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Schulen: So können Eltern Einfluss nehmen

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Schulen  

Einfluss auf die Schulen nehmen - aber richtig

02.05.2011, 14:52 Uhr | rw, ud, t-online.de

Schulen: So können Eltern Einfluss nehmen. Junge Lehrerin unterrichtet Mathematik.

Viele Eltern kennen nicht einmal die Lehrer ihrer Kinder. (Bild: imago) (Quelle: imago)

Das Verhältnis von Lehrern und Eltern ist nicht selten von einer ziemlichen Distanz geprägt. Lehrer beklagen oft, dass auf ihnen die Erwartungshaltung laste, nicht nur den Lehrstoff zu vermitteln, sondern darüber hinaus auch noch die komplette Erziehung zu übernehmen. Sie beklagen die zu geringe Bereitschaft vieler Eltern, sich für das Schulleben ihrer Kinder zu interessieren und es idealer Weise sogar mitzuprägen. Aber vielen Eltern ist gar nicht klar, wie sie sich aktiv in die Schulorganisation einbringen können.

Mit wem hat mein Kind in der Schule überhaupt zu tun?

Eltern haben das Recht und die Pflicht sich um Erziehung, Versorgung und Ausbildung ihrer Kinder zu kümmern. Trotzdem sind viele Eltern kaum darüber informiert, was genau hinter den Pforten deutscher Bildungsanstalten passiert und mit welchen Personen ihre Sprösslinge dort Tag ein Tag aus zu tun haben. Bei Elternsprechtagen werden, wenn überhaupt, oft nur die Lehrer der sogenannten Hauptfächer abgeklappert - und auch dies meist nur, wenn es Probleme gibt: Sei es wegen der Noten oder weil sich das Kind ungerecht behandelt fühlt.

Wenn Eltern Schule schwänzen

Grundlegend für einen guten Kontakt zwischen Eltern und Lehrer, der aus Expertensicht äußerst wichtig für eine gelungene Schulausbildung ist, ist die Teilnahme der Eltern an den regelmäßig stattfindenden Elternabenden. Schwänzen sie hingegen die schulischen Termine, kann dies ein Zeichen für bestehende familiäre Probleme sein.

Zumindest sehen Studien einen Zusammenhang zwischen elterlichem Schulschwänzen und Auffälligkeiten bei Kindern: Kinder, deren Eltern regelmäßig an schulischen Terminen teilnähmen, litten seltener unter psychischen Problemen. Ein Wegbleiben von Elternabenden könne hingegen auf familiäre Nöte hindeuten. So kann eine regelmäßige Nicht-Teilnahme an Elternabenden zum Beispiel ein Zeichen für ein Desinteresse der Eltern oder Probleme innerhalb der Familie sein. Nehmen die Eltern hingegen die Termine mit dem Klassenlehrer und den anderen Erziehungsberechtigten wahr, vermitteln sie ihrem Kind damit, dass es wichtig ist. Das Kind erkennt, dass es so wertvoll für die Eltern ist, dass diese auch einen unbequemen Termin am Abend wahrnehmen, weil sie sich für sein Leben interessieren.

Für die Kinder in die Schule

Dennoch haben viele Mütter und Väter häufig keine Lust, diese für sie angelegten Schulstunden wahrzunehmen: Sie drücken sich vor den Elternabenden. Hinter einer Schulbank sitzend und dem referierenden Lehrer zuhörend fühlen sie sich wohl in die eigene Schulzeit zurückversetzt. Eltern werden auf Elternabenden jedoch längst nicht wieder zum Schüler. Es geht einzig und allein um das Wohl und die Bildung ihrer Kinder.

Ein Elternabend ist keine Unterrichtsstunde

Einige Lehrer versuchen, das eigene Konzept des Elternabends zu überarbeiten und den gemeinsamen Treffen den Unterrichtscharakter zu nehmen. Die Atmosphäre wird etwa durch eine andere Sitzordnung oder das Anbieten von Getränken aufgelockert. Teilweise werden Experten eingeladen, die die Eltern über allgemeine Herausforderungen von Kindern in der entsprechenden Altersklasse, oder auch Gefahren wie etwa Internetsucht, aufklären.

Vor allem aber sollen auf Elternabenden zunehmend weniger Beschwerden und Probleme im Vordergrund stehen. Natürlich müssen sowohl die Lehrkräfte als auch die Eltern der Kinder offen für Kritik sein. Wichtig ist aber, dass auch Positives besprochen wird. So kann nicht nur eine bessere Vertrauensbasis aufgebaut werden. Eltern können auch ihre Vorstellungen von qualvollen Schulstunden für Erwachsene abbauen und Elternabende als eine gute Möglichkeit der Kontaktpflege zwischen Eltern und Lehrern sowie der elterlichen Einflussnahme auf die Schule erkennen.

Der Elternsprechtag: Persönliche Gespräche?

Anders als auf Elternabenden haben Eltern im Rahmen der so genannten Elternsprechtage kaum eine Chance, die Lehrer ihrer Kinder besser kennen zu lernen. Die Zeit ist äußerst knapp bemessen und manch einer hält die hier angebotenen geballten Sprechstunden ohnehin nicht für sinnvoll. Die Odyssee von Fachlehrer zu Fachlehrer am halbjährlich stattfindenden Elternsprechtag scheuen viele. Und das durchaus mit gewissem Recht: Denn spätestens nach dem Besuch des vierten Lehrers an einem Tag, ist selbst die interessierteste Mama und der engagierteste Papa nicht mehr aufnahmefähig für neue Eindrücke. Jedes weitere Gespräch müsste sich zwangsläufig darauf beschränken, Noten und Leistungsstand durchgesagt zu bekommen. Ein echtes Kennenlernen der Person, die immerhin mehrmals in der Woche dafür sorgen soll, dass der Nachwuchs fachlich weiterkommt und sich im besten Fall auch persönlich gut entwickelt, findet nicht statt.

Eltern-Einfluss bringt frischen Wind in die Schule

Viele Eltern glauben auch, dass eine allzu offensive Präsenz an der Schule ihrem Kind mehr schaden als nutzen würde. Insbesondere mit kritischen Tönen halten sie vorsichtshalber lieber hinter den Berg. Dabei profitieren Schulen in der Regel vom konstruktiv kritischen Austausch mit den Erziehungsberechtigten ihrer Schüler. Denn ein Lehrerkollegium hat, bei allem noch so guten Willen, naturgemäß eine eher einseitige Sicht der Dinge und erkennt bestimmte Defizite der Schule oder Bedürfnisse der Schülerschaft gar nicht. Da können konstruktive Einflüsse von außen nicht schaden.

Doch auf welchem Weg können Eltern sich am besten einbringen? Welche Mitbestimmungs- und Teilhaberecht haben sie in der Institution Schule? Und wie schaffen sie es, dass zwischen ihnen und den Lehrkräften ein Vertrauensverhältnis entsteht, dass auch der Belastung durch kritische Fragen und Anregungen standhält? Die wichtigsten Möglichkeiten für Eltern, Einfluss auf das Schulleben ihrer Kinder zu nehmen, haben wir für Sie zusammengestellt.

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