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Bildungspolitik: Eltern wollen Grundschulzeit verlängern und G8 abschaffen

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Bildungsumfrage  

Bildungsumfrage: Eltern sind gegen G8 und für längere Grundschulzeit

07.09.2012, 15:34 Uhr | t-online.de

Bildungspolitik: Eltern wollen Grundschulzeit verlängern und G8 abschaffen. Bildungspolitik: Unter großem Leistungsdruck zum Turbo-Abitur - viele Eltern würden die G8-Reform am liebsten rückgängig machen. (Quelle: dpa)

Unter großem Leistungsdruck zum Turbo-Abitur - viele Eltern würden die G8-Reform am liebsten rückgängig machen. (Quelle: dpa)

Die Mehrheit der Eltern ist gegen das Turbo-Abitur nach zwölf Jahren - das ist das zentrales Ergebnis einer repräsentativen Umfrage des Sozialforschungsinstituts TNS Emnid zu den Themen Bildung und Schule. Außerdem wollen Eltern mehr Ganztagsschulen und die Verlängerung der Grundschule bis zur sechsten Klasse. Es gab aber noch mehr Ohrfeigen für die Bildungspolitik.

Mehrheit der Eltern möchte G8-Reform rückgängig machen

Das Sozialforschungsinstitut hat 3000 Eltern schulpflichtiger Kinder für die "Jako-o Bildungsstudie 2012" befragt. Vier von fünf Eltern haben dabei eine Abschaffung der G8-Reform gefordert. Nur 17 Prozent der Eltern sind Anhänger der achtjährigen Gymnasialzeit bis zum Abitur. 79 Prozent der Eltern sind der Meinung, man sollte generell zum neunjährigen Gymnasium zurückkehren. Wenn es beim achtjährigen Gymnasium bleibe, müssten zumindest die Lehrpläne an die kürzere Lernzeit angepasst werden.

Bildungsforscher: "Ohrfeige für die Bildungspolitiker"

"Das klare Bekenntnis zum neunjährigen Gymnasium muss man als Ohrfeige für die Bildungspolitiker aller Parteien und die Kultusministerkonferenz werten", sagte der Bildungsforscher Professor Klaus-Jürgen Tillmann von der Universität Bielefeld bei der Präsentation der Studienergebnisse in Berlin. Aus Sicht der Eltern sei es unumgänglich, die Lehrpläne anzupassen und den Leistungsdruck zu reduzieren.

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Es gibt nicht genug Ganztagsschulen

Die Reform der Ganztagsschule stößt auf große Zustimmung der Eltern, geht den meisten aber nicht schnell genug. Bei der ersten "Jako-o Bildungsstudie" von 2010 wünschten sich 59 Prozent der Eltern für ihr Kind eine Schule mit Ganztagsangebot. 2012 sind es bereits 70 Prozent. Nur noch knapp ein Drittel der Eltern bevorzugt eine Halbtagsschule. Doch zwischen Nachfrage und Angebot klafft eine große Lücke. Tillmann führt aus: "In allen Bundesländern besteht eine große Diskrepanz zwischen Wunsch und Wirklichkeit: Knapp die Hälfte der Eltern können den gewünschten Ganztagsplatz für ihr Kind nicht erhalten."

Eltern wollen sechs Jahre Grundschule

Vier Jahre Grundschule finden drei von vier Eltern nicht ausreichend. Die Mehrheit möchte den Kindern mehr Zeit für das gemeinsame Lernen einräumen: 60 Prozent der Eltern sprechen sich für eine sechsjährige Grundschule aus, weitere 15 Prozent wollen den Übergang in die Sekundarstufe sogar erst nach der neunten Klasse.  

"Jein" zur Inklusion

Zwiespältig stehen Eltern dem gemeinsamen Unterricht für Kinder mit und ohne Behinderungen (Inklusion) gegenüber: Wenn es um körperlich beeinträchtigte Kinder und Kinder mit Lernschwierigkeiten geht, findet der gemeinsame Unterricht große Unterstützung: 89 Prozent beziehungsweise  72 Prozent der Eltern sprechen sich dafür aus. Dagegen ist nur knapp die Hälfte der Eltern dafür, Kindern mit geistigen Behinderungen und Verhaltensauffälligkeiten in die Klassen aufzunehmen.

Bildungsideale zwischen Wunsch und Wirklichkeit

Bundesweit gleiche Bildungschancen für alle - das ist und bleibt für viele das Ideal. Eltern wünschen, dass in der Schule Wert auf soziales Verhalten gelegt wird, eine umfassende Allgemeinbildung vermittelt wird und dass lernschwache Schüler besser gefördert werden. Diese Faktoren wurden am häufigsten als wichtige Ziele der Bildungspolitik benannt.

Weniger wichtig war den Befragten eine bessere Begabtenförderung (52 Prozent), eine stärker berufsbezogene Schulausbildung (44 Prozent) und die Betonung des Leistungsprinzips (28 Prozent).

Die Realität wird jedoch anders eingeschätzt: 74 Prozent der Eltern haben den Eindruck, dass Leistung im heutigen Bildungssystem im Vordergrund steht - das Ziel, dem am wenigsten Bedeutung beigemessen wird. Dass Chancengleichheit für alle Kinder herrscht, meinen lediglich 28 Prozent. Von einheitlichen Bedingungen in ganz Deutschland sei die fragmentierte Schullandschaft in den Bundesländern weit entfernt, finden 83 Prozent der Eltern. 

Lehrer sind kompetent und motiviert - aber Einzelkämpfer

Den Lehrern stellen sie insgesamt ein gutes und im Vergleich zur zur Umfrage 2010 sogar besseres Zeugnis aus. 90 Prozent der Eltern sind von der Fachkompetenz der Lehrer überzeugt. Sie halten sie für gerecht und insgesamt sehr engagiert. Allerdings vermisst etwa ein Drittel aller Befragten den Einsatz neuer Unterrichtsmethoden.

Die meisten Eltern attestieren Lehrkräften, dass sie sich für gute Beziehungen zu ihren Schülern einsetzen und an einer Zusammenarbeit mit den Eltern interessiert seien. Weniger gut schätzen Eltern die kollegiale Zusammenarbeit innerhalb der Lehrerkollegiums ein: Nur 68 Prozent meinen, dass die Lehrer sich untereinander absprechen. "Das kann sich in der Praxis an gegensätzlichen Aussagen über das Kind, an inhaltlichen Überschneidungen, an Ballungen bei den Hausaufgaben oder Projektarbeiten zeigen", sagte die Bildungsforscherin Professor Dagmar Killus von der Universität Hamburg. 

Eltern sehen sich in der Rolle als Hilfslehrer

Knapp drei Viertel der Eltern geben an, sich intensiv mit der Schule zu beschäftigen. Dabei werden sie auf unterschiedliche Art und Weise aktiv: 94 Prozent stellen sicher, dass das Kind seine Hausaufgaben in Ruhe erledigen kann und, 69 Prozent kontrollieren die Aufgaben anschließend. 77 Prozent helfen ihren Kindern, Klassenarbeiten und Referate vorzubereiten, 63 Prozent erarbeiten grundsätzlich gemeinsam mit ihrem Nachwuchs den Lernstoff.

Die Kritik der Eltern: Sie haben häufig das Gefühl, etwas zu leisten, die sie eigentlich als Aufgabe der Schule sehen. Killus: "Hier stellt sich die Frage, wie Eltern beteiligt werden können, ohne in die Rolle des "Hilfslehrers" zu geraten. Notwendig seien überdies "neue Unterrichtskonzepte und systematische Hausaufgabenhilfen in den Schulen."

 

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