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Deutsch-Französisches Gymnasium mausert sich zur Eliteschule

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Deutsch-Französisches Gymnasium mausert sich zur Eliteschule

07.04.2011, 12:38 Uhr | dpa

Deutsch-Französisches Gymnasium mausert sich zur Eliteschule. Das Deutsch-Französische Gymnasium LFA in Buc entwickelt sich zur Eliteschule und hat bereits 850 Schüler. (Foto: imago) (Quelle: dpa)

Das Deutsch-Französische Gymnasium LFA in Buc entwickelt sich zur Eliteschule und hat bereits 850 Schüler. (Foto: imago) (Quelle: dpa)

Ein weitgehend aufgegebenes Bildungsexperiment aus den euphorischen Anfangstagen der deutsch-französischen Beziehungen entpuppt sich in Frankreich gerade als Hit. Eine von beiden Ländern gegründete Schule stieß in die Top-Liga der besten Gymnasien des Landes vor. "Wir sind ein Bildungs-Dinosaurier - aber ein sehr lebendiger, sehr erfolgreicher Dinosaurier", sagt Annick Libéral. Die Französin leitet gemeinsam mit ihrem Kollegen Christian Nestmann das Deutsch-Französische Gymnasium in Buc. Der Deutsche Michel drückt hier gemeinsam mit der Französin Marianne die Schulbank. Am Rande von Versailles gelegen, wo einst "Sonnenkönig" Ludwig XIV. seinen Jagdgelüsten frönte, entstand die Schule 1982 als zweisprachiges Lycée Franco-Allemand (LFA). Es war das erste seiner Art in Frankreich, nach gleichartigen Schulen in Freiburg und Saarbrücken - und sorgt jetzt als Eliteschule für Schlagzeilen.

Die Eliteschule bleibt die Einzige

Das Schul-Trio sollte nach dem Willen der Politiker Vorläufer für ein ganzes Netzwerk derart neuer Schulen in beiden Ländern werden - Schulen, die in ihrer Zusammensetzung weder dem französischen noch dem von den jeweiligen Bundesländern geprägten, deutschen Modell entsprachen. "Der Traum war damals, die Bildungssysteme beider Länder näherzubringen - doch das hat so ja nicht geklappt", sagt Nestmann. Der Traum war schnell ausgeträumt: Der neue Schultyp scheiterte nicht nur an bürokratischen Hürden, sondern entpuppte sich auch als teuer. Hinzu kam das Problem, geeignete Lehrkräfte zu finden: "Es reicht eben nicht, wenn der Physiklehrer ein wenig Französisch spricht."

Damit blieb es bei den drei Pionier-Schulen, die in beiden Ländern wie einsame Leuchttürme aus der Bildungslandschaft ragen und sich erfolgreich als Exoten etablierten. In Frankreich hat das LFA gerade Karriere als Top-Eliteschule gemacht. Unter 4000 Gymnasien stieß es in der jüngsten Liste des Bildungsministeriums angesichts der guten Ergebnisse seiner Absolventen überraschend in die sehr überschaubare Spitzengruppe der besten Schuleinrichtungen des Landes vor.

Aufnahmeprüfungen sind erforderlich

Als einzigartiges Bildungsexperiment mit europäischer Signalwirkung sieht Schulleiterin Libéral ihr Gymnasium. Als staatlich geförderte und damit kostenlose elitäre Kaderschmiede sehen es dagegen viele französische Eltern. Die Folge: Die Schule unweit von Paris musste Aufnahmeprüfungen einführen, um ihrem eigenen Erfolg gerecht zu werden. Mit 850 Schülern platzt sie heute schon aus allen Nähten - nach der Investition von 40 Millionen Euro in den Ausbau einer angegliederten Grundschule soll die Zahl bald auf 1200 wachsen.

Fächer in Deutsch und Französisch

Das Konzept des LFA ist einfach: Die Schüler werden zunächst in ihrer Muttersprache unterrichtet, in den Folgejahren kommen immer mehr Fächer in der jeweils anderen Sprache hinzu. Der deutsch-französische Abschluss mit Baccalauréat und Abitur ermöglicht dann ein Studium diesseits oder jenseits des Rheins. Deutschland ist durch die Finanzierung der 28 deutschen Lehrkräfte Co-Partner der Schule, die mit ihrem Angebot auch auf die immer zahlreicher werdenden Kinder aus deutsch-französischen Ehen zugeschnitten ist. Als europäische Begegnungsschule zieht sie zudem Schüler anderer Nationen an.

"LFA ist und bleibt eine Versuchsschule"

Der deutsch-französische Motor, der nach Politikermeinung Europa auf dem Weg in die Gemeinsamkeit voranbringt, steht in Buc jeden Tag aufs Neue auf dem Prüfstand. Im Mikrokosmos des LFA zeigt sich immer wieder, was in der großen Politik Trumpf ist: Ständige Kompromisse prägen den vielbeschworenen Schulterschluss zwischen Deutschen und Franzosen im Schulalltag. "Wir waren stets eine deutsch-französische Versuchsschule - und bleiben auch eine; es wird ein permanenter Versuch bleiben", meint Co-Direktor Nestmann. Bei dem einzigartigen Schulmodell fällen er und seine französische Kollegin in gemeinsamer Absprache täglich neu pragmatische Entscheidungen.

Zurzeit stehen die Abiturvorbereitungen an, danach soll ein Netzwerk ehemaliger Schüler aufgebaut werden. "Wir bereiten gerade unsere Jubiläen vor", sagt Schulleiterin Libéral. "Unsere Schule hier in Buc wird im nächsten Jahr 30, Freiburg wird 40 und Saarbrücken 50 Jahre alt". Dann sollen auch möglichst viele Ehemalige dabei sein.

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