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OECD Bildungsbericht 2012: Bildungsniveau wird weiter fallen

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OECD Bildungsbericht 2012: Bildungsniveau wird weiter fallen

11.09.2012, 16:05 Uhr | dapd, dpa

OECD Bildungsbericht 2012: Bildungsniveau wird weiter fallen. Das Bildungsniveau in Deutschland wird nach dem aktuellen Bildungsbericht der OECD sinken. (Quelle: dpa)

Das Bildungsniveau in Deutschland wird nach dem aktuellen Bildungsbericht der OECD sinken. (Quelle: dpa)

Es gibt mehr Studenten und Jung-Akademiker in Deutschland. Doch andere Industriestaaten haben ihre Hochschulen bereits früher und viel schneller ausgebaut. Auch die Aussichten sind nicht rosig. Das sind die Ergebnisse des OECD-Bildungsberichtes 2012, bei dem 34 Länder verglichen wurden, davon 21 aus der EU.

Frühkindliche Bildung in Deutschland ist gut

Das System der frühkindlichen Bildung ist in Deutschland gut ausgebaut. 96 Prozent der Vierjährigen und 89 Prozent der Dreijährigen besuchen eine Kita. Deutschland liegt damit weit über den OECD-Durchschnittswerten von 79 Prozent beziehungswiese 66 Prozent.

Nur 20 Prozent schaffen höheren Bildungsabschluss als die Eltern

Ein sozialer Aufstieg mit besserer Bildung ist in Deutschland nach wie vor schwer. 22 Prozent der jungen Menschen in der Bundesrepublik erreichen nicht das Bildungsniveau ihrer Eltern. Nur 20 Prozent der Jüngeren schaffen ein höheren Bildungsabschluss, als ihn Vater oder Mutter besitzen. Im Schnitt der anderen wichtigen Industrienationen sind dies dagegen 37 Prozent. Und nur 13 Prozent fallen unter das Bildungsniveau ihrer Eltern zurück. Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) beruft sich dabei auf international abgestimmte Statistik-Kriterien, an denen auch deutsche Experten beteiligt waren.

Bei Bildungsmobilität im OECD-Schlussfeld

Nur die Slowakei und Estland schneiden bei der sogenannten Bildungsmobilität noch schlechter ab als die Bundesrepublik. Finnland hingegen gleiche soziale Nachteile qua Herkunft häufig schon innerhalb des Schulsystems aus, sagte OECD-Bildungsexperte Andreas Schleicher in Brüssel. Im Vergleich dazu benachteilige Deutschland gerade Migrantenkinder gleich doppelt: Zusätzlich zu ungünstigeren Startbedingungen wegen ihrer Herkunft litten sie durch das mehrgliedrige Schulsystem auch unter schlechteren Lernumfeldern, kritisierte Schleicher. Dafür sei die Bundesrepublik heute nach den USA, Großbritannien und Australien das viertbeliebteste Zielland für Austauschstudenten.

Jugendarbeitslosigkeit unter OECD-Schnitt

Während der Süden Europas - vor allem Spanien - derzeit eine hohe Jugendarbeitslosigkeit verzeichnet, ist in Deutschland die Ausbildungs- und Beschäftigungssituation für Jüngere in den Krisenjahren weitgehend stabil geblieben. Der Anteil unter den 15- bis 29-Jährigen, die in der Bundesrepublik ihre Schule bereits verlassen haben und sich weder in Beschäftigung noch in einer Weiterbildungsmaßnahme befinden, liegt mit zwölf Prozent deutlich unter dem OECD-Schnitt von 15,8 Prozent.

Die absolute Zahl dieser sogenannten jungen Bildungsverlierer zwischen 15 und 29 beläuft sich in Deutschland auf knapp 1,7 Millionen.

Die Studentenzahl steigt moderat, ist im Vergleich aber geringer

Bei der Steigerung der Studentenzahl bescheinigt die OECD Deutschland "moderate Fortschritte". So würden etwa 42 Prozent im Verlauf ihres Lebens ein Studium an einer Universität oder Fachhochschule (FH) aufnehmen. 1995 waren dies erst 26 Prozent. Im Schnitt der anderen Industrienationen stieg die Studienanfänger-Quote allerdings im gleichen Zeitraum von 37 auf 62 Prozent. 30 Prozent eines Jahrganges erwerben inzwischen in Deutschland einen Uni- oder FH-Abschluss (OECD: 39 Prozent).

Deutschland wird im Gesamtbildungsniveau weiter zurückfallen

Beim Gesamtbildungsniveau dürfte Deutschland im internationalen Vergleich weiter zurückfallen. Der Grund dafür sei, dass andere Länder ihr Hochschulsystem bereits früher und deutlich schneller ausgebaut haben. Laut Bericht gehört die Bundesrepublik zu den wenigen Ländern, in denen der Akademikeranteil unter den 25- bis 34-Jährigen mit 26 Prozent fast identisch ist mit dem in der Altersgruppe der 55- bis 64-Jährigen (25 Prozent), die in den nächsten Jahren langsam aus dem Berufsleben ausscheiden. OECD-weit ist hingegen in diesen Altersgruppen die Akademikerquote von 23 auf 38 Prozent angestiegen.

Einziges Land mit abnehmender Arbeitslosigkeit

Gleichwohl ist Deutschland laut Bericht das einzige Land unter den OECD-Industriestaaten, in dem zwischen 2008 und 2010 die Arbeitslosigkeit über alle Bildungsgruppen hinweg abgenommen hat. Unter den Akademikern sank die Arbeitslosigkeit in der Bundesrepublik von 3,3 auf 3,1 Prozent, während sie weltweit von 3,3 auf 4,7 Prozent stieg. Unter den Erwachsenen mit Sekundar-II-Abschluss (Abitur beziehungsweise abgeschlossene Lehre) ging in Deutschland die Arbeitslosigkeit von 7,2 auf 6,9 Prozent zurück (OECD: Anstieg von 4,9 auf 7,6).

Ausgaben für Bildung weiter unter dem Durchschnitt

Die Finanzkrise hat laut Bericht in den meisten Industriestaaten bislang nicht zu drastischen Einschnitten bei den Bildungsinvestitionen geführt. In Deutschland wenden Staat, Wirtschaft und Privatpersonen nach der OECD-Übersicht 5,3 Prozent des Brutto-Inlandsproduktes (BIP) für Bildung auf. Dies ist allerdings weiterhin weniger als im OECD-Schnitt (6,2 Prozent).

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