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Diabetes-Risiko: Mindestens vier Monate stillen

11.11.2011, 08:35 Uhr | dpa

Diabetes-Risiko: Mindestens vier Monate stillen. Mindestens viermonatiges Stillen soll laut Studien das Risiko für Diabetes 1 mindern. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Mindestens viermonatiges Stillen soll laut Studien das Risiko für Diabetes 1 mindern. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

An der Ausbreitung von Diabetes bei Kindern in Industrienationen sind nicht nur Übergewicht, falsche Ernährung und zu wenig Bewegung schuld. Insbesondere Typ-1-Diabetes - eine Autoimmunerkrankung - kommt öfter vor. Die Fallzahl hat sich nach Angaben des Diabetologen Michael Hummel in Deutschland binnen 15 Jahren nahezu verdoppelt. Bestimmte Gene begünstigten eine frühe Erkrankung. Eine fehlgeleitete Stimulation des Immunsystems in der Kindheit führe dann zur Erkrankung, so der Stellvertretende Vorsitzende der Forschergruppe Diabetes e.V. am Helmholtz-Zentrum.

Immer mehr Kinder werden zuckerkrank. Woran liegt das?

Hummel: Es gibt immer mehr Übergewicht bei Kindern, deshalb nimmt Diabetes Typ 2 auch bei Kindern zu. Aber bis ein Mensch einen Typ-2-Diabetes - eine durch falsche Ernährung begünstigte erhöhte Insulinresistenz ist der Auslöser hierfür - entwickelt, ist er meist aus dem Kindesalter heraus. Was man klar sagen muss: Wenn man von Kindern und Diabetes redet, steht Diabetes 1 im Vordergrund. Das ist im Kindesalter die häufigste Erkrankung, die aber auch deutlich zunimmt.

Warum ist das so?

Hummel: Es ist letztlich noch gar nicht klar. Es gibt auch nicht nur die Zunahme, sondern die Kinder erkranken immer früher. Der Krankheitsbeginn verschiebt sich also in das jüngere Alter. Man denkt, das hier auch Umweltfaktoren mit ursächlich sind. Typ-1-Diabetes ist eine Autoimmunerkrankung, es besteht also eine Fehlregulation des Immunsystems.

Gibt es Vermutungen, wodurch diese entsteht?

Hummel: Es zeigt sich, dass frühe Faktoren wie frühkindliche Ernährung oder möglicherweise virale Infektionen den Krankheitsverlauf beeinflussen und beschleunigen könnten. So lässt sich beobachten, dass Kinder mit einer Stilldauer von mindestens vier Monaten ein geringeres Typ-1-Diabetes-Risiko haben als Kinder, die früh bestimmte Nahrungsmittel, zum Beispiel bestimmte Getreideprodukte, zugefüttert bekommen.

Wie viele Kinder erkranken und wie haben sich die Zahlen verändert?

Hummel: Man geht im Moment davon aus, dass in Deutschland jährlich 15 Kinder pro 100.000 neu erkranken. Das sind ungefähr doppelt so viele wie vor fünfzehn Jahren. Die Typ-1-Erkrankung nimmt in allen europäischen Ländern und in den USA zu.

Wie jung sind diese Kinder?

Hummel: Wir sehen viele Kinder, die schon vor dem fünften Lebensjahr Typ-1-Diabetes bekommen. Eigentlich ist das typische Erkrankungsalter das achte bis zwölfte Lebensjahr. Ein relevanter Unterschied zwischen Jungen und Mädchen ist nicht zu beobachten.

Wie können Eltern einer Erkrankung ihrer Kinder vorbeugen?

Hummel: Bei Typ-2-Diabetes ist das ganz klar, da geht es um Bewegung und Ernährung. Da könnte man natürlich sehr viel machen, aber das ist einfacher gesagt als getan. Es ist eine Herausforderung an die gesamte Gesellschaft. Es geht los bei Kindergarten, Schule und Elternaufklärung. Aber auch bei Typ 1 spielen Ernährungsfaktoren eine Rolle. So sollen Mütter ihr Kind möglichst mindestens vier Monate stillen. Das haben große Studien bewiesen. Bei Typ 1 kennt man die Umweltfaktoren allerdings noch nicht so gut.

Wie ist die Prognose für ein zuckerkrankes Kind?

Hummel: Bei Kindern, die Typ 1 haben, ist die Lebenserwartung um zehn bis 15 Jahre reduziert. Der Hauptgrund dafür sind makrovaskuläre Komplikationen: Herzinfarkt und Schlaganfall. Denn der hohe Blutzucker schädigt die Blutgefäße. Betroffen sind auch die Augen, die Nieren und die Nerven in den Beinen.

Wie hoch ist die Belastung für die Kinder und ihre Eltern?

Hummel: Kinder mit Typ-1-Diabetes sind natürlich in der Gefahr, in einen Unterzucker, also einen zu niedrigen Blutzuckerbereich, zu kommen, und dann nicht mehr adäquat reagieren zu können. Sie müssen sehr aufpassen, dass das nicht passiert. Das ist ein hoher Aufwand und oft eine sehr hohe Belastung für Eltern und Kinder.

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