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Verkehrssicherheit und Unfallstatistik: 2010 mehr Kinder im Straßenverkehr tödlich verunglückt

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Verkehrssicherheit  

Immer mehr Kinder sterben im Straßenverkehr

10.12.2010, 11:45 Uhr | rw, t-online.de, ots, dpa

Verkehrssicherheit und Unfallstatistik: 2010 mehr Kinder im Straßenverkehr tödlich verunglückt . Verkehrssicherheit: Die Zahl der tödlich verunglückten Kinder im Straßenverkehr steigt. (Bild: imago)

Verkehrssicherheit: Die Zahl der tödlich verunglückten Kinder im Straßenverkehr steigt. (Bild: imago) (Quelle: imago)

Seit Jahren ist die Gesamtzahl der Verkehrstoten in Deutschland rückläufig. Diese erfreuliche Unfallstatistik täuscht allerdings darüber hinweg, dass die deutschen Verkehrswege für Kinder nach wie vor brandgefährlich sind. Nun hat das Statistische Bundesamt (Destatis) auf Grundlage der bisherigen Unfalldaten eine erste Schätzung über die Verkehrstoten des laufenden Jahres veröffentlicht. Das erschreckende Ergebnis: Die Zahl der Unfalltoten unter 14 Jahren steigt massiv.

Verkehrssicherheit: Unfallstatistik weist mehr tödlich verunglückte Kinder aus

Zwar setzt sich der positive Trend von insgesamt weniger Verkehrstoten fort, jedoch gibt es eine Gruppe, die nicht von diesem Gesamttrend profitieren kann: die Kinder unter 14 Jahren. In dieser Altersgruppe waren im Untersuchungszeitraum über ein Drittel (34 Prozent) mehr tödlich verunglückte Unfallopfer zu beklagen als 2009. Wo Autofahrer von den immer besseren Sicherungssystemen in ihren modernen Fahrzeugen profitieren, bleiben Kinder auf der Straße weitgehend ungeschützt, wenn sie mit dem Fahrrad oder zu Fuß am Verkehr teilnehmen. So starben dieses Jahr von Januar bis August schon 82 unter 14-Jährige auf deutschen Straßen. Das sind 21 mehr als im selben Zeitraum des Vorjahres.

Verkehrssicherheit gerade im Winter ein Thema

Besonders gefährdet sind Kinder im Winter. Die Straßen sind glatt und der morgendliche Schulweg, sowie der abendliche Weg nach Hause von Sportverein, Nachhilfe oder Musikunterricht finden im Dunkeln statt. Das birgt Risiken. Mangelnde Sicht ist eine der Hauptursachen für Verkehrsunfälle mit Kindern, so eine Erkenntnis der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung. Wenn die Tage kürzer werden, sollten Kraftfahrer deshalb ganz besonders auf die Kleinen achten.

Ständige Gefahren für Kinder im Straßenverkehr verschärfen sich im Winter: "Gerade wenn es dunkler ist, können Kinder Geschwindigkeiten nur schwer einschätzen", sagt ADAC-Verkehrspädagogin Beate Pappritz. Die Wahrnehmungsfähigkeiten von Heranwachsenden hängen stark vom Alter ab. Das Sichtfeld von Kindern ist vor allem im Vorschulalter noch tunnelförmig eingeschränkt.

Mehr Verkehrssicherheit durch bessere Sichtbarkeit

Auf der anderen Seite ist es die schlechte Sicht für Autofahrer, die die Kleinen in Gefahr bringt: "Sicherheit durch Sichtbarkeit" fordert deshalb die Deutsche Verkehrswacht (DVW) vor allem für die dunklen Jahreszeiten. Hier sind die Eltern gefordert, auf auffällige Kleidung bei ihrem Nachwuchs zu achten. Anoraks, Jacken und Ranzen sollten mit Reflektoren versehen und möglichst hell sein: "Es geht darum, die Kinder zum Strahlen zu bringen", sagt ADAC-Pädagogin Pappritz.

Verkehrssicherheit kann man trainieren

Auf dem Schulweg denken jedoch gerade die Jüngsten nicht in erster Linie an ihre Sicherheit. Verkehrspädagogen mahnen deshalb, diesen täglichen Weg gut zu üben. ADAC-Mitarbeiterin Pappritz rät zu wiederholtem Schulwegtraining - und auch zur Kontrolle: "Einige Wochen nach Schulbeginn sollten Eltern ihren Nachwuchs ruhig heimlich verfolgen, um das Verkehrsverhalten zu beobachten." Ebenso wie der Schulweg sollten auch alle anderen Wege, die Kinder regelmäßig gehen oder fahren müssen, trainiert werden.

Zur Routenwahl gilt der allgemeine Tipp: Der kürzeste Weg ist nicht automatisch der sicherste, sondern der mit möglichst wenigen Straßenüberquerungen. Wo sich diese nicht vermeiden lassen, sollten sie mit Ampeln und Zebrastreifen ausgestattet sein. Auch der festgetretene Schnee auf den Gehwegen mahnt zu besonderer Vorsicht. Die DVW empfiehlt festes Schuhwerk für rutschige Wege.

Im Auto ist die Verkehrssicherheit nicht unbedingt größer

"Bei Schmuddelwetter neigen Eltern dazu, ihre Kinder zur Schule zu fahren", stellt Pappritz fest. Doch dies ist nicht unbedingt ungefährlicher, wie das Statistische Bundesamt ermittelt hat: Besonders morgens zu Schulbeginn zwischen acht und neun Uhr würden Kinder im Alter zwischen sechs und zehn Jahren in Unfälle verwickelt - und zwar als Mitfahrer im Pkw. Besonders gefährlich für Leib und Leben der Kinder sind diese Unfälle deshalb, weil viele Eltern aus Bequemlichkeit auf dem kurzen Schulweg auf die ordnungsgemäße Sicherung verzichten. Die Regeln sind eindeutig, mahnt an dieser Stelle ADAC-Expertin Pappritz: "Bis zum Alter von zwölf Jahren oder einer Körpergröße von 1,50 Meter müssen Kinder in einen Kindersitz."

Auch Städte und Gemeinden können zu mehr Verkehrssicherheit beitragen

Um Kinder besser zu schützen, sind allerdings nicht nur die Eltern in der Pflicht. Auch Städte und Gemeinden könnten einiges tun. Unfallvorbeugende Wirkung hätten beispielsweise sogenannte Dialog-Displays. Darauf weist der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hin. Vorzugsweise in der Nähe von Schulen und Kindergärten informieren sie am Straßenrand Autofahrer nicht nur über deren aktuelle Geschwindigkeit. Sie zeigen auch lachende Kindergesichter und loben mit einem grün unterlegten "Danke!", wenn sich der Fahrer ans Tempolimit hält. Falls nicht, erscheint ein "Langsam!" in Rot.

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