Startseite
Sie sind hier: Home > Eltern > Schulkind >

Mobbing: Beliebte Schüler mobben mehr

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Mobbing  

Beliebte Kinder mobben mehr

09.02.2011, 14:22 Uhr | Spiegel Online

Mobbing: Beliebte Schüler mobben mehr. Gemeinsam mobbt es sich leichter. Beliebte Kinder haben können sich ein aggressives Verhalten eher leisten. (Foto: imago)

Gemeinsam mobbt es sich leichter. Beliebte Kinder haben können sich ein aggressives Verhalten eher leisten. (Foto: imago) (Quelle: imago)

Kann man viele Freunde haben und zugleich gemein sein? Unter Schülern ist das durchaus normal, wie Psychologen jetzt beobachtet haben. Nur die wenigen Kinder an der Spitze der Beliebtheitsskala haben Mobbing nicht mehr nötig.

Aggressives Verhalten innerhalb einer Gruppe wird oft Außenseitern zugeschrieben. Wer mit seinen Mitmenschen gut verdrahtet ist, wird diese kaum mobben, glaubt man. Bei Schülern gilt das jedoch nicht: Wie Wissenschaftler der University of California in Davis jetzt berichten, sind besonders beliebte Kinder zugleich häufiger aggressiv.

Beliebte Schüler hänseln häufig

Robert Faris und seine Kollegen hatten ein Jahr lang 3722 Kinder aus Schulen in North Carolina beobachtet. Überraschenderweise zeigte sich dabei, dass beliebte Schüler zugleich dadurch auffielen, dass sie ihre Mitschüler besonders häufig hänselten, ärgerten oder körperlich attackierten. Das Erreichen eines hohen sozialen Status sei mit einem widersprüchlichen Verhalten verbunden, schreiben die Forscher im Fachblatt "American Sociological Review". Nur die obersten zwei Prozent der beliebten Schüler zeigten weniger Aggressionen - so wie auch die weniger populären Schüler.

Die ganz oben mobben nicht

Faris erklärt die reduzierte Aggressivität bei den Top-Schülern und den weniger beliebten unterschiedlich: "Die ganz unten haben nicht die soziale Macht, aggressiv zu sein", sagt er. "Die ganz oben haben alle Macht, aber brauchen sie nicht."

Die Beliebtheit eines Schülers hatten die Forscher über dessen Position im Freunde-Netzwerk bestimmt. Je zentraler ein Kind darin positioniert war, umso höher galt seine Beliebtheit. Als aggressives Verhalten werteten die Psychologen körperliche und verbale Angriffe - aber auch indirekte Attacken, etwa das Streuen von Gerüchten über andere. Die Aggressionsrate wurde aus der Anzahl der Mitschüler berechnet, die eine Person in den vergangenen drei Monaten traktiert hatte.

Zeichen von Schwäche

Das scheinbar paradoxe Phänomen, dass steigende Beliebtheit mit erhöhter Angriffslust einhergeht, können die Forscher gut erklären. "Aggression erfordert gewöhnlich einen gewissen sozialen Rückhalt", sagt Faris. Die Kinder würden sich jeden Tag in der Schule sehen und jeder Mobbing-Akt berge das Risiko, ausgeschlossen zu werden. "Wer sich im Zentrum des Netzwerkes befindet, hat die stärkeren sozialen Bindungen und kann so eine Ächtung durch andere eher verhindern." Anders gesagt: Beliebte Kinder mobben, weil sie es sich leisten können.

Dass die besonders angesehenen Schüler dann weniger aggressiv auftreten, erklären die Wissenschaftler mit deren außergewöhnlichen Situation. Mobbing gegenüber Mitschülern könne als Schwäche oder Unsicherheit interpretiert werden und somit die eigene Position gefährden, sagt Faris.

Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.
Neue Kommentare laden
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Eltern
Stress macht Kinder krank
Stress macht Grundschüler krank. (Screenshot: Zoomin)

Ruhr-Uni Bochum legt neue Studienergebnisse vor, wie man Stress abbauen kann. zum Video

Anzeige
Video des Tages
Anzeige

Shopping
tchibo.deOTTObonprix.deESPRITC&ACECILzalando.dedouglas.deKlingel.de

Anzeige
shopping-portal