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Jugendforschungsschiff: Lernen auf dem Wasser

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Umwelt-Störfall als Unterrichtsfach

15.08.2011, 10:17 Uhr | Andrea Barthélémy, dpa

Jugendforschungsschiff: Lernen auf dem Wasser. Lernen auf dem Schiff: Auf dem Jugendforschungsschiff "Cormoran" können Kinder Wasserproben analysieren. (Foto: dpa)

Lernen auf dem Schiff: Auf dem Jugendforschungsschiff "Cormoran" können Kinder Wasserproben analysieren. (Foto: dpa)

Öko-Katastrophe! Alarm auf der "Cormoran", aber nur im Planspiel: In Berlin bietet das Jugendforschungsschiff eine spannende Alternative zu dem herkömmlichen Unterricht in Bio, Physik und Chemie. Lernen und Umweltschutz im Team und im Wettbewerb. Das kann Spaß machen. So sieht es auf dem Schiff aus.

Jugendforschungsschiff: Umweltschutz als Schulfach

An einem Brandenburger See sind aus einer Fabrik giftige Chemikalien ausgetreten und gelangen über die Spree nach Berlin. Störfall-Alarm - Was tun? Auf dem alten, umgebauten 20-Meter-Kutter, der direkt neben der Oberbaumbrücke auf der Spree ankert, bricht Betriebsamkeit aus. Eine Oberschulklasse ist zu Gast auf dem Jugendforschungsschiff "Cormoran" und hat die Aufgabe, sich der drohenden Öko-Katastrophe zu stellen. Zwei Teams treten gegeneinander an, nehmen und analysieren Wasserproben, üben sich in Krisen-Kommunikation. Und haben nach fünf Stunden einiges mehr gelernt als an einem Morgen im Schulzimmer. "Lernen kann und soll Spaß machen", sagt Uwe Schneider ("Das Schiff e.V"), der das mehrfach preisgekrönte Konzept ins Leben rief.

Preisgekröntes Konzept kommt gut an

Der Erfolg scheint ihm recht zu geben. Seit das bundesweit einzigartige Jugendforschungsschiff in diesem April zum ersten Mal die Leinen los machte, waren bereits über 1000 Schüler zu Gast. "Die Nachfrage hat uns regelrecht überrollt", sagt Schneider. Nicht nur Berliner und Brandenburger Schüler besuchen die "Cormoran", aus ganz Deutschland kommen Klassen - etwa im Rahmen einer Klassenreise nach Berlin. Selbst aus Namibia waren schon Schüler an Bord, berichtet Schneider.

Russischer Wogaschlepper wird Schulschiff

Jetzt gab es von der Initiative "Deutschland - Land der Ideen" schon die nächste ehrenvolle Auszeichnung, undotiert. "Ein Pott Farbe wär auch mal schön", schmunzelt Schneider und nimmt unter dem Sonnendeck Platz, das mit Solarzellen bestückt ist. Alles auf der "Cormoran", die in ihrem ersten Leben ein robuster Wolgaschlepper in der Sowjetunion war und dann durch die DDR schipperte, ist heute überholt und umgebaut - mit Herzblut und dem monatelangem Einsatz einer Handvoll Ehrenamtlicher. Finanzielle Unterstützung kam von diversen Sponsoren, vor allem vom Paritätischen Wohlfahrtsverband.

Herzstück ist der Laborraum

So findet sich neben Solarmodulen und Windrad nun als Herzstück im Unterdeck ein modern ausgestatteter Laborraum, in dem die Schüler die chemischen, physikalischen und mikrobiologischen Untersuchungen machen. Weiße Kittel hängen dort an den Wänden neben der eingebauten Laborzeile, auf den Tischen stehen leistungsfähige Mikroskope und ein Computer für die Auswertungen bereit. Klettert man die steile Stiege wieder hoch, spürt man Wind und Wellengang, riecht Wasser und Motorenöl. "Der Lernort Wasser hat so viel Unterschiedliches zu bieten", sagt Schneider.

Es habe ihn gewurmt, dass der Erlebnisraum Wasser der Allgemeinheit und vor allem Kindern und Jugendlichen kaum zur Verfügung stehe, erzählt Schneider, der als Segler und Schiffer dem Wasser seit Jahrzehnten verbunden ist. Deshalb quittierte der promovierte Kunsthistoriker vor zwei Jahren seinen Uni-Job und kaufte den Wolgaschlepper - und mittlerweile sogar noch einen zweiten Kutter, auf dem der Verein "Das Schiff" erlebnispädagogische Reisen für Kinder anbietet.

Kein Bespaßungsprogramm

"Wir wollen hier kein Bespaßungs-Programm machen", betont Schneider. Aber um auch die chronisch Desinteressierten unter den älteren Schülern zu packen, wurde der Lernstoff in das Störfall-Szenario verpackt - als Mixed-Reality-Game. Und wie so oft auf einem Schiff gilt eben auch hier: Ausbüxen kann keiner.

Mixed-Reality-Game als Unterrichtsmethode

Für die Jüngeren hingegen ist eine "normale" Forschungsfahrt bereits Abenteuer genug. Kein Wunder: Die "Cormoran" legt ab, Ziel Rummelsburger Bucht. Dort heißt es Wasserproben entnehmen. Dazu müssen jedoch via Kran erst zwei Beiboote ins Wasser gelassen werden. Gar nicht so einfach, die Kommunikation läuft über Walkie-Talkies. Und anschließend sind unter dem Mikroskop unglaublich viele verschiedene Tierchen und Kleinkrebse zu entdecken. Das für viele Kinder überraschende Ergebnis: Die Spree ist mit Wassergütequalität 2 ziemlich sauber.

Naturwissenschaftliche Fachlehrer sind bei den Trips stets mit an Bord. Doch auf dem Boot lernt sich's anders als im Nawi-Raum. In einem Filmbeitrag resümierte ein Schüler: "Ich hab das in der Schule alles schon mal gemacht, aber erst jetzt richtig verstanden."

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