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Grundschüler brauchen Bewegung als Nahrung fürs Gehirn

07.12.2011, 16:53 Uhr | Janine Wergin, dapd, dapd

Grundschüler brauchen Bewegung als Nahrung fürs Gehirn. Toben in den Pausen erleichtert das Lernen. (Quelle: dapd)

Toben in den Pausen erleichtert das Lernen. (Quelle: dapd)

Wenn Schüler im Unterricht mit dem Stuhl kippeln, ist das keine Unart, sondern ein wichtiges natürliches Bedürfnis. Wenn Kinder lange still sitzen müssen, werden sie zappelig. Das sei sinnvoll und notwendig, sagt der Sportwissenschaftler Dieter Breithecker. Er spricht von "gesunder Bewegungsunruhe", die für die geistige und körperliche Entwicklung unverzichtbar sei.

Bewegung erleichtert das Lernen

Unter Fachleuten ist unstrittig, dass Kinder einen natürlichen Bewegungsdrang haben. "Bewegung ist ein Grundbedürfnis - wie Essen, Trinken und Schlafen", sagt Breithecker. Den meisten Menschen sei dies aber nicht bewusst. Kinder erkunden ihre Umwelt durch körperliche Aktivität. Sie hüpfen, springen oder balancieren und fördern dabei ihr Koordinationsvermögen, motorische und kognitive Fähigkeiten sowie ihre Sozial- und Risikokompetenz. In mehreren Untersuchungen kamen Forscher zu dem Ergebnis, dass Bewegung klug macht. "Kinder lernen besser durch körperliche Aktivität", sagt Breithecker, der auch die Bundesarbeitsgemeinschaft für Haltungs- und Bewegungsförderung in Wiesbaden leitet. Bewegung sei "Nahrung für das Gehirn". Die Nervenzellen würden dadurch unterstützt, sich miteinander zu verbinden. ,

Kippeln im Unterricht - ein Bedürfnis des Gehirns

Wenn ein Kind im Unterricht kippelt, dient dies folglich seiner Entwicklung: "Das ist das Bedürfnis eines wachsenden Gehirns. Es aktiviert den Körper, damit es spezielle Botenstoffe und Sauerstoff bekommt, um wach sein zu können", erklärt der Sportwissenschaftler. "Kinder haben deshalb im Grundschulalter, bis zum elften, zwölften Lebensjahr, einen inneren Drang, sich zu bewegen. Man muss sie gar nicht großartig motivieren, sondern vernünftige Rahmenbedingungen zur Verfügung stellen."

Playstation schlägt Sportvereine

Genau das ist aber das Problem. Spaß am Sport und die Lust an Bewegung kämen in der Erziehung oft zu kurz, sagt der Vorsitzende der Sportjugend Rheinland-Pfalz, Thomas Biewald. Dies spürten auch die Vereine am sinkenden Zulauf. "Die Sportvereine konkurrieren mittlerweile mit der Playstation um die Freizeit der Kinder." Hinzu kommt, dass die kindliche Bewegungswelt sich gewandelt hat. Mädchen und Jungen wüchsen in der Großstadt zum Teil in engen Wohnverhältnissen auf, die Bewegung einschränkten, bedauert Breithecker.

Auch in die Mathestunde Bewegung einbauen

Durchschnittlich sind Kinder und Jugendliche 50 Minuten am Tag sportlich aktiv, wie der Kinder- und Jugendgesundheits-Survey des Robert Koch-Instituts 2007 ergab. Nur ein Drittel der Kinder erreichte die empfohlene Untergrenze von 60 Minuten sportlicher Aktivität. Die Sportstunde in der Schule reicht nicht aus, um Bewegungsdefizite auszugleichen. Auch während des Unterrichts in anderen Fächern sei Bewegung wichtig, sagt Breithecker. Beispiel Mathe-Unterricht: "Wenn Kinder die Einer-, Zehner- und Hunderterreihe lernen, könnten sie bei der Einerreihe in die Hände klatschen und bei der Zehnerreihe springen", verdeutlicht er. Er kritisiert, dass selbst Lehrer und Erzieher häufig zu wenig über die Bewegungsbedürfnisse von Kindern wüssten. "Oft wird von der Sicht des Erwachsenen ausgegangen. Kinder brauchen aber viel mehr Bewegung als Erwachsene. Fünf- bis Neunjährige können höchstens zehn Minuten still sitzen, Zehn- bis Zwölfjährige etwa 15 Minuten. Das muss der Maßstab sein", betont er.

Vorsicht der Eltern hemmt Bewegungsdrang

Auf dem Spielplatz seien "herausfordernde Geräte" wichtig - eine Umgebung, die Kinder ermutige, Grenzerfahrungen zu machen. "Sie werden oft zu sehr behütet. Es ist wichtig, dass Kinder Wagnisse eingehen und bewältigen, um Risikokompetenz, Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl zu entwickeln", erklärt der Experte. Problematisch sei vor allem Bewegungsmangel. "Die Kinder werden dicker, haben Haltungsstörungen oder Rückenschmerzen. Hinzu kommen Lernstörungen, Verhaltensstörungen und vieles mehr", sagt Breithecker.

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