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Kerner: Mathegenie verblüfft Publikum

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Mathegenie (15): "Schneller als ein Taschenrechner!"

28.10.2010, 16:33 Uhr | rev, t-online.de

Kerner: Mathegenie verblüfft Publikum. Mathegenie Andreas Berger. (Bild: dpa)

Mathegenie: Der 15-jährige Andreas Berger zeigt bei Kerner seine Rechenkunst. (Bild: dpa) (Quelle: dpa)

Ohne Taschenrechner wären die meisten aufgeschmissen. Andreas Berger kann darüber nur lächeln. Während andere Jugendliche in seinem Alter lieber mit dem Computer oder Fußball spielen, fühlt sich der 15-jährige Schüler in der Welt der Zahlen zu Hause. 2008 gewinnt er sogar die Jugend-Weltmeisterschaft im Kopfrechnen. Nun bereitet sich der amtierende Deutsche Meister auf die nächste WM vor. In der "Kerner"-Sendung vom 28.10. gab das jugendliche Mathegenie nun eine Kostprobe seines beeindruckenden Könnens ab. Jedoch wurde dabei auch deutlich, dass der Weg von hochbegabten Kindern nicht immer der einfachste ist.

Andreas Berger verblüfft Moderator und Publikum

Zur Begrüßung nennt Johannes B. Kerner seinem Gast Andreas Berger als erste Aufgabe seinen eigenen Geburtstag: den 9. November 1964. Innerhalb nur weniger Sekunden weiß der Teenager aus Jena, dass Kerner an einem Mittwoch geboren wurde. Dieses Kunststück wiederholt Andreas im Laufe der Sendung noch mehrere Male - dabei weiß er den Wochentag, an dem ein älteres Ehepaar einst heiratete sogar besser als das Paar selbst. Nachdem Kerner ihm noch einige schwere Rechenaufgaben stellte, die der Junge ebenfalls in kürzester Zeit und ohne Hilfsmittel korrekt löst, muss der Moderator verblüfft feststellen: "So schnell kann man das ja nicht mal in einen Taschenrechner eingeben."

Kein normaler Junge

Natürlich ist Andreas Berger, der amtierende Jugend-Weltmeister im Kopfrechnen in allen Rechenbereichen, kein normaler Teenager. Während andere Jungs in seinem Alter sich mit Fußballspielen oder auch schon ersten Partys beschäftigen, dreht sich bei Andreas alles um Zahlen. Er liebt die Mathematik so sehr, dass er seine komplette Freizeit mit dem Rechnen verbringt.

Diese Leidenschaft zeigte sich bei Andreas bereits im jüngsten Alter. Während andere Kleinkinder mit Bauklötzen spielten, setzte er sich - wenn auch zunächst ohne Struktur und Ziel - schon den ganzen Tag mit Zahlen auseinander. Als er drei Jahre alt war, bekam er eine kleine Tafel geschenkt. Anschließend nötigte das kleine angehende Mathegenie seine Großmutter dazu unzählige Zahlen an diese Tafel zu malen. Etwas mehr als zehn Jahre später hatte der Junge dann auch die nötige Struktur in seine Beschäftigung mit Mathematik gebracht: Wenn seine Mutter Arbeit mit nach Hause bringt, hilft er ihr bei der Buchführung. Zudem hat Andreas Berger inzwischen einen eigenen Algorithmus für das Auflösen der dritten Wurzel entwickelt.

Geschubst, beschimpft, gemobbt: der Fluch der Hochbegabung

Doch wie viele andere hochbegabte Kinder hatte es auch Andreas nicht immer leicht in seinem Alltag, besonders in der Schule. Zwar waren seine Lehrer begeistert und würdigten sein unglaubliches Potenzial, bei seinen Mitschülern hatte er allerdings einen schweren Stand. Die Gleichaltrigen schubsten ihn, stellten ihm das Bein, beschimpften und beleidigten ihn - Mobbing, wie es viele Hochbegabte ertragen müssen. Nachdem Andreas auf eine spezielle Mathe-Akademie wechselte, ist er diese Probleme los und fühlt sich wohl. Dort unterrichtet er sogar selbst eine eigene Arbeitsgruppe, in der er anderen Kindern die Tricks der Kopfrechenkunst näher bringt. Nach seiner Schulzeit möchte Andreas selbstverständlich Mathematik studieren und anschließend als Statistiker arbeiten. In diesem Beruf hatte er bereits ein Schülerpraktikum absolviert.

Große Unterstützung durch die Eltern

Unterstützung erfuhr Andreas während seiner Laufbahn als junges Mathegenie stets von seinen Eltern. Diese fördern sein Talent bis heute und achten trotzdem auch immer darauf, dass der Druck auf ihn nicht zu groß wird und er ein normales Leben führen kann. Häufig übt Andreas am späten Nachmittag mit seinen Eltern, die ihm komplizierte Rechenaufgaben stellen. Da sie allerdings schon lange nicht mehr mit den Fähigkeiten ihres Sohnes mithalten können, hat Andreas Vater, selbst Physiker, einen speziellen Rechen-Computer gebastelt, der seinem Sohn immer wieder neue Aufgaben stellt.

Damit aus der Begabung keine "Behinderung" wird

Wie wichtig die richtige Förderung von hochbegabten Kindern - vor allem durch die Eltern - ist, betonen Experten immer wieder. Eltern hochbegabter Kinder werden von ihrer Umgebung oft mit ihrer Problematik gar nicht ernst genommen. Schließlich sieht es doch auf den ersten Blick so aus, als sei diese Gabe nicht gerade ein Grund zum Jammern. Was viele allerdings nicht beachten, sind die Schwierigkeiten, die sich im Zusammenleben ergeben können. Diese Kinder haben eine enorme Wissbegierigkeit, die sie auch erfüllt sehen möchten, und sie haben, wenn überhaupt, nur wenige Freunde.

Doch eines muss man sich klar machen: Hochbegabte sind weder Wunderkinder noch handelt es sich hier um eine psychische Störung. Hochbegabung ist, wie das Wort schon sagt, eine Gabe, die genutzt werden sollte. Bei "Genius Hochbegabung", einer Internetseite, die sich an Eltern, verantwortungsvolle Erzieher und interessierte Pädagogen wendet, heißt es: "Schön an Hochbegabung ist der Reichtum des Gedankengutes Ihres Kindes, seine besonderen Fähigkeiten, die es hat, seine zielgerichtete Interessenlage, seine Freude am Denken. Das Problem bei Hochbegabten ist, dass sie sich völlig verschließen können, wenn sie nicht gefördert werden, keine geistige Nahrung erhalten. Dann wird unter Umständen aus dem brillanten Schüler ein Versager, aus der Begabung eine 'Behinderung'." Eine Gefahr, die bei Andreas Berger, dank der verantwortungsvollen Förderung der Eltern und dem Schulwechsel, nicht bestehen sollte.

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