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Schulweg: "Taxi-Eltern" schaden ihren Kindern

01.08.2011, 17:29 Uhr | tze, ots

Schulweg: "Taxi-Eltern" schaden ihren Kindern. Immer mehr Kinder kommen im "Eltern-Taxi" zur Schule. (Foto: imago)

Immer mehr Kinder kommen im "Eltern-Taxi" zur Schule. (Foto: imago)

Immer mehr Schüler werden von den Eltern mit dem Auto in die Schule gefahren statt zu laufen oder mit dem Fahrrad zu fahren. Doch solche "Taxi-Eltern" tun ihren Kindern damit nicht nur Gutes, sondern gefährden deren Selbständigkeit und Sicherheit. Das geht aus einer Studie der Ruhr-Universität Bochum hervor.

Kinder bewegen sich kaum noch selbständig fort

Von den Großeltern kennt man noch Geschichten von stundenlangen Fußmärschen zur kilometerweit entfernten Schule im Nachbardorf, durch Feld, Wald und Wiese, im Morgengrauen oder bei Regen. Heute werden Kinder sogar gefahren, wenn der Schulweg zu Fuß kaum fünf Minuten dauert. Seit den 1970er Jahren bewegen sich Kinder immer weniger selbstständig fort.

Dieser Trend habe sich in den letzten 20 Jahren noch verstärkt, wie Geografen der Ruhr-Universität in einem gemeinsamen Projekt mit Wissenschaftlern der University of Westminster in England ermittelt haben. Die Wissenschaftler untersuchten das Verkehrsverhalten und die Mobilität von sieben- bis 15-Jährigen an fünf Grund- und Realschulen in Nordrhein-Westfalen.

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Eltern haben Angst vor Verkehr und Verbrechen

Ein Ergebnis Studie ist, dass Kinder öfter von Erwachsenen statt von anderen Schülern begleitet werden, heißt es in einer Pressemitteilung der Ruhr-Universität. Dies lasse sich nur zum Teil mit einem längeren Schulweg oder der Wohnsituation begründen. "Das hängt auch mit der Angst der Eltern und Kinder vor dem Straßenverkehr und mit der Angst vor fremden Personen zusammen", erklärt der Geograf Andreas Rendecker.

Kinder können sich schlechter orientieren

Als positiven Effekt sehen die Wissenschaftler, dass weniger Kinder auf dem Schulweg verunglücken. Andererseits gefährde das zunehmende Verkehrsaufkommen durch die "Eltern-Taxis" wiederum andere Fußgänger. Außerdem gebe es Nachteile für die gefahrenen Schüler selbst: "Kinder, die viel mit dem Auto gefahren werden, finden sich in ihrer Umgebung schlechter zurecht", sagt der ebenfalls an der Studie beteiligte Wissenschaftler Björn Frauendienst im Apothekenmagazin "Baby und Familie".

Auch Fünf- und Sechsjährige können alleine heimgehen

Außerdem hätten die Kinder keine Gelegenheit, richtiges Verhalten im Straßenverkehr zu üben, wenn sie immer gefahren werden. Das Paradoxon: Eltern wollen ihre Kinder vor Gefahren im Verkehr schützen, setzen sie aber dadurch noch größeren Gefahren aus. Eltern sollten sich dabei ihrer Vorbildfunktion bewusst sein: "Wird konsequent das richtige Verhalten geübt, können auch schon Fünf- oder Sechsjährige alleine nach Hause gehen, sofern der Weg dies zulässt," betont Frauendienst. Nicht zuletzt ist es gut für die Beweglichkeit und körperliche Fitness, wenn Kinder mehr laufen oder fahrradfahren.

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