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Umzug mit Hindernissen: Schulwechsel im föderalen System

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Umzug  

Umzug mit Hindernissen - Schulwechsel im föderalen System

04.01.2011, 11:34 Uhr | Jenni Zwick, t-online.de

Umzug mit Hindernissen: Schulwechsel im föderalen System. Bei einem Umzug in ein anderes Bundesland leiden vor allem die Kinder. (Bild: imago

Bei einem Umzug in ein anderes Bundesland leiden vor allem die Kinder. (Bild: imago)

Muss eine Familie mit schulpflichtigen Kindern in ein anderes Bundesland umziehen, wird es schwierig. Denn Schulen sind in Deutschland Ländersache. Das heißt: In den verschiedenen Bundesländern gelten unterschiedliche Gesetze, die teilweise nicht miteinander kompatibel sind. Obwohl von Arbeitnehmern mittlerweile eine hohe Mobilität und Flexibilität gefordert wird, ist ein Standortwechsel dadurch unnötig schwer. Erschwerend kommt hinzu, was der Pisa-Ländervergleich zeigt: Das Leistungsniveau in den Bundesländern variiert zum Teil erheblich. Die Schüler müssen nicht nur neue Freunde finden, auch die Schulbücher sind anders und der Lernstoff unterscheidet sich teilweise gravierend. Daher der Rat an umzugswillige Familien: Setzen Sie sich so früh wie möglich mit dem Thema auseinander!

Schulsystem wandel dich 

Jedes Bundesland kocht sein eigenes Süppchen, Grund dafür ist das föderale Bildungssystem in Deutschland. Vielerorts ist das G8-Abitur eingeführt und muss durchgezogen werden, mancherorts haben Schüler und Eltern noch die Wahl, das Abitur in zwölf oder dreizehn Jahren zu machen. In manchen Bundesländern erfolgt die Einschulung mit fünf Jahren, in anderen müssen die Grundschüler erst mit sieben in die Schule. Manche lernen schon in der dritten Klasse Englisch, andere erst ab der fünften. In einigen Bundesländern kann Spanisch als erste Fremdsprache gewählt werden, in anderen nicht. Manche Erstklässler starten mit Druckbuchstaben, andere mit Schreibschrift. Die Liste der Unterschiede in den jeweiligen Schulsystemen ist lang. Die Leidtragenden sind die Kinder - und ihre Eltern.

Deutschland, einig Bürokratieland

Hilfe von den einzelnen Schulen ist erfahrungsgemäß kaum zu erwarten. Schicken Eltern Anfragen bestimmter Fächerkombinationen ihrer Kinder an Schulen und diese passen nicht, kommt meistens eine einfache Absage - ohne ein Hilfsangebot oder einem Alternativvorschlag der Schule. Und trotzdem muss alles seine Richtigkeit haben. In einem traditionell bürokratischen Land wie Deutschland wundert dies nicht.

Sind beispielsweise Fristen vor dem neuen Schuljahr abgelaufen, ist ein Durchkommen beim Schulamt schwer. Deshalb sollte jeder Schulwechsel gut geprüft und vor allem langfristig geplant werden. In manchen Fällen macht es sogar Sinn, ein fast volljähriges Kind in der Heimat seinen Abschluss machen zu lassen. Oder es direkt die Klasse auf der neuen Schule wiederholen zu lassen. Das ist vor allem empfehlenswert, wenn absehbar ist, dass zum Beispiel die Fremdsprachen in einer anderen Reihenfolge angeboten werden oder die Noten nicht stabil genug sind, um einen Wechsel gut zu überstehen.

Vergleichen und informieren

Wenn Sie den Umzug planen und nach einer passenden Schule suchen, achten Sie zunächst auf die Ausrichtung der jeweiligen Schule. Mittlerweile verfügen fast alle Schulen über eigene Webseiten, auf denen Sie sich im ersten Schritt informieren können und gegebenenfalls Kontaktmöglichkeiten zu Beratungsstellen finden. Passen die Schwerpunkte zur bisherigen Schullaufbahn Ihres Kindes? Vor allem bei Sprachkombinationen oder Schwerpunkten wie Wirtschaft oder Naturwissenschaften kann es Schwierigkeiten geben.

Auch sind weiterführende Schulen mittlerweile manchmal sehr technikorientiert oder bieten viele praktische Übungen an. Hier wird es für Ihr Kind möglicherweise schwer mitzuhalten. Heinz Schlegel, Fachmann an einer staatlichen Schulberatungsstelle in Bayern, empfiehlt, mit dem zuständigen Beratungslehrer der neuen Schule Kontakt aufzunehmen und zu klären, ob eventuelle Lücken in den Ferien aufgearbeitet werden könnten. Er gibt außerdem den Rat an alle Länderwechsler, sich die alten Schulbücher der neuen Klasse zu besorgen und gezielt den Stoff der Hauptfächer nachholen.

Planen Sie frühzeitig

Wie gesagt, die Lerninhalte sind sehr unterschiedlich zwischen den Bundesländern - lassen Sie sich deshalb den Wissensstand Ihres Kindes von der aktuellen Schule bescheinigen. Sie können auch den Klassenlehrer um eine Beurteilung bitten. Dies ist vor allem ratsam, wenn Sie während des Schuljahres umziehen müssen. Wichtig sind dabei die Kernfächer wie Deutsch, Mathematik, Fremdsprachen und gegebenenfalls Naturwissenschaften. Nehmen Sie frühzeitig Kontakt zum zuständigen Schulamt der Stadt oder Gemeinde, in die Sie ziehen auf, um sich nach passenden Schulen in der nächsten Umgebung zu erkundigen. Sie bekommen wahrscheinlich eine Liste der Schulen, die in Ihrem Einzugsgebiet erreichbar sind.

Besteht die Möglichkeit, schauen Sie sich mit Ihrem Kind die zur Auswahl stehenden Schulen an. Ihr Kind muss sich wohl fühlen und sollte deshalb ein Mitspracherecht haben, wenn es die Gegebenheiten zulassen! Falls mehrere Schulen zur Auswahl stehen, machen Sie einen Termin mit dem Direktor oder bestenfalls mit dem potenziellen Lehrer oder Lehrerin. Zu diesem Termin können Sie Zeugnisse oder aktuelle Leistungsnachweise mitnehmen, mögliche Schwierigkeiten besprechen und sich über die Unterschiede im Lehrplan austauschen. Steht die Schule dann fest, versuchen Sie, die Lehrbücher des kommenden Schuljahrs im Vorfeld zu bekommen. So können Sie und Ihr Kind sich gut auf den Stoff vorbereiten und erkennen frühzeitig, wo es Probleme geben könnte.

Alle Möglichkeiten bedacht?

Ein neuer Schulstart ist eine starke psychische Belastung für Ihr Kind. Versuchen Sie deshalb, es emotional zu unterstützen und sein Selbstwertgefühl zu stärken. Sie kennen Ihr Kind am besten: Wird es mit der neuen Situation zurechtkommen? Gerade, wenn Sprachen nachgearbeitet werden müssen, um in die neue Klasse aufgenommen werden zu können, kann es schwierig werden. Überlegen Sie deshalb gut, ob der Umzug wirklich notwendig ist, ob es die richtige Schule für Ihr Kind ist (manchmal ist beispielsweise ein kurzer Schulweg ein schlechtes Argument für eine neue Schule) oder ob Ihr Kind nicht eine gewisse Zeit bei Oma und Opa leben kann. Bedenkenswert ist auch der Zeitpunkt des Schulwechsels: Meistens kommen Kinder am besten zurecht, wenn sie zu Beginn des Schuljahres in eine neue Klasse kommen. Der Lernstoff ist dann für alle Schüler neu, die Lehrerin hat Zeit, sich auf die Fähigkeiten und den Wissensstand des neuen Schülers einzustellen und möglicherweise gibt es noch einen "Neuen“ in der Klasse.

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