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Extreme Unterversorgung: Zu wenig Psychologen an unseren Schulen

18.11.2011, 11:57 Uhr | Pressetext

Zu wenig Schulpsychologen. Die psychischen Probleme der Kinder spitzen sich zu - doch es mangelt an professioneller Hilfe. (Quelle: imago)

Die psychischen Probleme der Kinder spitzen sich zu - doch es mangelt an professioneller Hilfe. (Quelle: imago)

Das psychologische Angebot an Schulen liegt in Österreich und Deutschland im Argen. Wie ein aktueller Vergleich zeigt, sind beide Länder mit einem Schulpsychologen auf 5000 beziehungsweise sogar 12.000 Schüler absolute Schlusslichter in Europa. Da psychische und gesundheitliche Probleme bei Kindern und Jugendlichen drastisch steigen, ist mehr Prävention dringend nötig, erspart viel Leid und langfristig auch Kosten. Das betont der Berufsverband Österreichischer Psychologen am 18.11. zum "Tag der Psychologie", der diesmal unter dem Motto "Auf die Kinder schauen" steht.

Eskalation droht

Viele Probleme bei Kindern und Jugendlichen spitzen sich zu: Verhaltensauffälligkeiten, Gewalt an den Schulen, ADHS, hoher und früher Nikotin- und Alkoholkonsum bei Jugendlichen sowie immer mehr dicke Kinder. "Süchte im Jugendalter haben fast immer eine Vorgeschichte von Verhaltensproblemen in der Kindheit. Übergewicht geht meist mit einer Kombination mehrerer ungünstiger Verhaltensmuster einher, wie suchtartiges Binge-Essen, fehlende Bewegung und exzessiver TV- und Internetkonsum", berichtet Gabriele Fischer, Leiterin der Drogenambulanz, Suchtforschung und Suchttherapie an der Meduni Wien.

Aus anderer Perspektive analysiert Jesuitenpater Georg Sporschill, Leiter der Concordia-Straßenkinderprojekte, die Situation. "Straßenkinder zeigen auf der Großleinwand Probleme, die Kinder und Jugendliche auch bei uns haben: Vereinsamung, zu wenig Selbstbewusstsein und Stress. Hierzulande machen oft zu viele positive Freizeitangebote Druck." Der Priester fordert ein "psychisches Fitnessprogramm" für Kinder, das Kommunikation, Vertrauen, Widerstandskraft und Selbstbewusstsein trainiert. "Heilt ein psychisches Problem, so lösen sich Leistungsprobleme von selbst." Nur in der Schule könnten heute alle Kinder dazu erreicht werden, Lehrer seien mit dieser Aufgabe jedoch überfordert.

Wie Schulpsychologen helfen

Die Prävention und Verringerung vieler Probleme würde in den Augen der Experten gelingen, wenn klinische Psychologen an den Schulen verankert sind. "Psychologen können Risikofaktoren wie verzögerte Entwicklung, Sucht oder Stress frühzeitig sehen und Spätfolgen sowie Entwicklungsprobleme minimieren", betont Verbandspräsidentin Ulla Konrad. Lehrer würden somit entlastet, jedoch auch die Eltern profitieren, da Berufs-, Gesundheits- und Finanzprobleme daheim oft zur Problematik beitragen. "Elterncoaching durch den Schulpsychologen versetzt die Eltern selbst in die Lage, familiäre Probleme und Erziehungsnöte rechtzeitig zu erkennen und konstruktiv zu lösen."

Auch die Neurologin und Psychiaterin Fischer bezeichnet die Psychologie als wesentlichen und integrativen Teil psychischer Versorgung. Kinder sollten mit ihrem Schulpsychologen ähnlich vertraut sein wie mit dem Schularzt, so die Expertin. Der Psychologe sollte verfügbar sein und in der Sprechstunde vertraulich-anonym Hilfe geben. "Nicht erst, wenn etwa bei versuchtem Suizid oder Magersucht niemand mehr weiter weiß. Wünschenswert wären auch zumindest jährliche Aktivitäten im Klassenzimmer wie etwa Workshops zur Kommunikation und Konfliktbewältigung."

Potenzial der Psychologie nutzen

Diese Vorstellungen sind freilich derzeit ein fernes Idealbild - und die extreme Unterversorgung Realität. Professionelle psychologische Betreuung an Schulen ist die Ausnahme, die Zusammenarbeit mit der Medizin funktioniert schlecht und Wartezeiten auf kassenfinanzierte Behandlung sind extrem lange. "Es dauert somit oft ein halbes Jahr, bis dringende psychologische Maßnahmen umgesetzt werden können", berichtet Konrad. Wichtig wäre, dass die Politik das Potenzial der Psychologie stärker sieht und die Einbindung in Sozial- und Gesundheitswesen verbessert.

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