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K.-o.-Tropfen sind gefährlich - 13 Sicherheitsregeln für Jugendliche

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So gefährlich sind K.-o.-Tropfen  

13 Sicherheitsregeln für Jugendliche

07.10.2015, 09:42 Uhr | Nicola Wilbrand-Donzelli, t-online.de

K.-o.-Tropfen sind gefährlich - 13 Sicherheitsregeln für Jugendliche. K.-o-Tropfen im Drink führen zum totalen Kontrollverlust. Jugendliche müssen die wichtigsten Vorsichtsmaßnahmen kennen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

K.-o-Tropfen im Drink führen zum totalen Kontrollverlust. Jugendliche müssen die wichtigsten Vorsichtsmaßnahmen kennen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

"Pass auf, dass dir niemand was ins Glas tut!" Die Warnung ist berechtigt, denn oft hört man von Fällen, in denen meist junge Frauen mit K.-o.-Tropfen betäubt wurden. Tückisch ist, dass sie geruchlos sind und nach nichts schmecken, aber lebensgefährlich sein können. Welche Gefahren von K.-o.-Tropfen ausgehen und wie Jugendliche sich schützen können, erklärt eine Expertin.

"K.-o.-Tropfen auf Fastnachtsfeier" oder "Attacke mit K.-o.-Tropfen bei der Abi-Party" sind nur zwei Schlagzeilen aus Fulda und Worms. Auch in der mittelfränkischen Kleinstadt Hersbruck machte eine Gruppe junger Mädchen und Frauen während einer Kneipentour unfreiwillig Erfahrung mit den gefährlichen Substanzen.

"Was danach war, weiß ich nicht mehr"

In der örtlichen Presse berichtete danach eines der Opfer: "Schlagartig ging es mir so schlecht, als hätte ich eine Flasche Wodka auf Ex getrunken. Was danach war, weiß ich nicht mehr." Eine Freundin erzählt: "In den vier Stunden, wo wir unterwegs waren, war auch ich angeheitert, aber nicht betrunken. Und dann war plötzlich Ende, als ob eine schwarze Wand herunterfahren würde - ich hatte den kompletten Filmriss." Zum Glück gingen diese Vorfälle glimpflich aus. Keine der jungen Frauen wurde während ihrer Bewusstlosigkeit beraubt oder sexuell missbraucht. Von den Tätern, die die Droge heimlich in die Gläser gaben, fehlt jede Spur.

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"Liquid Ecstasy" kann in Überdosis tödlich sein

Bei den K.-o.-Substanzen handelt es sich meist um Gamma-Hydroxy-Buttersäure (GHB) und Gamma-Bytyrolacton (GBL -Vorstufe von GHB), die auch als Partydrogen unter dem Namen "Liquid Ecstasy" bekannt sind. Während GHB dem Betäubungsmittelgesetz unterliegt wird GBL als Lösungsmittel vertrieben. Beide sind geruch-, farb- und geschmacklose Flüssigkeiten, die in kleinen Mengen enthemmend wirken, in großen Mengen betäubend und als Überdosis tödlich sein können.

So wirken K.-o-Tropfen

"Typisch für K.-o.-Tropfen ist, dass sie sehr schnell wirken", erklärt Diplom-Sozialpädagogin Kerstin Jüngling von der Fachstelle für Suchtprävention Berlin. "Häufig fühlt man sich zu Anfang von einem Moment auf den anderen schwindelig oder wie in Watte gepackt, dann fühlt man sich stark betrunken, so dass man nur wenig Zeit hat, auf sein Befinden zu reagieren, bevor man bewusstlos wird." Besonders gefährlich sei aber auch, dass es im Gegensatz zu anderen psychoaktiven Substanzen sehr schwierig sei, K.-o.-Tropfen unschädlich zu dosieren, zumal sie häufig mit Alkohol gemischt konsumiert würden. Dies berge zusätzliche Gefahren.

Hohe Dunkelziffer bei Angriffen mit K.-o.-Tropfen

Die Verabreichung von K.-o.-Tropfen erfüllt den Tatbestand der gefährlichen Körperverletzung, doch das genaue Ausmaß der Attacken können Experten nicht beziffern. Die Opfer können meistens nicht viel über den Hergang berichten, die Drogen lassen sich nur kurze Zeit im Blut nachweisen, zudem kommt es aus Scham oder Unsicherheit nur selten zu Anzeigen und damit auch zu Ermittlungen. Deshalb bleiben die Täter im wahrsten Sinne des Wortes im Dunkeln und es gibt weder eine Statistik, noch aktuelle Fallerhebungen auf Bundesebene.

Es passiert nicht nur in Kneipen und Diskos

K.o.-Tropfen werden allerdings nicht nur in Kneipen, Diskotheken oder auf Volksfesten verabreicht. "Es kann überall dort passieren, wo viele Menschen zusammenkommen, getanzt wird, Alkohol getrunken wird und die Situation unübersichtlich ist. Sehr oft sind es private Partys, wo eben nicht der unbekannte Fremde die K.-o-Tropfen heimlich in den Drink mischt", erklärt Expertin Jüngling.

Die Täter leben Allmachtfantasien aus

Häufig seien die zumeist männlichen Täter selbst nicht mehr nüchtern und hätten jegliches Grenzgefühl verloren. "Dann kann es sein, dass gerade schüchterne junge Männer versuchen, durch die Manipulation mit K.-o.-Tropfen in Kontakt zu dem anderen Geschlecht zu kommen - manchmal vielleicht mit einem bestimmten Mädchen, das für sie bisher unerreichbar schien. Dabei spielen Minderwertigkeitsgefühle und die daraus geborenen Allmachtfantasien eine große Rolle. Nicht zwangsläufig ist das dann mit sexuellen Handlungen an dem Opfer verbunden." Manchmal sehen die Täter den heimlichen Einsatz der betäubenden Mittel auch nur als üblen Spaß an, dessen Risiken sie massiv unterschätzen.

K.-o.-Tropfen mit Freunden und Eltern thematisieren

Vor K.-o.-Attacken kann man sich nicht zu hundert Prozent schützen, doch Jugendliche und junge Erwachsene sollten sich die Gefahren bewusst machen und gewisse Vorsichtsmaßnahmen einhalten. Jugendliche müssten sich vor allem fragen, ob sie mit Menschen ausgehen, denen sie wirklich vertrauen können. "Hier hilft, wenn man einfach mal in seiner Clique über K.-o.-Tropfen spricht und nachhakt, wer sich überhaupt vorstellen könnte, so etwas zu machen", meint die Pädagogin.

Ebenso offensiv sollten Eltern mit ihren Kindern über die gefährlichen Tropfen reden. Sie sollten ihnen einschärfen, es unbedingt dem Freund oder der Freundin mitzuteilen, wenn man sich plötzlich in der Disko oder auf der Party unwohl fühlt, statt sich alleine auf die Toilette zurückzuziehen.

Erst informieren, dann feiern gehen

Um für den Ernstfall richtig vorbereitet zu sein, helfen Beratungsstellen oder Webseiten wie ko-tropfen-nein-danke.de mit ausführlichen Informationen weiter. Aber auch die öffentliche Diskussion über die gefährlichen Substanzen trage zur Prävention bei, sagt Kerstin Jüngling. Daher hat die Berliner Fachstelle für Suchtprävention knappe Informationen und Tipps über "Liquid Ecstasy" auf einer Postkarte zusammengefasst und diese in hoher Stückzahl in 400 Berliner Kneipen und Szenetreffs ausgelegt. Schnell waren die Karten vergriffen. Der Bedarf mehr über K.-o-Tropfen zu erfahren, scheint also groß zu sein.

Schutz vor K.-o.-Tropfen - 13 Sicherheitsregeln für Jugendliche

1.Informiere dich mit deinen Freunden in den Medien über die Gefahren von K.O-Tropfen und sprecht darüber.
2.Rede mit deinen Eltern über das Thema.
3.Sei dir bewusst, dass sowohl Fremde als auch Freunde Täter sein können.
4.Achte darauf, dass niemand etwas unbeobachtet in dein Getränk tun kann. Bestelle im Zweifelsfall ein neues Getränk.
5.Nimm nur Getränke an, deren Weg du vom Ausschank aus verfolgt hast.
6.Nimm keinen spendierten Drink von vermeintlichen neuen Freunden an, wenn du nicht gesehen hast, wie das Getränk an der Theke abgefüllt wurde.
7.Besprich mit deinen engsten Freunden, dass ihr gegenseitig auf eure Gläser achtet, wenn man auf die Toilette geht oder auf der Tanzfläche ist.
8.Wenn du mit Freunden ausgehst, dann bleibt am besten die ganze Zeit zusammen und geht auch gemeinsam wieder nach Hause.
9.Wenn dir zum Beispiel an einer Freundin auffällt , das sie sich ungewöhnlich verhält, schlagartig aufdreht, wahllos auf Jungs oder Männer zugeht und heftig flirtet, behalte sie im Blick und lasse sie nicht allein zurück.
10. Tauscht vor dem Ausgehen mit den Freunden die Telefonnummern der Eltern aus, um sie anrufen zu können.
11.Wenn dir plötzlich schlecht oder schwindelig wird, hole dir sofort Hilfe bei den Freunden oder beim Personal in der Disko oder Kneipe. Ziehe dich nie alleine in die Toilette zurück, dort sieht dich vielleicht niemand, um dir helfen zu können.
12.Wenn du den Verdacht hast, dass dir unter Einfluss von K.o.-Tropfen etwas passiert ist, dann sichere so schnell wie möglich eine Urinprobe. Die Drogen kann man nur etwa zwölf Stunden nach Konsum im Blut nachweisen.
13. Gehe bei Verdacht auf K.o.-Tropfen wenn möglich sofort ins Krankenhaus oder rufe die Polizei.

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