eifer, ihren Kindern schulisch auf die Sprünge zu helfen, sollten Eltern aber auf keinen Fall überstürzt in die erstbeste Nachhilfe investieren. Simone Vintz von der Stiftung Warentest rät, gezielt auf Qualität zu achten. Sonst seien die teuren Zusatzstunden am Ende doch für die Katz'. Vertragliche Fallstricke gebe es zuhauf, mahnt auch Tatjana Halm, Juristin der Verbraucherzentrale Bayern, zur Vorsicht. Bei der Anmeldung zur Internet-Nachhilfe müsse zudem auf versteckte Kosten gesehen werden. Sonst landen Eltern womöglich noch in einer Abo-Falle.

Gruppenunterricht kann teurer werden als Privatstunden

Mathe, Physik, Deutsch, Englisch oder Latein: Für das Büffeln in der Gruppe verlangen Nachhilfe-Institute im Schnitt etwa zehn bis zwölf Euro pro Schulstunde. In einen Einzellehrer müssen häufig ab zwölf Euro aufwärts investiert werden, je nach Ausbildung und Erfahrung. Trotzdem kann der Gruppenunterricht unterm Strich teurer sein als individuelle Privatstunden, gibt Vintz zu bedenken.

Kosten sorgfältig gegenrechnen

Was die Nachhilfe-Institute oft kostspieliger macht, ist die Unterrichtsdauer von 45 Minuten, also einer Schulstunde. Wird die Nachhilfe privat zu Hause organisiert, bleiben Nachhilfelehrer oft bis zu eine Stunde lang. Außerdem müssen Eltern mit ihnen keinen festen Vertrag abschließen, betont Vintz. Mit den Instituten schon. Große Anbieter haben oft nur eine Mindestlaufzeit ab einem halben Jahr im Angebot. Wird nicht rechtzeitig gekündigt, verlängert sich der Vertrag automatisch, meist um einen Monat. Auch die Ferienzeit muss teilweise mitbezahlt werden. Dazu kommt in der Regel eine Aufnahmegebühr von meist 35 Euro oder mehr. "All das fällt bei einem Privatlehrer weg", sagt Expertin Vintz. Die Kosten sollten daher sorgfältig verglichen und gegengerechnet werden.

Nachhilfe am besten erst auf Probe

Ins Gewicht fällt auch die Qualität des Zusatzunterrichts. Im Gruppenunterricht werden üblicherweise drei bis fünf Schüler zur gleichen Zeit betreut, oft aus verschiedenen Klassenstufen zusammengewürfelt. Der Privatlehrer ist nur für ein Kind da und kann auf seine individuellen Lücken gezielt eingehen. "Für die einen Schüler kann der Gruppenunterricht sinnvoll sein, wenn sie sich im größeren Kreis gut aufgehoben fühlen, für andere ist ein Privatlehrer die weitaus bessere Lösung", so Vintz. Wer unsicher ist, sollte den Nachwuchs erst einmal in den kostenlosen Probeunterricht schicken, den viele Nachhilfe-Institute anbieten. Auf Probe kann auch ein privater Lehrer engagiert werden. Auf keinen Fall sollten Eltern die Nachhilfe über den Kopf des Kindes hinweg organisieren. "Das bringt nur Verdruss und kommt teuer zu stehen", so die Fachfrau.

Auf der Hut sein im Internet

Vorsicht ist auch bei den unzähligen Nachhilfe-Angeboten via Internet ratsam, die wie Pilze aus dem Boden schießen. Fürs Online-Lerntraining mit Videos und Tests zum Schulstoff können monatliche Gebühren um die acht Euro und mehr anfallen. Auch große Verlage haben sich seit längerem schon auf Lernsoftware für Schüler spezialisiert, die auch im weltweiten Netz abrufbar ist. Nur die wenigsten Offerten im Netz sind tatsächlich kostenfrei, obwohl das oft vollmundig angekündigt wird. Juristin Halm rät Eltern, beim Anklicken von speziellen Nachhilfeseiten auf der Hut zu sein. Fällt auf den ersten Blick nicht auf, dass der Service kostenpflichtig ist, kann man sich schnell ein Abonnement für ein bis zwei Jahre Laufzeit einhandeln. Preishinweise werden auf vermeintlichen Gratis-Seiten gern versteckt. "Muss der Nutzer bei der Anmeldung persönliche Daten angeben, sollte er immer gleich nach den Kosten Ausschau halten", betont Halm.

Rat an Eltern

Setzen Sie sich immer neben ihre Kinder, wenn sie im Netz Nachhilfe- oder Hausaufgabenhilfe-Angebote nutzen. Jungen Menschen wird dabei gern unbemerkt Geld aus der Tasche gezogen. Für so manchen Kurzausflug ins Netz kann man oft gleich mehrere Nachhilfestunden beim Profi bekommen.

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