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Forscherin will Hausaufgaben abschaffen

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Schulkind  

"Hausaufgaben alten Stils zementieren soziale Ungleichheit"

28.07.2013, 13:32 Uhr | dpa

Forscherin will Hausaufgaben abschaffen. Bildungsexpertin Almendinger: Der Lernstoff sollte in der Schule wiederholt werden. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Bildungsexpertin Almendinger: Der Lernstoff sollte in der Schule wiederholt werden. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Hausaufgaben sollten nach Ansicht der Bildungsexpertin Jutta Allmendinger abgeschafft werden. Es sei viel besser, den Lernstoff im Unterricht selbst in kleinen Gruppen zusammen mit dem Lehrer noch einmal durchzuarbeiten, sagte Allmendinger. Voraussetzung dafür sei die Umwandlung aller Schulen in Ganztagsschulen.

"Hausaufgaben alten Stils zementieren soziale Ungleichheit", sagte die Präsidentin des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung. Studien hätten gezeigt, dass viele Eltern den gesamten Lernstoff mit ihren Kindern durcharbeiteten. Kinder, deren Eltern das nicht leisten könnten, gerieten ins Hintertreffen.

Hausaufgaben als "Kommunikationsmedium" zwischen Eltern und Kind

Dass sich viele Eltern so massiv einbringen, hat nach Überzeugung von Allmendinger nicht nur mit der gestiegenen Bedeutung einer erfolgreichen Schulausbildung zu tun. "Die Hausaufgaben werden in gewisser Weise zu einem neuen Kommunikationsmedium zwischen Eltern und Kindern, zu einer neuen Art von Vergemeinschaftung. Weil man ja sonst viel weniger Zeit miteinander verbringt."

Um mehr Chancengleichheit zu schaffen, fordert Allmendinger neben Ganztagsschulen ein längeres gemeinsames Lernen mindestens bis zum Alter von 14 Jahren. Am wichtigsten sei jedoch ein flächendeckender Ausbau von Kindertagesstätten.

Ohne den Kita-Besuch gerieten Kinder aus sozial schwachen Familien schon in den ersten Lebensjahren in einen massiven Entwicklungsrückstand. Leider treffe für Deutschland immer noch der Satz zu: "Einmal arm - immer arm."

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