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GEW-Vize: An Deutschlands Schulen fehlen Hunderte Rektoren

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Deutschlands Schulen fehlen Hunderte Rektoren

12.01.2013, 10:50 Uhr | dapd

GEW-Vize: An Deutschlands Schulen fehlen Hunderte Rektoren. An vielen deutschen Schulen ist die Stelle des Rektors unbesetzt. (Quelle: imago/Gerhard Leber)

An vielen deutschen Schulen ist die Stelle des Rektors unbesetzt. (Quelle: Gerhard Leber/imago)

An Deutschlands Schulen fehlen Hunderte Rektoren. Dies bedeute aber nicht, dass es zu wenig qualifiziertes Personal gebe, sagte die Vize-Bundesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, Marianne Demmer. "Es gibt einfach zu wenige Interessenten." Grund sei, dass die Stellen teilweise nicht attraktiv genug seien.

Stellen zu arbeitsintensiv und vergleichsweise schlecht bezahlt

"Gerade an kleinen Grund- und Hauptschulen sind die Stellen vergleichsweise schlecht bezahlt", sagte Demmer weiter. Zudem habe sich in den vergangenen Jahren die Arbeit massiv ausgeweitet. Sie gehe aber davon aus, dass sich die Situation unter Umständen in Zukunft verschärft, weil momentan viele Schulleiter die Altersgrenze erreichen und pensioniert werden.

Zu wenige qualifizierte Bewerber

"Für die frei werdenden Stellen gibt es jedoch nur relativ wenige Lehrer, die über die notwendige Erfahrung verfügen», sagte sie. Die Jahrgänge in der mittleren Altersgruppe seien zahlenmäßig nur schwach besetzt. Dagegen gebe es sehr viele Jüngere, die aber im Prinzip noch nicht die Erfahrung hätten. "Je unattraktiver die Stellen sind, desto schwieriger ist es dann, Personen zu finden", sagte Demmer.

Hunderte Schulen in Deutschland müssen derzeit ohne Schulleiter auskommen. Am schwerwiegendsten ist das Problem in Nordrhein-Westfalen: Dort ist jede fünfte Stelle unbesetzt.

Die stellvertretenden Bundesvorsitzenden der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Marianne Demmer, spricht im Interview über Gründe und mögliche Auswege.

Frau Demmer, gibt es in Deutschland einen Mangel an qualifizierten Schulleitern?

Marianne Demmer: Nein, es gibt genügend qualifizierte Lehrer, die diese Position ausfüllen könnten. Aber die Stellen sind teilweise nicht attraktiv. Gerade an kleinen Grund- und Hauptschulen sind die Stellen vergleichsweise schlecht bezahlt. Zudem hat sich in den vergangenen Jahren die Arbeit massiv ausgeweitet. Es gibt einfach zu wenige Interessenten.

Sind einige Regionen mehr als andere betroffen?

Marianne Demmer: In den Flächenländern ist das Problem besonders groß, weil es dort viele kleine Schulen gibt, die auch unter der demografischen Entwicklung leiden und von Schließung bedroht sind.

Was sind die Gründe für die geringe Attraktivität?

Marianne Demmer: Schulleitungen an kleinen Schulen haben fast die komplette Arbeit als Lehrkraft mit einer relativ hohen Stundenzahl und müssen gleichzeitig Verwaltungsaufgaben, Elterngespräche und Ähnliches erfüllen. Zusätzlich hat sich der Verwaltungsaufwand im Zusammenhang mit einer größeren Selbstständigkeit erheblich erhöht. Auch sind in vielen Kommunen in den letzten Jahren etwa die Stellen für Hausmeister zusammengestrichen worden.

Wie lang sind die Vakanzen?

Marianne Demmer: Zum Teil sind Stellen sehr lang nicht besetzt. Manchmal wird überhaupt niemand gefunden. Dann werden entweder die Konrektoren oder, wenn es die nicht gibt, die Dienstältesten Lehrkräfte mit der Verwaltung beauftragt.

Wie werden sich die kommenden Jahre entwickeln?

Marianne Demmer: Ich vermute, dass sich die Situation unter Umständen verschärft, weil momentan viele Schulleiter die Altersgrenze erreichen und pensioniert werden. Für die frei werdenden Stellen gibt es jedoch nur relativ wenige Lehrer, die über die notwendige Erfahrung verfügen, denn die Jahrgänge in der mittleren Altersgruppe sind zahlenmäßig nur schwach besetzt. Dagegen gibt es sehr viele jüngere, die aber im Prinzip noch nicht die Erfahrung haben. Je unattraktiver die Stellen sind, desto schwieriger ist es dann, Personen zu finden.

Welche Konsequenzen müssen gezogen werden?

Marianne Demmer: Wir weisen die Landesregierungen schon seit langem auf die Probleme hin und fordern, dass Schulleiterstellen an Grund- und Hauptschulen besser dotiert und die Arbeitsbelastungen reduziert werden müssen. Schulleiter an diesen Schulen haben häufig eine Wochenstundenanzahl von 60 Stunden und mehr.

Warum ist es problematisch, wenn ein Schulleiter fehlt?

Marianne Demmer: Wenn Schulen tatsächlich eine Schulentwicklung betreiben wollen, die aktuellen Anforderungen entspricht, braucht es jemanden, der solche Prozesse auch steuern und der Personalführung betreiben kann. Solche Prozesse regeln sich nicht von selbst. Dafür muss es Menschen geben, die etwas in die Hand nehmen. Gewöhnlich nennt man solche Menschen dann Schulleiter.

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