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Schüler: Ausstellung zeigt geheime Schüler-Botschaften

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"Willst du mit mir gehen?" Die geheimen Botschaften der Schüler

02.11.2012, 11:49 Uhr | tze, t-online.de

Schüler: Ausstellung zeigt geheime Schüler-Botschaften. Das Museum für Kommunikation in Frankfurt zeigt Schüler-Briefchen aus vierzig Jahren. (Quelle: FAU Erlangen-Nürnberg)

Geheime Schülerbriefchen sprechen Bände. (Quelle: FAU Erlangen-Nürnberg)

Je langweiliger der Unterricht, desto eifriger fliegen die Stifte der Schüler übers Papier - für die kleinen geheimen Briefchen, die unter den Tischen weitergereicht werden. Der Inhalt ist oft so brisant, dass die Zettel im Notfall durch hastiges Verschlingen dem Zugriff des Lehrers entzogen werden. Eine Sammlung solcher Schülerbriefchen von den 1960er Jahren bis heute hat das Frankfurter Museum für Kommunikation für eine Ausstellung zusammengetragen. Wir zeigen einige Exemplare in der Foto-Show.

"Willst du mit mir gehen? Ja oder Nein?"

"Willst Du mit mir gehen? Botschaften unter der Schulbank" ist der Titel, der Ausstellung. Damit ist ein zentrales Thema bereits genannt: Liebe und Herzschmerz. Verschnörkelte Herzchen und Liebesbesschwüre zieren Zettel, Aufgabenhefte, mitunter auch Tische. Wer die bange Frage "willst du mit mir gehen?" unter der Schulbank durchreichen lässt, fordert das Schicksal geradezu heraus. Der Zettel könnte in die falschen Hände geraten, und eine Läster-Lawine lostreten, der Empfänger könnte "nein" sagen - doch egal, wie die Antwort ausfällt - die Deutschstunde ist gelaufen.

Mathelehrer hat Schülerbriefchen gesammelt

Die Ausstellung in Frankfurt zeigt rund 100 Zettel aus dem Bestand der Schulgeschichtlichen Sammlungen der Universität Erlangen-Nürnberg. Dort werden rund 2000 Schülerbriefchen mehrerer Generationen gehortet. Diese bundesweit einmalige Sammlung ist größtenteils einer Schenkung des Nürnberger Mathematiklehrers Günter F. Hessenauer zu verdanken. Er hat fast vierzig Jahre lang Briefchen gesammelt, die sonst unbeachtet in den Papierkorb gewandert wären. So sind die geheimen Botschaften also doch noch einem Lehrer in die Hände gefallen.

Freud und Leid eines Schülerlebens

Die Kritzeleien dokumentieren die "andere Seite" des Schulalltags, jenseits von Stundenplan und Hausaufgaben, so heißt es im Begleittext zur Ausstellung. Auf den zerrupften und vergilbten Papierchen spielen sich Freud und Leid eines Schülerlebens ab - vom Grauen vor der Mathearbeit und Ärger über Lehrer, Lästereien über Mitschüler und eigenen Minderwertigkeitskomplexen, Verabredungen für die Pause bis hin zu Ideologie-Bekenntnissen - sei es für Marx und Mao oder für Rap statt Rock. Die Idole der Schüler wechseln von Jahrgang zu Jahrgang, doch etliche der Mikro-Dialoge sind zeitlos, vor allem, wenn es um Schulfrust und Liebeskummer geht.

Fundgrube für Kommunikationsforscher

Die Botschaften, die nie für die Öffentlichkeit bestimmt waren, sind nun eine Fundgrube für Kommunikations- und Sozialforscher, eine authentische Quelle für die Befindlichkeit und Sprache der Jugend. Die Zettel würden nicht nur geschrieben und um die Langeweile zu vertreiben. "Dafür sind die Zettel viel zu ernst. Das ist ein Ventil für soziale Dinge", versichert der Kurator der Ausstellung, Mathias Rösch.

Schreiben Schüler heute SMS statt Zettel?

Die Ausstellung bietet nicht nur einen historischen Rückblick, sondern setzt sich auch mit der aktuellen Kommunikation unter Schülern auseinander. Werden Botschaften überhaupt noch per Zettel ausgetauscht oder tippen die Kids im Blindflug SMS unterm Tisch? Oder zwingt Handy-Verbot im Unterricht die digitale Generation zurück zu analogen Mitteln? Haben sich Klatsch und Tratsch, Schmähungen und Albernheiten, Jammern über Schulfrust und doofe Lehrer auf Facebook verlagert? Kurator Rösch schätzt, dass trotz Handys und internetfähigen Smartphones noch immer jeden Tag Hunderte Zettel pro Klasse geschrieben werden. Welche Bedeutung die Zettelchen wirklich haben, sollen Schülerinnen und Schüler im Rahmen der Ausstellung in Video-Interviews erzählen.

Infos zur Ausstellung

"Willst du mit mir gehen? Botschaften unter der Schulbank". 1. November 2012 bis 17. Februar 2013 im Museum für Kommunikation Frankfurt, Schaumainkai 53. Website: www.mfk-frankfurt.de. Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag 9 bis 18 Uhr, Samstag, Sonn- und Feiertag 11 bis 19 Uhr. Geschlossen am 24., 25., 31. Dezember und 1. Januar.

Haben Sie auch noch solche Zettelchen und Zeichnungen aus der Schulzeit? Teilen Sie Ihre Erinnerungen in unserer "Eltern-Welt" auf Facebook! 

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