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Schulen: Wie viel Hilfe bei den Hausaufgaben ist richtig

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Schulen  

Gute Noten für die Eltern?

08.11.2011, 13:15 Uhr | Sabine Caron, t-online.de

Schulen: Wie viel Hilfe bei den Hausaufgaben ist richtig. Nicht allzu streng nach jedem Fehler fahnden. (Quelle: imago)

Nicht allzu streng nach jedem Fehler fahnden. (Quelle: imago)

Die täglichen Hausaufgaben des Nachwuchses führen immer wieder zu Ärger und werden manchmal regelrecht zum Alptraum. Auch wenn es nicht einfach ist, dieser Teufelskreis lässt sich aufbrechen. Wie können Eltern den täglichen Stress vermeiden? Welche Art der Hilfe ist sinnvoll? Was erwarten die Lehrer? Wie reagieren Lehrer, wenn Eltern zu viel oder zu wenig helfen?

Dauerthema Hausaufgaben

Hausaufgaben dienen der Überprüfung des Lernstandes und der Wiederholung und Festigung des im Unterricht Gelernten. Hausaufgaben haben aber auch noch eine ganz andere Funktion, die man als Elternteil nicht vergessen sollten: die Persönlichkeitsbildung und die Entwicklung einer außerschulischen Arbeitshaltung. Mit Hilfe von Hausaufgaben können Kinder an kleine Pflichten gewöhnt werden. Sie lernen, aus eigenem Antrieb und möglichst selbstständig Aufgaben zu erledigen, und das im Idealfall sogar mit Freude. "In seiner Haltung zur Erledigung der Hausaufgaben kann das Kind als Person auch lernen, zu Mängeln, Unterlassungen, Oberflächlichkeiten und auch Vergesslichkeit zu stehen und mit Hilfe der Eltern an sich arbeiten", so die Stiftung Freie Schulen Berlin-Brandenburg.

Die richtige Elternhilfe

In der Regel brauchen Kinder in den ersten Grundschuljahren noch Unterstützung bei der Erledigung der Hausaufgaben. Eine Unterstützung allerdings, die Eltern vor allem eine Begleit- und Kontrollfunktion zuweist und die Kinder auf dem Weg zu Verantwortungsbewusstsein und Selbstständigkeit begleitet. Denn Kinder, die ihre Aufgaben selbstständig machen, haben mehr Spaß daran und erleben Hausaufgaben als eigenen Erfolg. Viele Eltern haben aber Schwierigkeiten, sich zurückzuziehen und auf ihr Kind zu vertrauen. Eine Forsa-Umfrage von 2009, die im Auftrag des Nachhilfeanbieters Studienkreis durchgeführt wurde, zeigt, dass mehr als 80 Prozent der Eltern regelmäßig mit ihrem Nachwuchs pauken. 35 Prozent pauken zwei bis sechs Stunden pro Woche mit ihren Kindern, rund ein Fünftel sogar sechs Wochenstunden und mehr.

Was Lehrer erwarten

Lehrer wollen nicht wissen, was die Eltern können. Deshalb sollten die es vermeiden, die Hausaufgaben anstelle ihres Kindes zu erledigen beziehungsweise die Lösungen der Aufgaben vorzusagen. "Fehler in den Aufgaben geben uns Rückmeldung darüber, ob die Aufgabe schwierig war", erklärt dazu eine Grundschullehrerin aus Rheinland-Pfalz. Deshalb sollte ein Kind die Aufgaben möglichst selbstständig erledigen. Das bedeutet aber nicht, dass Eltern ihre Kinder nicht unterstützen sollten und können. Im Gegenteil: Eltern sollten für eine gute Atmosphäre sorgen, sich für die Hausaufgaben interessieren und einen Zeitrahmen schaffen, in dem diese erledigt werden können. Dabei hat jedes Kind einen ganz eigenen Unterstützungsbedarf: "Manche Kinder brauchen keine Hilfe und erledigen alles allein und mit Leichtigkeit, manche brauchen vielleicht eine leichte Aufforderung, um sich konzentriert an die Arbeit zu machen und manche brauchen einfach einen Menschen, der hilft, ein Ende zu finden, und der entscheiden kann, das es jetzt genug ist", weiß die Pädagogin zu berichten.

Verschiedene Typen von Hausaufgaben

Wie genau die Hilfe von Eltern aussehen sollte, hängt nicht nur vom Charakter des Kindes sondern auch vom Typ der Hausaufgabe ab. Bei Leseaufgaben beispielsweise ist es sinnvoll, wenn Eltern ihre Kinder als Zuhörerin oder Zuhörer unterstützen. Auch bei unterrichtsvorbereitenden Hausaufgaben, wie Informationen für ein Referat im Internet zu suchen oder bei kleinen Bastelarbeiten kann begleitende Hilfe der Eltern sehr wichtig sein. Soll ein Kind beispielsweise ein Referat zum Thema Nagetiere halten, können die Eltern anregende Hinweise geben, wo es nachschauen könnte. Sie sollten dabei aber keine Lösungen vorgeben. Sollte ein Kind mit dem recht komplexen Arbeitsauftrag, eine kleine Geschichte zu schreiben, überfordert sein, könnten Mütter oder Väter ruhig den an dieser Stelle weniger wichtigen Teil des Schreibens übernehmen, während das Kind die wichtigere Arbeit übernehme - das Geschichte erzählen, erklärt Lehrerin Metzger.

"Ich kann das nicht"

Auch bei Aufgaben, die der Wiederholung des Unterrichtsstoffes dienen, wie Rechenaufgaben oder Rechtschreibübungen, können Eltern ihr Kind unterstützen, wenn es eine Aufgabe nicht verstanden hat. Sie sollten, übrigens wie bei jeder Art der Hausaufgaben, also offen für Fragen sein, eine allzu strenge Kontrolle ihrer Kinder jedoch vermeiden. Denn eine solche andauernde Maßregelung kann sehr demotivierend für ein Kind sein. Lösungen vorzugeben ist außerdem wenig sinnvoll. Statt dessen sollte man versuchen, sein Kind zu motivieren, an der einen oder anderen Stelle noch mal etwas genauer hinzuschauen. Jeden einzelnen Fehler zu suchen und zu monieren, ist aber unnötig und kann kontraptoduktiv sein. Auch Ermahnungen wie "Jetzt konzentrier Dich doch endlich mal!" oder "Nun mach doch mal!", die viele Kinder zu hören bekommen, bringen nichts außer zusätzlichem Stress. Versuchen Sie stattdessen, die Ursache für das Trödeln herauszufinden. Gibt es Ärger in der Schule oder versucht Ihr Kind, dadurch Aufmerksamkeit auf sich zu lenken, die es ansonsten nicht bekommt?

Wenn Eltern zu viel oder gar nicht helfen

Die wenigsten Erwachsenen machen gerne für ihr Kind die Hausaufgaben. Dass sie es dennoch oft tun, dahinter stehe meist der unbedingte Wunsch, dass das Kind später ein Gymnasium besuchen soll, berichtet Metzger aus ihren Erfahrungen als Grundschullehrerin. Eine andere schulische Laufbahn wollen viele Eltern heute mit allen Mitteln verhindern. Das zeigt sich häufig auch an den Reaktionen der Schulkinder, wenn diese sich schon in den ersten beiden Jahren erkundigen, ob ihre Leistungen für den Besuch eines Gymnasiums reichen werden. Gewinnt ein Lehrer den Eindruck, dass Eltern zu viel helfen, wird er das Gespräch mit den Eltern suchen.

Dasselbe gilt im umgekehrten Fall, wenn keinerlei Unterstützung aus dem Elternhaus erfolgt oder ein Kind besonderen Unterstützungsbedarf zu Hause hat, zum Beispiel, wenn es durch längere Krankheit viel Lernstoff verpasst hat. Auch in einem solchen Fall werden gute Lehrer die Eltern kontaktieren. Aber auch von Seite der Eltern sollte das Gespräch mit dem Lehrer gesucht werden, wenn der Sprössling regelmäßig Schwierigkeiten mit den Hausaufgaben hat oder sehr lange für die Erledigung braucht. Gegenseitige Rückmeldungen zwischen Elternhaus und Lehrerschaft sind immer die wichtigste Voraussetzung für "sinnvolle Hausaufgaben".

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