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Pubertät  

Alarm: Pubertät beginnt immer früher

15.06.2010, 10:32 Uhr | mmh, Pressetext, t-online.de

Pubertät beginnt immer früher. Neunjährige Mädchen, gekleidet wie Teenager.

Vom Spielplatz direkt in die Pubertät: Mädchen mit neun Jahren sind damit überfordert. (Bild: Imago) (Quelle: imago)

Eigentlich sind sie noch Kinder und häufig mit dem Phänomen Pubertät überfordert, denn die beginnt heute bei Mädchen mit neun Jahren, das ist ein Jahr früher als noch 1991. "Alarmierend" nennen Wissenschaftler diese Entwicklung, denn die Psyche kann in dem Alter mit der körperlichen und sexuellen Entwicklung nicht mithalten. Schuld sind wieder mal negative Einflüsse wie Umweltchemikalien, Fastfood oder ein Mangel an körperlicher Bewegung.

Brustwachstum startet ein Jahr früher als 1991

Mädchen treten schon in die Pubertät ein, bevor sie das zehnte Lebensjahr erreichen. Das berichten Forscher von der Uniklinik Kopenhagen. Im Jahr 2006 habe die Brustentwicklung bei Mädchen im Schnitt bereits mit neun Jahren und zehn Monaten begonnen, was ein ganzes Jahr früher sei als noch 1991. "Das ist ein klares Zeichen dafür, dass etwas unsere Kinder beeinträchtigt - entweder Fastfood, Umweltchemikalien oder Mangel an körperlicher Aktivität", so Studienleiter Anders Juul in der britischen "Times". Als "alarmierend" sehen die Wissenschaftler diese Ergebnisse, da Mädchen in der Grundschule psychisch kaum in der Lage seien, mit einer derart frühen sexuellen Entwicklung zurecht zu kommen. Die frühe Östrogen-Produktion erhöhe auch die Gefährdung, später an Brustkrebs oder Herzkrankheiten zu leiden.

Körper antwortet auf Lebensbedingungen

Einheitlich ist die wissenschaftliche Meinung zur anhaltenden Verfrühung allerdings nicht. "Es gilt als sicher, dass das Alter der ersten Regelblutung (Menarche) in Nordeuropa von 1850 bis 1960 um drei Jahre gesunken ist. Ob dieser Trend weiter anhält oder sich mittlerweile umgekehrt hat, ist jedoch umstritten", erklärt Anette E. Buyken vom Forschungsinstitut für Kinderernährung Dortmund: "Bisher geht man davon aus, dass dieser Wandel bloß 1,5 bis 2,0 Monate pro Jahrzehnt beträgt", so die Pubertätsforscherin. Allgemein spiegeln sich in dieser Entwicklung die verbesserten Lebensbedingungen wider. "Der Körper reagiert darauf und versucht durch frühe Reife sein Potenzial besser auszunutzen." Indirekt bestätige sich diese Sichtweise dadurch, dass in Entwicklungsländern die Verfrühung des Pubertätseintritts eindeutig weiter voranschreitet.

Ernährung spielt eine Rolle

Was jedoch genau die Ursache ist, bleibt weiter eine spannende Frage. Eine aktuelle Studie im Journal "Public Health Nutrition" tippt auf die Ernährung - denn Mädchen, die in der Kindheit viel Fleisch essen, treten früher in die Pubertät ein als andere. Bei jedem zweiten Mädchen, das als Dreijährige mehr als acht und als Siebenjährige mehr als zwölf Portionen Fleisch pro Woche konsumiert, ist das der Fall, so die Forscher um Imogen Rogers von der University of Brighton.

Qualität der Nahrung ausschlaggebend

Buyken bezeichnet diesen Zusammenhang als plausibel. "Auch unsere Studien konnten den Einfluss des Proteinverzehrs auf dem Pubertätsbeginn zeigen." Der Faktor Übergewicht erwies sich in den Dortmunder Erhebungen als weniger wichtig, wohl aber die Qualität der Nahrung. "Je günstiger die Ernährungsqualität, desto später der Eintritt", erklärt die Ernährungsspezialistin. Derzeit wird der Einfluss von pflanzlichen Hormonen in der Nahrung erhoben.

Einfluss von Chemikalien unklar

Die Liste der möglichen Ursachen lässt sich jedoch noch fortsetzen. Die dänischen Forscher betonen etwa die Rolle von Chemikalien wie das in Plastik enthaltene Bisphenol-A. "Es scheint sehr wahrscheinlich, dass dieser Einfluss auf die verfrühte Entwicklung ein potenter ist. Der direkte Nachweis wird jedoch auch in Zukunft schwer möglich sein, da wir im Lauf des Lebens so vielen Chemikalien ausgesetzt sind", so Buyken.

Leichte Neugeborene kommen früher in die Pubertät

Das Forschungsinstitut für Kinderernährung (FKE) erfasst seit 1985 Ernährungsgewohnheiten, Größe und Entwicklung von Kindern und Jugendlichen. Die Teilnehmer werden als dreimonatige Säuglinge in die Studie aufgenommen und bis zum Erwachsenenalter regelmäßig untersucht. In die aktuelle Untersuchung wurden 215 Jungen und Mädchen eingeschlossen. "Wir haben nun diese Pubertätsmarker zu verschiedenen Faktoren in Bezug gesetzt - darunter Geburtsgewicht, Stillen und Gewicht der Eltern“, sagt Nadina Karaolis-Danckert. "Dabei sind wir auf zwei signifikante Zusammenhänge gestoßen: Waren die Kinder bei der Geburt leichter als 3.000 Gramm, setzte bei ihnen die Pubertät im Schnitt sieben Monate früher ein. Die Mädchen aus dieser Gruppe hatten auch früher ihre erste Regelblutung."

Ein Jahr Verzögerung verringert das Brustkrebsrisiko

In den westlichen Industrieländern beobachtet man laut FKE allgemein den Trend, dass Jugendliche immer früher in die Pubertät kommen. Gleichzeitig hat das durchschnittliche Geburtsgewicht in den letzten Jahren leicht zugenommen. Projektleiterin Dr. Anja Kroke von der Hochschule Fulda vermutet, dass es heute zwar mehr schwere Neugeborene gebe als früher, aber auch mehr leichte. "Zu einem verringerten Geburtsgewicht kann es beispielsweise kommen, wenn Frauen in der Schwangerschaft Diät halten, um eine übermäßige Gewichtszunahme zu vermeiden", sagt sie. "Allerdings fehlt es dazu noch an belastbaren Daten. Dennoch empfehlen wir werdenden Müttern, ganz besonders auf eine ausgewogene Ernährung zu achten." Außerdem schützt auch Rauchverzicht in der Schwangerschaft vor einem niedrigen Geburtsgewicht. Nach der Geburt kann Stillen dazu beitragen, eine schnelle Gewichtszunahme - mit ihren negativen Folgen - zu verhindern.

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