Startseite
Sie sind hier: Home > Eltern > Schulkind >

Weltkindertag von Unicef und Deutschem Kinderhilfswerk: Schule ist für Kinder ein Vollzeitjob

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Weltkindertag: Schule ist Vollzeitjob

20.09.2012, 15:38 Uhr | dapd, dpa

Weltkindertag von Unicef und Deutschem Kinderhilfswerk: Schule ist für Kinder ein Vollzeitjob.  "Kinder brauchen Zeit" - das Motto des Weltkindertages präsentieren Berliner Schüler.  (Quelle: dpa)

"Kinder brauchen Zeit" - das Motto des Weltkindertages präsentieren Berliner Schüler. (Quelle: dpa)

"Kinder brauchen Zeit", aber die haben sie nicht. Schule ist wie ein Vollzeitjob für Kinder. 45 Stunden und mehr hat ihre Arbeitswoche. Trotzdem oder gerade deshalb steht der diesjährige Weltkindertag von Unicef und Deutschem Kinderhilfswerk unter diesem Motto. Kinder haben ein Recht auf Spielen und Freizeit. Kinderschutzverbände fordern mehr Freiräume und weniger Leistungsdruck.

Umfrage: Schule ist Vollzeitjob für viele Kinder

Schule darf nicht alles sein: Zum Weltkindertag erinnern Kinder mit einer Aktion an der Berliner Weltzeituhr an ihr Recht auf Spiel und Freizeit. Doch die Realität widerspricht dem: Viele Kinder und Jugendliche arbeiten für die Schule so viel wie Erwachsene in Vollzeitjobs. Rund 38,5 Stunden pro Woche verbringen viele Schüler mit ihren Schulsachen - die Kleinen weniger, in den Klassen 9 bis 13 sind es aber auch schon mal Wochen mit 45 Stunden. Das geht aus einer nicht repräsentativen Online-Umfrage zum Weltkindertag hervor, die Unicef und Deutsches Kinderhilfswerk jetzt in Berlin vorstellten. Aktion und Umfrage entsprechen dem diesjährigen Motto "Kinder brauchen Zeit".

Chillen, Familie, Fernseher

An der UNICEF-Online-Umfrage beteiligten sich seit Juni rund 2000 Mädchen und Jungen. In einem Wochenplan hatten sie ihren Tagesablauf von 7.00 Uhr bis 22.00 Uhr beschrieben. Durchschnittlich 18 Stunden pro Woche verbringen die Kinder mit der Familie. An dritter Stelle steht "Chillen" mit 15 Stunden, gefolgt von Computerspielen und Fernsehen (14 Stunden).

Dabei zeigte sich erneut: Mädchen tun im Schnitt mehr für die Schule als Jungen (40 bzw. 37 Stunden). Dafür kleben Jungen gut 17 Stunden vor PC oder Fernsehgerät, während Mädchen das nur zehn Stunden lang tun. Die gewonnene Zeit investieren sie gerne ins "Chillen", wozu Faulenzen, Tagträumen, Musik hören, Lesen oder Basteln gehören. Die Mädchen vertreiben sich damit gut 16 Stunden Zeit pro Woche, die Jungen knapp 14. Elf bis zwölf Stunden wöchentlich werden mit Freunden verbracht, für Hobbys wie Sport im Verein, Musik machen oder Haustiere bleiben rund acht Stunden.

Der UNICEF-Umfrage zufolge kommen bei beiden Geschlechtern und in allen Altersgruppen Hobbys wie Sport im Verein, Musik machen, Haustiere oder Nebenjobs zu kurz.

Motto des Weltkindertags: Kinder brauchen Zeit

"Es ist Zeit, darauf hinzuweisen, dass Kinder und Jugendliche keinen Fulltime-Stundenplan wie an der Uni oder im Berufsleben haben sollten", betonte Schauspieler Axel Pape, der als Botschafter des Kinderhilfswerks an der Berliner Aktion mitwirkte. Unicef-Pate und KIKA-Moderator Ben Blümel ergänzte: "Klar sind Schule und Hausaufgaben wichtig. Aber Kinder brauchen auch Freiraum für sich selbst."

Kinder brauchen Zeit zum Entspannen. "Es gibt Schulen, in denen der Stundenplan wenig Rücksicht auf die Kinder nimmt. Dann sollten die Eltern sie nicht auch noch unter Leistungsdruck setzen, etwa beim Lernen eines Instruments", sagte der Diplom-Psychologe Hermann Scheuerer-Englisch. Auch Mädchen und Jungen könnten schon ein Burnout bekommen. "Manche Kinder haben innerlich keine Zeit mehr, sie empfinden das Leben als zu geordnet und überfrachtet."

"Zu geordnet und überfrachtet"

Auch Kinderschutzverbände fordern mehr Freiräume für die Jüngsten. Die Kinderschutzorganisation World Vision warnte vor starker Erschöpfung. "Zeit zur Erholung und Freiraum zum Spielen ist wichtig für das Wohlbefinden von Kindern und fördert ihre Entwicklung besser als manches strukturierte Lernprogramm", sagte Andrea Müller de Merino, Bildungsreferentin des Kinderhilfswerks. "Beim scheinbaren Nichtstun passiert in Wirklichkeit sehr viel".

Zeitliche Vorgaben beim Medienkonsum gefordert

Die Initiative "Schau hin! Was Deine Kinder machen." ermahnte Eltern, Kindern zu einem klar begrenzten, sinnvollen Medienkonsum zu verhelfen. Ihnen müsse Zeit bleiben, sich mit anderen zum Spielen zu treffen, Hobbys zu pflegen oder einfach nur auszuspannen. Daher seien klare zeitliche Vorgaben beim Medienkonsum nötig.

Kampf gegen Missbrauch stärken

Die Deutsche Kinderhilfe forderte Bundesregierung und -tag derweil auf, religiöse Beschneidungen bei Jungen nicht überstürzt zu legalisieren. Die Vorsitzende der Arbeitsgruppe Menschenrechte und Humanitäre Hilfe der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Erika Steinbach, mahnte anlässlich des Weltkindertages zu stärkeren Bemühungen im Kampf gegen die Ausbeutung von Kindern. "Nach wie vor werden auf abscheuliche Art und Weise in zahlreichen Staaten der Welt Kinder ihrer Kindheit und Würde beraubt. Sie werden aus ihren Familien gerissen, als Arbeitssklaven, Soldaten und Prostituierte verkauft, gedemütigt, diskriminiert und brutal ausgebeutet", sagte Steinbach.

Sie finden uns auch auf Facebook - jetzt Fan unserer "Eltern-Welt" werden und mitdiskutieren!

Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.
Neue Kommentare laden
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Video des Tages
Amateur am Werk 
Ungeschickter Bauarbeiter löst Kettenreaktion aus

Es kommt wie es kommen muss. Zum Glück kam der Mann noch einmal glimpflich davon. Video

Anzeige

Shopping
tchibo.deOTTObonprix.deESPRITC&ACECILzalando.dedouglas.deKlingel.de

Anzeige
shopping-portal