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"Tod einer Richterin - Auf den Spuren von Kirsten Heisig"

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"Tod einer Richterin"  

"Tod einer Richterin - Auf den Spuren von Kirsten Heisig"

09.03.2011, 14:44 Uhr | dos, t-online.de

"Tod einer Richterin - Auf den Spuren von Kirsten Heisig". Selbstmord einer Richterin: Ein ARD Film versucht dem Menschen Kirsten Heisig näher zu kommen. (Foto: ARD)

Selbstmord einer Richterin: Ein ARD Film versucht dem Menschen Kirsten Heisig näher zu kommen. (Foto: ARD)

Warum nahm die Neuköllner Jugendrichterin Kirsten Heisig sich das Leben? Diese Frage wird wahrscheinlich niemand sicher beantworten können. Die ARD Dokumentation "Tod einer Richterin - Auf den Spuren von Kirsten Heisig" versucht dennoch, ein bisschen tiefer in das Leben einer unkonventionellen Frau zu blicken, die gegen die Gewalt kämpfte und am Ende eben doch nicht stark genug war.

"Kirsten Heisig ist nicht verzweifelt oder deprimiert. Sie ist eine Kämpferin. Sie hat etwas in Bewegung gesetzt, das die schreckliche Spirale von Gewalt, Respektlosigkeit und Verwahrlosung stoppen soll und woran sie glaubt", schrieb die Deutsche Presse-Agentur im April 2010 über die Neuköllner Jugendrichterin. Diese Worte sollten sich nicht bewahrheiten: Nur drei Monate später fand man ihre Leiche - Kirsten Heisig hatte sich erhängt.

So viele Gesichter wie erfundene Namen

Der ARD-Film "Tod einer Richterin - Auf den Spuren von Kirsten Heisig" versucht der Frau und Richterin näherzukommen, die wahrscheinlich so viele Gesichter wie erfundene Namen hatte: "Richterin Gnadenlos", "Mutter Courage", "der Schrecken von Neukölln" wurde sie genannt. Bekannt geworden ist sie durch das "Neuköllner Modell", das vorsieht, Strafverfahren gegen Jugendliche zu verkürzen und auch schon für kleine Delikte harte Strafen zu verhängen.

Lebensfrohe Mutter und knallharte Richterin, die auch an der Basis arbeitete

Die beiden Filmemacherinnen Güner Balci und Nicola Graef lassen Menschen aus dem Arbeitsumfeld von Heisig zu Wort kommen, die unterschiedliche Persönlichkeiten der körperlich zarten Richterin beschreiben: Da war eine vitale, lebensfrohe Mutter von zwei Töchtern mit klaren Zielen, die begeistert Fußball schaute, gerne tanzte und in Eckkneipen grünen Tee trank, sagen Kollegen und der Neuköllner Bürgermeister Heinz Buschkowsky.

Da war außerdem eine knallharte Richterin, die von vielen gefürchtet worden ist: "Wir haben sie gehasst, sie war für uns schlimmer als der Teufel", sagt der jugendliche Straftäter Gibran.

Und da war eine Kämpferin, die sich traute, gegen den Strom zu schwimmen, die fest davon überzeugt war, als Richterin auch einen präventiven Auftrag zu haben. Heisig suchte die Welt der Straftäter auf, sprach mit deren Familien, arbeitete an der Basis. Zusammen mit dem Neuköllner Integrationsbeauftragten Arnold Mengelkoch veranstaltete sie abendliche Gesprächsrunden mit arabischen und türkischen Familien, versuchte sie davon zu überzeugen, dass das Lernen der deutschen Sprache und regelmäßige Schulbesuche für alle Kinder wichtig sind.

Kirsten Heisig war im Dauerstress, ließ auch keinen Auftritt in der Öffentlichkeit aus. "Mir wurde schon beim Zugucken schwindlig", beschreibt einer ihrer Kollegen ihr selbst gesetztes Arbeitspensum.

"Sie lebt in unseren Herzen"

Am Ende zeigte sie eine letzte Seite. Nämlich die einer schwachen, erschöpften Frau, die nicht mehr weiter konnte und wollte und sich in einem Waldstück nahe Berlin erhängte. Doch vergessen ist sie nicht: "Sie lebt in unserem Herzen. Das soziale Engagement, das sie uns beigebracht hat, wollen wir weiterführen", sagt Mevluet Asir von der Türkischen Vätergruppe Neukölln mit Tränen in den Augen.

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