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RTL2: Tatort Internet entlarvt drei weitere Pädophile

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"Tatort Internet": Zehnjährige vom Nachbarn missbraucht

25.10.2010, 12:16 Uhr | rev, t-online.de, dpa, PR

RTL2: Tatort Internet entlarvt drei weitere Pädophile. "Tatort Internet": Umstrittene TV-Jagd auf Kinderschänder. (Bild: RTL2)

"Tatort Internet": Umstrittene TV-Jagd auf Kinderschänder. (Bild: RTL2)

Trotz heftiger Debatten um die RTL2-Sendung, die sowohl Zustimmung als auch harte Kritik umfassen, bleibt "Tatort Internet – Schützt endlich unsere Kinder“ dem bisherigen Konzept treu und macht dort weiter, wo es aufgehört hat. Auch in der Folge vom 25.10. stellte das TV-Team um Journalistin Beate Krafft-Schöning wieder drei potenzielle Sexualtäter bloß und präsentierte einen realen zurückliegenden Fall.

Vom eigenen Nachbarn missbraucht

"Tatort Internet" erzählt die schrecklichen Geschichte von Kindern, die Opfer von sexuellen Übergriffen wurden wie die zehnjährige Conny: Der 56-jährige Schweizer Robert lebt in Spanien und sucht über ein Chatforum deutsche Brieffreunde für seine Enkelinnen. Dabei lernt er ein zehnjähriges Mädchen mit dem Chatnamen "Bommie" kennen. Die beiden unterhalten sich und "Bommie" schickt Robert auch Fotos von sich. Zunächst harmlose Urlaubsfotos, dann immer aufreizendere Aufnahmen die sie nackt zusammen mit einem nackten Mann zeigen, dessen Gesicht nicht zu erkennen ist. Sie berichtet dem Schweizer auch, dass die Aufnahmen von ihrem Nachbarn gemacht wurden, der sie und seine Tochter fotografiert, wenn seine Frau nicht zu Hause ist.

Robert wendet sich sofort an das Landeskriminalamt und versucht gleichzeitig die Adresse des Mädchens herauszufinden, was ihm auch gelingt. Das Mädchen heißt Conny, ist zehn Jahre alt und wohnt in Augsburg. Es kommen nur zwei Hausnummern in Frage. Alle Informationen werden an die Kriminalpolizei Augsburg weitergegeben, die sofort Durchsuchungsbeschlüsse für beide Häuser einholt. Die Durchsuchungen ergeben, dass es in Connys Haus zwar einen Computer, aber keinen Internetanschluss gibt. Bei ihrem Nachbarn Gunther hingegen gibt es einen solchen.

Kinderpornografie: Über 5000 Bilddateien gefunden

Bereits bei der Durchsuchung erzählt Conny einer Ermittlerin von dem Mißbrauch durch den Nachbarn. Die Ermittler stellen rund 50 Fotos sicher, die ihn dabei zeigen, wie er sich sowohl an Conny als auch an seiner eigenen Tochter vergeht. Außerdem findet sich auf seiner Festplatte eine große Sammlung harter Kinderpornographie, die rund 5000 Bilddateien umfasst. Gunther hat Conny nicht nur missbraucht und sie dabei fotografiert, sondern sie auch ihrer Identität beraubt, indem er sich im Internet als das Mädchen ausgab und die Bilder veröffentlichte. Seine Haftstrafe hat der Täter inzwischen verbüßt und ist wieder auf freiem Fuß.

Krafft-Schöning und Co. entlarven potenzielle Täter

Neben diesem realen Fall lockte das Team von "Tatort Internet" auch in dieser Epidsode auf bewährte Weise drei potenzielle Sexualtäter und Pädophile in die Falle und stellte sie bloß: Ein 46-Jähriger, der als Jugendlicher selbst Opfer von Kindesmissbrauch wurde, verabredete sich mit einem fiktiven 13-jährigen Jungen zum Sex; ein 41-jähriger Mann will die 13-jährige Sarah (von einer Darstellerin gespielt) zu sich lotsen, wofür er sich mit ihr in einem öffentlichen Café trifft und dort zunehmend aufdringlich wird; ein 26-jähriger Schichtarbeiter mit dem Nickname "ziehpapa", der als "typisches Exemplar der Generation Internet" beschrieben wird, will sich ebenfalls mit einer fiktiven 13-Jährigen zunächst im Schwimmbad zum Sex treffen, um sie dann schließlich doch im Haus ihrer Eltern, die angeblich verreist seien, zu treffen. Alle Täter werden letztendlich von Krafft-Schöning mit ihrem Vergehen konfrontiert.

Das von Ministergattin Stephanie zu Guttenberg unterstützte Format will laut eigener Aussage "aufklären," "abschrecken" und das "gesellschaftliche Bewusstsein verändern". War die Sendung anfangs ein großer Aufreger, ist die Vorgehensweise von "Tatort Internet" inzwischen fast zur Routine geworden. Trotzdem ebbt die Diskussion und Kritik, die die Sendung entfachte, noch nicht ab. Nach deutlicher Kritik von Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP), nimmt nun auch Bayerns Justizministerin Beate Merk (CSU) Stellung.

Bayerische Justizministerin bemängelt Lücken im Strafgesetz

Beate Merk hat Leutheusser-Schnarrenberger aufgefordert, nicht nur Kritik zu üben, sondern "endlich für einen lückenlosen Schutz von Kindern im Strafrecht zu sorgen". Der "Neuen Osnabrücker Zeitung" sagte Merk: "Ich höre, sehe und regele nichts: Nach diesem Motto macht Leutheusser-Schnarrenberger im Kampf gegen Kinderpornografie und Kindesmissbrauch Politik." Wer seine Aufgaben derart sträflich vernachlässige, sollte sich mit wohlfeiler Kritik an anderen zurückhalten.

Merk beklagte, das Strafrecht weise gegenwärtig "erhebliche Schutzlücken auf, die im Interesse der Sicherheit unserer Kinder rasch geschlossen werden müssen". So bleibe das Anbahnen sexuell motivierter Kontakte zu Kindern im Internet heute praktisch unbestraft, "weil das Strafgesetzbuch in dieser Frage keine klare Antwort gibt". Die CSU-Politikerin forderte, künftig "jede Kontaktaufnahme zu Kindern unter Strafe zu stellen, sofern der Täter sexuelle Absichten verfolgt".

Merk sprach sich zudem für schärfere Strafen bei Besitz von Kinderpornografie aus. "Die Höchststrafe sollte von zwei auf fünf Jahre angehoben werden." Kindesmissbrauch will die Ministerin künftig grundsätzlich als Verbrechen mit einer Mindeststrafe von einem Jahr ahnden. "Es darf nicht sein, dass der Handtaschenraub in jedem Fall ein Verbrechen ist, nicht aber der sexuelle Missbrauch eines Kindes."

* Nächste Folge am Montag, 01. November, um 21:15 Uhr bei RTL2

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